Schuppenflechte: Symptome - wie behandeln?

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Hilfe für die Haut

In Deutschland leiden schätzungsweise zwei Millionen Menschen unter einer Schuppenflechte. Wie Sie die Krankheit erkennen und wie Sie sie richtig behandeln.

Sie ist weit mehr als eine Hauterkrankung. Denn nicht nur das unerträgliche Jucken und Kribbeln plagt die Betroffenen: Untersuchungen haben ergeben, dass Schuppenflechte-Patienten fast doppelt so häufig an Depressionen erkranken wie gesunde Menschen. Daher raten Experten dazu, die chronisch entzündliche Hautkrankheit immer ganzheitlich zu behandeln: Neben der Haut sollte ebenso die Seele der Patienten versorgt werden.

Schuppenflechte - die Symptome

Prof. Ingrid Moll, Direktorin der Hautklinik am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, erklärt: "Typisch sind silberglänzende Hautschuppen, die Herde sind scharf begrenzt, die Haut blutet leicht bei kleinsten Verletzungen. Die geröteten, flach erhabenen, oft handtellergroßen Herde treten vor allem an Knie und Ellenbogen, an der oberen Gesäßregion und am behaarten Kopf auf." DieSchuppenflechte ist nicht ansteckend. Sie verläuft in Schüben und ist chronisch. In schweren Fällen kann man seine Nägel verlieren. Nicht nur die Haut ist betroffen: Auch die Gelenke können versteifen, das Blutgefäßsystem und das Herz erkranken.

Ist Schuppenflechte erblich?

"Die Schuppenflechte ist erblich bedingt. Beteiligt sind mindestens neun Gene, die man bereits kennt", sagt die Fachärztin. "Hinzu kommen Triggerfaktoren wie Medikamente, mechanische Reizungen wie ständiges Kratzen, Stress oder Infektionen im Hals-Nasen-Bereich, oft durch Streptokokken verursacht. Das kann einen Schub oder eine Verschlimmerung auslösen."

Schuppenflechte - was tun gegen den Juckreiz?

Moll rät, auf jeden Fall jegliche Hautreizung wie kratzende Kleidung zu vermeiden. Zur Hautpflege eignen sich rückfettende Produkte.

Schuppenflechte - was hilft wirklich?

Strahlen stoppen die Beschwerden Auch wenn die meist erblich bedingte Krankheit bisher nicht heilbar ist, gibt es heute eine Reihe von Therapien, die Linderung verschaffen. Neben der Behandlung durch Cremes mit Inhaltsstoffen wie Kortison, Salicylsäure oder Harnstoff, hat sich die Behandlung mit UVB-Licht als sehr erfolgreich erwiesen: Die ultravioletten Strahlen wirken entzündungshemmend und vermindern die übersteigerte Bildung von Hautzellen.

Die Dauer der Sitzungen hängt dabei vom Hauttyp des Patienten und von der Schwere der Erkrankung ab. In der Regel werden drei bis fünf Bestrahlungen pro Woche über einen Zeitraum von drei bis acht Wochen durchgeführt. Die Behandlung wird von den gesetzlichen Kassen übernommen.
Salzbäder lindern die Entzündung Gute Ergebnisse erzielt auch die Sole-Photo-Therapie, die seit rund 25 Jahren beispielsweise in Reha-Kliniken angewandt wird. Es ist eine Kombination aus einem täglichen 20- bis 30-minütigen Bad in Salzwasser und anschließender kurzer Ganzkörperbestrahlung mit UV-Licht. Die Prozedur simuliert ein Bad im Toten Meer und erreichte bei 60 bis 90 Prozent der Betroffenen gute bis sehr gute Erfolge.

Die Wirksamkeit der Behandlung wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt. Die Krankenkassen zahlen die Therapie-Kosten allerdings nur als stationäre oder teilstationäre Anwendung in Kliniken, nicht als ambulante Behandlung bei einem niedergelassenen Arzt.
Knabberfische pflegen die Haut Etwas gewöhnungsbedürftig, aber bei vielen Betroffenen sehr wirksam ist auch die Knabberfisch-Therapie: Hier badet der Patient etwa drei Wochen lang jeden Tag täglich für zwei Stunden in einer speziellen Therapie-Wanne mit ca. 200 Rötlichen Saugbarben, auch Doktor-Fische genannt. Die Tiere knabbern die Hautschuppen der erkrankten Stellen sanft ab. Schon nach ein paar Minuten sind Juckreiz und Spannungsgefühl spürbar gelindert. Anschließend erhält der Patient eine kurze UV-Bestrahlung und wird mit Hautpflegecremes weiterbehandelt.

Eine Untersuchung aus Wien hat gezeigt: Bei über 90 Prozent der teilnehmenden Patienten konnte ein guter bis sehr guter Therapie-Erfolg festgestellt werden. Leider wird die Knabberfisch-Therapie (rund 1700 Euro) bisher nicht von den Krankenkassen getragen.

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