Schülerinnen dürfen nicht anziehen, was sie wollen

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Hotpants-Verbot an einer Schule heizt die Stimmung erst recht an
Foto: istock

Schulleitung verbietet Hotpants - und erntet Hohn

Zugegeben, wir wundern uns auch manchmal darüber, mit wie wenig Stoff ein Teenie sich angezogen fühlt. Aber was diese Schulleiterin jetzt deshalb gemacht hat, ist einfach daneben

Alarm, der Schulfrieden ist in Gefahr! Die Bedrohung: Nackte Haut. So sieht das zumindest die Werkrealschule Horb. Und zieht Schülerinnen mit zu kurzen Hosen oder T-Shirts neuerdings einfach XXL-T-Shirts über, die extra für diesen Zweck auf Lager sind. So steht es in einem Brief der Schulleitung an die Eltern. "Wer zu aufreizend gekleidet ist (zum Beispiel bauchfreies Shirt, Hotpants …), der bekommt von der Schule ein großes T-Shirt gestellt, das er/ sie sich bis zum Schultagsende anziehen muss."

Das "er" in diesem Satz finden wirkt fast schon putzig. Welcher Junge trägt denn Hotpants und bauchfrei? Ganz klar zielt das Verbot darauf ab, dass Mädchen nicht mehr anziehen können, was sie möchten.

Aber erst einmal zu den Gründen. Schulleiterin Bianca Brissaud hat erklärt: Es gehe eben nicht um "Unterdrückung der Individualität" der Teenies. Sondern um ein "gesundes Schulklima", in dem "gesellschaftliche und soziale Werte gelebt und gefördert werden". Lehrerinnen und Lehrer hätten sie darum gebeten, "dringend" etwas gegen die Nacktheit zu tun, sagt die Schulleiterin dem Schwarzwälder Boten.

Klar ist manchmal schwer verständlich, mit wie wenig Stoff sich Teenies schon angezogen fühlen. Aber die Pubertät ist eben die Pubertät - und gerade in dieser Lebensphase sollten keine sinnlosen Verbote das Leben noch komplizierter machen. Selbst Eltern tun sich da mit Kleiderordnungen schon schwer, um ihrem Kind Freiraum zu lassen. Außerdem ist es gerade einfach mal heiß.

Viele Frauen sind jetzt jedenfalls sauer: Typisch. Sobald ein Mädchen wenig an hat, sehen sie alle nur noch ihren Köper. Degradierung zum Sexobjekt und so. "#hotpantsverbot zielt bei durchschnittlichen 30° allein auf mädchenkleidung ab. so viel zu gesellschaftlichen werten…", schreibt dazu Anne Wizorek, die vor zwei Jahren die #Aufschrei-Debatte lostrat. Andere posten absichtlich Hotpants-Selfies ins Netz – denn natürlich tragen jede Menge Frauen kurze Shorts auch ohne aufreizende Absicht.

So richtig, richtig erlaubt scheint auch nicht zu sein, was die Schulleitung da kurzer Hand durchgesetzt hat in diesen heißen Sommertagen. Das zuständige Ministerium äußert sich so: "Die Schule ist nicht berechtigt, die eigene Moralvorstellung zum Gradmesser für eine korrekte Kleidung zu machen." Mit einem Schlenker gibt der Sprecher der Schulleiterin allerdings Rückendeckung: Wenn der "Schulfrieden" in Gefahr sei, seien solche Kleidervorschriften erlaubt.

Jetzt tobt also dank Schulfrieden der Meinungskrieg im Netz, #hotpantsverbot. Die Zwangseinkleidung in XXL-T-Shirts macht den Sommer eher noch heißer für die Schulleitung - dank der XXL-Reaktionen. Von Frieden kann da wohl keine Rede sein …

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