Problemlose BeweglichkeitSchmerz im Gelenk: So läufst Du ihm davon!

Ohne Gelenkschmerzen ist das Leben so viel unbeschwerter!
Ohne Gelenkschmerzen ist das Leben so viel unbeschwerter!
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Gesund & fit

Nach einem Spaziergang tut plötzlich das linke Knie weh. Ein Schritt zur Seite und ein Stich fährt durch die rechte Hüfte. Warum nur? Ist etwas mit dem Gelenk nicht in Ordnung? Ist das vorübergehend oder steckt mehr hinter dem Schmerz im Gelenk? Diese Sorge trifft viele. Mit dem Alter können die Gelenke immer mehr Probleme machen.

Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland haben Schmerzen im Gelenk, mit Abstand die meisten in Hüfte oder Knie: Das komplizierte und deshalb empfindliche Zusammenspiel von Knochen, Knorpel, Bändern, Sehnen, Muskeln und Nerven ist gestört.

Wer ungewöhnliche Gelenkbeschwerden feststellt, dem raten Experten, einen bestimmten Weg zu beschreiten. Denn die Ursache der Schmerzen muss geklärt werden. Und da gibt es viele Möglichkeiten: Ist es eine harmlose Überbelastung? Eine kleine Verletzung? Steckt vielleicht eine chronische Knorpel-Abnutzung (Arthrose) dahinter? Es kann auch eine chronisch-entzündliche sprich rheumatische Erkrankung sein.

Der Weg beim Warnzeichen Schmerz: Als Erstes geht man möglichst bald zum Hausarzt. Er sollte sich die Umstände genau anhören. Wann tritt der Schmerz auf? Ist er dumpf oder scharf, sticht es, pulsiert es? Der Hausarzt wird das Gelenk untersuchen. Hat er den Verdacht, dass einfache Schmerzmittel oder Umschläge nicht ausreichen, überweist er zu einem Orthopäden. Dann sollte man den Hausarzt gleich nach einem erfahrenen Spezialisten für Knie- oder Hüftprobleme fragen.

Der Facharzt sollte auch noch mal genau nach den Umständen fragen, das Gelenk gründlich untersuchen und mit dem Schmerzpatienten ausführlich über die Ursachen und die passende Behandlung sprechen. Dazu untersucht der Orthopäde das Gelenk zunächst mit den Händen: Er bewegt es, probiert mit dem Patienten vorsichtig bestimmte Bewegungen aus. Reicht das nicht für eine Diagnose, gibt es verschiedene medizinische Techniken, um die Schmerzursache aufzudecken.

Der Gelenkspezialist wird der Reihe nach vorgehen, etwa mit einer Computertomografie (CT) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT). Dabei entstehen Bilder, die das Gelenk und seine Umgebung genauestens zeigen. Sollte der Verdacht auf eine Gewebeentzündung bestehen, kann der Arzt das mit einer Szintigrafie nachweisen. Dabei wird eine schwach radioaktive Flüssigkeit gespritzt, die sich in entzündetem Gewebe anreichert. Eine Spezialkamera macht das dann sichtbar.

Auch eine sogenannte Punktion kann bei der Suche nach der Schmerzursache helfen. Dabei wird unter örtlicher Betäubung mit einer Nadel Flüssigkeit aus dem Gelenk abgesaugt. Ist die Ursache gefunden, erarbeitet der Arzt mit dem Patienten einen Therapieplan, meist mit Krankengymnastik, Massagen und Medikamente. Das nennt man konservative Therapie.

Es kann sein, dass diese Behandlung, die oft auch Geduld erfordert, nicht anschlägt, weil z. B. der Knorpel zu sehr abgenutzt ist. Dann ist eine Operation nötig.

So kann man zum Beispiel rauen Knorpel im Knie oder der Hüfte wieder glätten. Oder Knorpelgewebe entnehmen, im Labor vermehren und wieder einpflanzen. Sollte der Gelenkspezialist feststellen, dass solche Eingriffe nicht helfen würden, empfiehlt er ein künstliches Gelenk (Endoprothese).

Auch solche OPs sind längst Routine: Pro Jahr setzen deutsche Ärzte rund 210.000 Hüft- und rund 180.000 Knieprothesen ein. Sie halten meist 12 bis 15 Jahre. Das hängt von der Festigkeit der Knochen ab. Und auch davon, wie gut das Gelenk von Muskeln gehalten wird. Inzwischen ist die OP-Technik so gut, dass mindestens zwei bis drei Wechseloperationen möglich sind, sagen Experten.

Entscheidend ist, aus welchem Material die Prothesenflächen sind, die aufeinanderreiben. Diese "Gleitpaarung" übernimmt die Funktion des Knorpels in einem gesunden Gelenk.

Implantate der neuen Generation für Hüfte und Knie haben Beschichtungen aus spezieller Keramik. Die ist sehr glatt, das erleichtert die Bewegung. Und sie ist extrem abriebfest. Das verhindert, dass abgeriebene feinste Teilchen zu Entzündungen im Gewebe führen.

Bewegung beugt nicht nur vor, sie lindert auch akuten Schmerz. Übrigens auch, wenn Sie bereits ein künstliches Gelenk haben. Ob mit oder ohne Prothese: In jedem Fall ist die richtige und ausreichende Bewegung extrem wichtig.

DAS IST GUT

Ausdauersportarten stärken auf schonende Weise die Muskeln und Sehnen, die das Gelenk führen und stützen. Radfahren, Nordic Walking, Wandern, Walking, Schwimmen und die Bewegungen auf einem Crosstrainer eignen sich für Prothesenträger besonders und verlängern das "Leben" der Knie- oder Hüftprothese auf bis zu 20 Jahre.

LIEBER NICHT

Orthopäden warnen vor schnellen Richtungswechseln. Leider eher schädlich sind alle Ballspiel-Arten wie Tennis, Fußball, Volleyball, Federball (vor allem am Strand, weil die Gelenke strapaziert werden).

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