Schluss mit dem Frustessen

Frust und Freude

Julias Herz rast bei jeder kleinen Aufregung, Hitzewallungen überkommen sie in unregelmäßigen Schüben, nachts quält sie die Schlaflosigkeit. Kein Wunder, im Büro türmt sich die Arbeit, die Waschmaschine hat den Geist aufgegeben und ihren äußerst unsensiblen Freund Max würde sie zur Zeit gerne auf den Mond schießen, am liebsten noch dahinter. Zu allem Überfluss hat sie sich vor Kurzem noch vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören. Julia hat Stress. Und immer einen Appetit, als ob es kein Morgen gäbe. "Schokoriegel! Pizza! Pronto!", funkt ihr Gehirn an ihren Bauch. Julia gibt dem Verlangen gerne nach und fühlt sich sofort besser. Und im nächsten Moment miserabel, denn nach dieser Heißhungerattacke plagt sie ihr Gewissen.

Es gibt Menschen, die in Stresssituationen keinen Bissen herunterbekommen - das ist natürlich, da sich der Körper jetzt eigentlich um Wichtigeres als die Verdauung kümmern muss, er ist nämlich noch aus Urzeiten auf Kampf oder Flucht eingestellt: Die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden in großer Zahl ausgeschüttet, sie erhöhen den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel, um mehr Energie bereitzustellen. Die Muskeln sind in Alarmbereitschaft, man könnte sich geradewegs ins Gefecht stürzen.

Doch manche Menschen reagieren stattdessen mit einem plötzlichen Heißhunger und verbeißen sich lieber in einem Butterkeks. Nun kommt es zu einem Durcheinander in der Stressregulation des Körpers. Die Stresshormone werden nicht abgebaut, die angefutterten Kalorien nicht verbraucht.

Was kann Julia tun, um diesen Teufelskreis aus Belastung und Frustessen zu durchbrechen? Eine nervenstärkende Ernährung mit Früchten, Gemüse, Vollkornprodukten und Fisch stabilisiert den Gemütsmantel - dann ist auch gelegentliches Naschen völlig in Ordnung. Trinken ist ebenso wichtig, zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Tee. Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Yoga schaffen einen mentalen Ausgleich. Doch die beste Lösung ist viel Bewegung. Dabei werden die Stresshormone abgebaut, der Blutzuckerspiegel sinkt und das Gehirn setzt natürliche Stimmungsmacher frei, die Endorphine. Das gelingt uns übrigens auch mit einem weiteren uralten Verhalten - indem wir herzlich lachen.