Schnell und einfach: Endlich Schluss mit Schmerzen!

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Schmerztherapie

Zwickt es Sie auch manchmal? Wie Sie sich selbst behandeln können und wann Sie zum Arzt gehen sollten. Von Kopf- bis Rückenschmerzen: die besten Ratschläge.

Schmerz, lass nach! Zwölf bis 15 Millionen Deutsche seufzen so jeden Tag. Mal brummt der Schädel, mal zwickt's im Rücken, mal drückt der Magen: Wenn Schmerzen zum Alltag gehören, wird das Leben zur Qual. Was also tun, wenn die Schmerzen nicht aufhören?

Die gute Nachricht: Durch kleine Änderungen im Alltag kann man Schmerzen vorbeugen. Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie: "Eine trainierte Muskulatur ist ein gutes Schmerzmittel. Schonung verschlimmert nur die Probleme." Sein Rat für Schmerzpatienten: "Führen Sie ein Schmerz-Tagebuch. Notieren Sie, wann es bei Ihnen wehtut. Das kann Ihrem Arzt helfen, schnell die Ursache zu finden." Hier die besten Tipps für die häufigsten Schmerzarten.

Gelenkschmerzen

Was ist normal?

Nach körperlicher Anstrengung dürfen die Gelenke schon mal wehtun. Aber: Wer morgens länger als 60 Minuten nur eingeschränkt beweglich ist oder sechs Wochen lang geschwollene Gelenke hat, sollte zum Arzt gehen. Dann kann eine rheumatische Erkrankung vorliegen.

Wie helfe ich mir selbst?

Nehmen Sie ein Bad mit entspannenden Zusätzen (z. B. Beinwell und Arnika). Wer Kälte als angenehmer empfindet, kann die Stellen mit kühlendem Retterspitz (Apotheke) einreiben.

Was macht der Arzt?

Gelenkschmerzen können viele Gründe haben, z. B. eine Autoimmun- oder Stoffwechselerkrankung sowie eine Virusinfektion. Je nach Erkrankung wird der Arzt Medikamente verschreiben. Neu entwickelte Wirkstoffe, sogenannte Biologika, können entzündlich-rheumatische Erkrankungen stoppen, vor allem bei Patienten, bei denen andere Medikamente nicht wirkten.

Kopfschmerzen

Was ist normal?

Schmerzen, deren Ursachen bekannt sind wie nach Alkoholgenuss oder Stress. Treten die Schmerzen häufiger oder sehr stark auf, sollten Sie zum Arzt gehen.

Wie helfe ich mir selbst?

Massieren Sie Pfefferminzöl in die Schläfen und Stirn ein. Auch ein starker Kaffee oder ein Glas Wasser mit Magnesium helfen.

Was macht der Arzt?

Er untersucht, ob der Kopfschmerz möglicherweise Nebenwirkung einer anderen Erkrankung ist, wie etwa Bluthochdruck. Bei chronischen Schmerzen kann die sogenannte Biofeedback-Methode helfen (Krankenkasse zahlt in Einzelfällen). Bei dieser Therapie lernt der Patient, unterbewusst ablaufende Körperfunktionen wahrzunehmen und sie aktiv zu steuern. Z. B. können die Arterien durch eigene Willenskraft geweitet oder verengt werden. Die Schmerz-Häufigkeit lässt sich so immerhin um ca. 50 Prozent reduzieren.

Rückenschmerzen

Was ist normal?

85 Prozent aller Deutschen haben's mindestens einmal im Leben im Kreuz. Die häufigste Ursache: zu wenig Bewegung. Tauchen die Schmerzen aber ohne Grund schlagartig oder sehr heftig auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wie helfe ich mir selbst?

Werden Sie aktiv! Rückenschwimmen etwa stärkt die Muskulatur und Durchblutung. Das lindert den Schmerz. Entspannungstechniken wie autogenes Training bauen Stress ab, der ebenfalls Auslöser für Rückenschmerzen sein kann.

Was macht der Arzt?

Im Akutfall verordnet er muskelentspannende Medikamente. Neu ist die sogenannte Epiduroskopie, bei der der Arzt den Wirbelsäulenkanal mithilfe einer Mini-Kamera sichtbar machen und dabei z. B. einen Medikamentenmix in die Nähe des betroffenen Nervs einspritzen kann. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Nackenschmerzen

Was ist normal?

Verspannungen nach langen Autofahrten oder vielen Stunden vor dem Computer sind nicht ungewöhnlich. Hinter dauerhaften Verhärtungen könnte aber auch ein Bandscheibenvorfall stecken.

Wie helfe ich mir selbst?

Verharren Sie nicht länger als 30 Minuten in einer Position. Lockern Sie Ihre Nackenmuskulatur oft und sanft, z. B. durch sanftes Kopfschütteln.

Was macht der Arzt?

Neu ist die Therapie mit einem Softlaser (Low-Level-Laser-Therapie), der in einer aktuellen Studie seine Wirksamkeit gegen chronische Nackenschmerzen beweisen konnte. Er hemmt die Übermittlung von Schmerzsignalen ans Gehirn. Derzeit werden die Kosten noch nicht von den Kassen übernommen und liegen ab 40 Euro pro Sitzung. In manchen Fällen spritzt der Arzt ein Kortison-haltiges Präparat direkt an die Nervenwurzeln. Auch das hilft bei chronischen Schmerzen.

Magenschmerzen

Was ist normal?

Stress und fettiges Essen können schon mal auf den Magen schlagen. Anhaltende Krämpfe, Übelkeit oder Durchfall sollten aber ernst genommen werden. Die Beschwerden können auf ein Magengeschwür oder einen lebensgefährlichen Darmverschluss hinweisen!

Wie helfe ich mir selbst?

Eine Wärmflasche und Kräutertees (z. B. Fenchel-Anis-Kümmel) lindern die Beschwerden.

Was macht der Arzt?

Durch eine genaue Befragung und Untersuchung versucht er, den Auslöser zu finden. Sind die Schmerzen seelisch bedingt oder durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit? Eine Blutuntersuchung sowie eine Magenspiegelung können Aufschluss geben. Oft ist ein Magenkeim (Helicobacter pylori) die Ursache. Ein Medikamenten-Mix und eine Änderung des Lebensstils mit gesunder Ernährung sind dann häufig die Lösung.

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