Schönheits-OPs im Intimbereich – ein neuer Körperkult?

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Foto: Estelle Klawitter/Corbis

Verrückte Welt

Nach Intimschmuck und Komplettrasur liegen Operationen an geheimster Stelle jetzt im Trend. Einfach irrsinnig diese Art Schönheits-OPs - oder nicht?

Es gibt Dinge, die die Welt nicht braucht. Die wir nicht kennen und nicht wissen wollen und die doch so aufdringlich sind, dass man ihnen nicht entkommen kann. Zum Beispiel Tante Mariannes kratzige Wollsocken , mit denen sie jedes Jahr an Weihnachten die gesamte Verwandtschaft bestrickt. Platz eins belegt in meiner Rangliste derzeit jedoch ein Trend, dem laut Expertenschätzung immer mehr Frauen erliegen – die sogenannte Genitoplastik. Dahinter verbergen sich Schönheits-OPs, was an sich ja längst normal ist. Man gilt heutzutage fast schon als Exot, wenn Schlupflider , Brüste oder Hintern nicht chirurgisch verändert sind.

Bei besagter Genitoplastik wird allerdings "unten rum" geschnippelt. Sie haben schon richtig gelesen: Es gibt Frauen, die sich ihre Vagina operieren lassen, also Schönheits-OPs in der Intimzone bevorzugen. Nicht aus medizinischen Gründen, wie sie manchmal nach einer Geburt angezeigt sind. Viele Frauen lassen Skalpell und Spritze aus rein ästhetischen Beweggründen an sich ran, wollen buchstäblich von Kopf bis Fuß schön sein – und machen dabei selbst vor dem Privatesten nicht Halt. Getreu dem Motto: erst die Designer-Nase, dann die Designer-Vagina.

Die irrwitzigsten Dinge gibt es da unter den Schönheits-OPs im Intimbereich, etwa die Schamlippenverkleinerung, bei der ein vermeintliches Zuviel an Haut per Lasermesser regelrecht weggebrutzelt wird. Das Risiko für Narbenbildung, Entzündungen und Verlust des Empfindens inklusive. Doch das Chirurgenhandwerk bei diesen Schönheits-OPs verspricht auch operativen Lustgewinn: So wird bei der G-Punkt-Aufspritzung der besagte Bereich mit einer Mischung aus Hyaluronsäure und Eigenfett um das Doppelte vergrößert, was ekstatischen Sex ermöglichen soll. Abgesehen davon, dass man den unkomplizierter haben kann, ist die Existenz des G-Punktes wissenschaftlich noch nicht mal erwiesen.

Der Absurditäten nicht genug, kann sogar das Jungfernhäutchen wiederhergestellt werden. Als Ursache für den zunehmenden OP-Wahn im "Untergeschoss" sehen Psychologen den anhaltenden Trend zur Intimrasur. Wer das Gestrüpp entfernt, sieht also erst mal, wie es da so aussieht. Doch selbst wenn das nicht gefällt: Ist das ein Grund, sich deshalb gleich unters Messer zu legen und Schönheits-OPs machen zu lassen? Und überhaupt: Wer, bitte, bekommt die Intimzone denn jemals zu sehen? Einem Partner , der sich an ihrem Aussehen stört, sollte man ohnehin besser schon heute als erst morgen den Laufpass geben!

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