Schwerer Unfall bei Magdeburg: Keiner hilft – viele machen Fotos

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Bei einem schweren Unfall auf der A2 bei Magdeburg blieben die Verletzten hilflos auf der Straße liegen, während die Gaffer Fotos machten.
Foto: iStock (Symbolfoto)

Gaffer machten Fotos, statt Verletzten zu helfen

Am Samstag kam es auf der A2 bei Magdeburg zu einem schweren Unfall. Schockierend: Keiner der vorbeifahrenden Autofahrer half den Verletzten.

Es ist wirklich unfassbar, wie unmenschlich sich die Gaffer bei einem schweren Unfall auf der A2 bei Magdeburg am Wochenende verhalten haben. Mehrere Autos waren dort am Samstag aufeinandergekracht, eines wurde durch die Luft geschleudert und kam auf dem Dach zu liegen. Verletzte Menschen lagen auf der Straße.

Aber kein Mensch hielt an, um zu helfen!

Schlimm genug, dass keiner der vorbeifahrenden Autofahrer es für nötig hielt, anzuhalten, um den verletzten Menschen zu helfen und sie vor den vorbeirollenden Autos zu schützen. Doch es wurde noch heftiger: Viele der vorbeifahrenden Gaffer zückten ihre Handys und machten Bilder von der Unfallstelle.

Selbst die Polizei war schockiert, sprach von einem „unbeschreiblichen Verhalten“ der Autofahrer. Die Unfallopfer seien regelrecht umkurvt worden, über lange Zeit drängten sich die Autos über den Standstreifen an der Unfallstelle vorbei, die sich über zweieinhalb der drei Autobahnspuren zog.

Erst die Rettungskräfte konnten die Situation beenden. Die Autobahn war über Stunden gesperrt.

Zurück bleibt die quälende Frage: Schämen sich diese Gaffer nicht? Hat nicht ein Rest von Anstand in ihnen gejault, als sie die Auslöser von ihren Kameras gedrückt haben?

Diesen verletzten Menschen zu helfen, wäre ihre moralische Pflicht gewesen. Hätten sie dort gelegen, sie hätten sich sicherlich auch nichts mehr gewünscht, als einen barmherzigen Menschen, der sich um sie kümmert.

Zum moralischen Fehlverhalten kommt noch hinzu: Bei unterlassener Hilfeleistung handelt es sich um eine Straftat. Wer nicht hilft, riskiert nach dem Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Haft.

Es ist verständlich, dass viele Menschen Angst davor haben, durch Hilfe noch mehr Schaden anzurichten. Doch oftmals könnte etwas Hilfe dazu beitragen, den körperlichen und seelischen Schaden für ein Unfallopfer zu begrenzen. Zur Erinnerung, in dieser Reihenfolge sollten Helfer an einer Unfallstelle reagieren.

  • Unfallstelle absichern
  • Überblick verschaffen
  • Notruf absetzen
  • Erste Hilfe leisten

Wer sich seiner Kenntnisse zur Erst-Hilfe nicht sicher ist, sollte einen Auffrischungskurs belegen. Viele Rettungsdienste bieten solche Kurse regelmäßig an. Ein Beispiel: Das Modul „Verhalten nach einem Verkehrsunfall“ beim Deutschen Roten Kreuz - dauert 90 Minuten.

Erste Hilfe: Was tun im Notfall?

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