ZigarettenSchockbilder auf Zigarettenschachteln werden von Händlern verdeckt

Händler verdecken Schockbilder der Zigarettenschachteln
Foto: iStock

Schockbilder auf Zigarettenschachteln sind seit Mai 2016 Pflicht. Händler verdecken nun die Schockbilder, um potentielle Kunden nicht zu vergraulen.

Ob verfaulte Zähne, fiese Krebsgeschwüre an Hälsen und Füßen, dunkle Raucherlungen oder gequälte Gesichter von Kleinkindern: Die verpflichtenden Fotos von den negativen sichtbaren Folgen des Rauchens sind tatsächlich schockierend, unappetitlich und regen nicht unbedingt zum Kauf der Schachteln an.

Laut der Richtlinie müssen 65 Prozent der Vorder- und Rückseite der Päckchen mit Warnhinweisen bedeckt sein. Dazu zählen neben den Schockbildern auch Warnhinweise, die schon seit längerem verpflichtend aufgedruckt sind ("Rauchen kann tödlich sein", "Raucher sterben früher", "Rauchen verursacht 9 von 10 Lungenkarzinomen"). 65 Prozent der Fläche heißt für die Tabakproduzenten aber auch: Es sind mehr Warnhinweise auf der Packung als Produkt-Werbung zu sehen.

Kurzum: Die EU-Tabakrichtlinie (2014/40/EU) erfüllt ihren Zweck. Laut Auskunft des Europäischen Parlaments sterben in der EU jedes Jahr rund 700.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, wie etwa Krebs, Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Schockbilder auf Zigarettenschachteln
Schockbilder auf Zigarettenschachteln sind laut EU-Recht Pflicht
Foto: wunderweib / privat

Doch was gut für die Gesundheit ist, ist in diesem Fall schlecht für die Wirtschaft: Seit Einführung der Schockbilder ist der Zigarettenkonsum in Deutschland um 11,3 Prozent gesunken, wie das Statistische Bundesamt kürzlich mitteilte. Wurden im dritten Quartal 2015 noch 7,1 Milliarden Euro versteuert (alle Tabakwaren), waren es im dritten Quartal 2016 nur noch 6,3 Milliarden Euro. Oder anders gesagt: Neben den Tabakproduzenten mussten auch die Tabakhändler Verluste einbüßen.

Das Aktionszentrum Forum Rauchfrei hat nun eine Art "Selbstjustiz" der Händler entdeckt. Demnach verdecken die Tabakverkäufer im Ladenregal die Schockbilder mit Papp- oder Plastikschildern (siehe hier). Die Frage ist nun: Ist das erlaubt?

Der Deutsche Zigarettenverband ist der Meinung, das Verdecken der Schockbilder diene der Übersichtlichkeit. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sieht darin allerdings einen Rechtsverstoß und verweist auf den Paragraphen 11 der Tabakerzeugnisverordnung, die Warnhinweise beim Verkauf zu verdecken. Dort heißt es:

"Die gesundheitsbezogenen Warnhinweise (...)

4.  dürfen zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens nicht teilweise oder vollständig verdeckt oder getrennt werden;
bei Packungen mit Klappdeckel, bei denen die Warnhinweise beim Öffnen der Packung getrennt werden, darf
dies nur in einer Weise geschehen, die die grafische Integrität und die Lesbarkeit gewährleistet,

5.  dürfen Steuerzeichen, Preisschilder, individuelle Erkennungsmerkmale sowie Sicherheitsmerkmale nicht
verdecken oder trennen."

Obwohl dieser Rechtsverstoß offensichtlich ist und das BMEL dies erkannt hat, sollen die Bundesländer für die Verfolgung dieser Straftat verantwortlich sein. Konkret heißt es: Alle Läden, Supermärkte und Tankstellen, die Tabak verkaufen, sollen einzeln überprüft werden.

Das Aktionszentrum Forum Rauchfrei schlägt eine radikalere, aber einfachere Lösung für diese "Selbstjustiz" der Händler vor: Tabakprodukte sollen gar nicht erst im Verkaufsraum präsentiert werden. Das würde nicht nur das Problem der Schockbilder-Verdeckung lösen, sondern auch den Kaufanreiz minimeren. Frei dem Motto: Aus dem Sichtfeld, aus dem Sinn...

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