Schmerzmittel wie Paracetamol können deine Empathie behindern

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Foto: Peter Zelei / iStock

Eine neue Nebenwirkung von vielen Schmerzmitteln wurde untersucht

 

Wer regelmäßig Schmerzmittel nimmt, kann damit seiner Beziehung schaden: Denn anscheinend können sie nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch unser Mitgefühl und unsere Empathie.

"Ach, da passiert schon nichts – das Medikament nehme ich doch schon länger", denken viele und schlucken einfach noch eine Schmerztablette, damit die Wirkung schneller eintritt. Doch Achtung: Forscher fanden jetzt heraus, dass Schmerzmittel sogar Nebenwirkungen auf unser Gefühlsleben haben!

Eine Studie der Uni Wien fand kürzlich heraus, dass Schmerzmittel nicht nur unseren eigenen, körperlichen Schmerz bekämpfen, sondern auch den Schmerz, den wir FÜR andere empfinden, unsere Empathie, unser Mitgefühl.

Für die Studie gaben die österreichischen Wissenschaftler einer Gruppe von Testpersonen Tabletten und versicherten ihnen, dass es sich dabei um sehr gute und wirksame Schmerzmittel handeln würde. In Wirklichkeit hatten die Tabletten keinerlei Wirkung, es waren Placebos.

Auf diese Weise wollten die Wissenschaftler untersuchen, inwieweit der Mensch sich selbst austricksen kann, so dass er keine Schmerzen mehr empfindet, nur weil er glaubt, ein Schmerzmittel genommen zu haben.

Das überraschende Ergebnis: Nicht nur, dass die Testpersonen auf die Stromreize, die ihnen über ihre Hände zugefügt wurden, unempfindlicher reagierten, sie also tatsächlich weniger Schmerzen empfanden - sie schätzten auch die Schmerzen ihrer Mit-Testpersonen als weniger schlimm ein. Sie zeigten weniger Mitgefühl.

"Mitgefühl für Schmerzen basiert auf den gleichen neuronalen Erregungsmustern und der Aktivierung derselben Neurotransmitter, auf denen auch die Erfahrung von Schmerz beruht", so die Wissenschaftler. Das soll heißen, dass sozialer und körperlicher Schmerz sich gemeinsame Nervenbahnen und Signalwege im Gehirn teilen.

Als Gegenprobe bekamen die Patienten dann so eine Art umgedrehtes Schmerzmittel: Naltrexon, ein Mittel, dass das Schmerzempfinden wieder erhöht. Und tatsächlich empfanden die Patienten auf einmal nicht nur ihre eigen Reize als schmerzhafter, sondern auch die ihrer Kollegen als viel schlimmer - sie zeigten wieder mehr Mitgefühl.

 

Körperlicher, seelischer und auch sozialer Schmerz hängen also zusammen

 

Auf ähnliche Ergebnisse kamen auch weitere Studien:

Psychologen von der Ohio State Universität zum Beispiel fanden heraus, dass speziell Paracetamol Gefühle dämpfen kann.

Der Wirkstoff Paracetamol, der seit den 1950er-Jahren in Schmerzmitteln verkauft wird, bekäme heute nach Meinung vieler Experten gar keine Zulassung mehr. Denn die Nebenwirkungen sind beträchtlich. Und jetzt auch noch das!

An dieser Uni wurden Testpersonen verschiedene Fotos gezeigt: einige sehr positiv (Katzenbabys, die mit Menschenbabys spielen etc.), andere eher neutral (eine Kuh auf einer Wiese beim Grasen) und andere eher negativ (weinendes, unterernährtes Kind). Die Testpersonen sollten die Bilder einmal mit und einmal ohne Paracetamol-Einfluss einschätzen.

Das Ergebnis: Die Studienteilnehmer, die Paracetamol genommen hatten, empfanden die Bilder gefühlsmäßig viel weniger extrem als diejenigen, die kein Paracetamol genommen haben.

Wir greifen auf jeden Fall lieber so lange es geht zu Schmerzmittel-Alternativen!

 

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