Schwangere Schaufensterpuppen in Venezuela sorgen für Entsetzen

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Schwangere Jugendliche sind auch außerhalb des Schaufensters keine Seltenheit in Venezuela.
Foto: Getty Images

Aktion fordert Aufmerksamkeit für Teenager-Schwangerschaften

Der Anblick der Schaufensterpuppen in einem venezolanischen Einkaufszentrum düfte einige Besucher ziemlich irritiert haben: Die weiblichen Mannequins trugen nämlich nicht nur Schulmädchenunifom, sondern auch Babybauch.

Auf den ersten Blick sieht alles ganz normal aus: Die Schaufensterpuppen tragen die typischen blauen Schuluniformen, die man von Jugendlichen aus der Gegend kennt. Was die Passanten in einem Einkaufszentrum in Caracas stocken lässt, sind die Bäuche der Mädchen - denn die sind schockierend rund.

Nein, hier hat sich kein Label einen Marketing-Gag erlaubt, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Hinter den Skandal-Schaufensterpuppen stecken zwei lokale Organisationen, die auf die alarmierende Anzahl Teenager-Schwangerschaften in Venezuela hinweisen wollen.

Und das zu recht: Laut neuester Zahlen wird alle drei Minuten ein Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren in Venezuela geschwängert - 23 Prozent aller venezolanischen Neugeborenen haben Mütter aus dieser Altersgruppe. Schuld daran ist vor allem die Tabuisierung des Themas.

Genau das lässt sich auch an den gespaltenen Reaktionen in der Shopping Mall ablesen: Beschwerden über das Schaufenster gibt es mehr als genug. Bleibt nur zu hoffen, dass die gleiche Energie zukünftig auch in eine bessere sexuelle Aufklärung gesteckt wird.

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