Schockierende WWF-Zahlen: So schlimm steht es wirklich um unsere Umwelt

wwf bericht umwelt schlecht tierpopulationen schrumpfen
Zwischen 1970 und 2010 haben sich die weltweiten Fischbestände halbiert.
Foto: iStock

Tierische Popualtionen schrumpfen schneller als erwartet

Ein erschreckender Bericht der Umweltorganisation WWF zeigt jetzt, dass es um unsere Umwelt schlechter steht, als bisher erwartet.

Normalerweise veröffentlicht die Schweizer Umweltorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) ihren Bericht, den Living Planet Report, alle zwei Jahre. Doch da sich die Situation auf unserem Planten immer weiter zuspitzt und sich die Lage schneller verschlechtert als zunächst absehbar gewesen wäre, hat man sich dazu entschlossen, schon in diesem Jahr einen weiteren Bericht, den sogenannten Living Blue Planet Report , herauszugeben.

Die Zahlen führen uns die dramatischen Veränderungen, die unser Planet in den letzten Jahren und Jahrzehnten durchlaufen hat, unmittelbar vor Augen. Laut Angaben des WWF sind die weltweiten Bestände von Meeressäugern, Seevögeln, Reptilien und Fischen zwischen 1970 und 2010 um 50 Prozent zurück gegangen. Spezielle Arten wie Makrelen und Thunfische hat es sogar noch härter getroffen. Hier gehen die Experten von einem Rückgang von über 70 Prozent aus. Es ist kaum zu fassen, doch inzwischen ist auch jede vierte (!) Hai- und Rochenart vom Aussterben bedroht.

Eine der Hauptursachen für diese erschreckenden Zahlen: Überfischung. Fisch gilt als eines der am meisten gehandelten Güter auf der ganzen Welt. Doch auch die Zerstörung von wichtigen Lebensräumen wie Korallenriffen und Mangrovenwälder bedroht das Überleben vieler Tierarten. Aktuell gelten drei Viertel der Korallenriffe auf unserer Erde als bedroht. Dabei dienen sie 25 Prozent der maritimen Arten als Lebensraum. Zwischen 1980 und 2005 wurde zusätzlich bereits ein Fünftel der Mangrovenwälder zerstört.

Karoline Schacht, die Fischereiexpertin des WWF, warnt vor den Folgen dieser Entwicklungen und macht klar, dass sofort gehandelt werden muss: „Wir haben den Bogen extrem gespannt. Unsere Meere brauchen dringend Erholung, um nicht vor unseren Augen zu kollabieren. Der Ozean als dynamisches System mit unzähligen Verflechtungen hat in der Regel ein gutes Erholungspotenzial. Dafür müssen wir aber unsere Fehler in den Griff bekommen.“

Wichtige Maßnahmen, die nun ergriffen werden sollten: die Einrichtung von Meeresschutzgebieten, die nicht von Menschen genutzt werden und die Einführung von nachhaltiger Fischerei. Außerdem müssten auch Vorkehrungen getroffen werden, die den Klimaschutz betreffen. Zuletzt machte der Fall eines abgemagerten Eisbären darauf aufmerksam, wie lebensbedrohlich der rasante Klimawandel für die verschiedensten Tierarten ist. Da ihnen ihr Lebensraum quasi unter den Tatzen wegschmilzt, haben die schönen Tiere es teilweise sehr schwer, genügend Nahrung zu finden.

For tourists and wildlife photographers, the main reason to come to Svalbard is to see polar bears. And yes, usually we...

Posted by Kerstin Langenberger Photography on Donnerstag, 20. August 2015

Der WWF fordert die Vereinten Nationen dazu auf, diese Maßnahmen und andere in ihren Sustainable Development Goals (Deutsch: Nachhhaltige Entwicklungsziele), die Ende September beschlossen werden, festzulegen. Nach Meinung der Organisation müssten bis 2020 mindestens zehn Prozent der maritimen Lebensräume in Küstennähe und im Meer als Schutzgebiete ausgewiesen werden.

Kategorien: