Sechs Operationen, die oft unnötig sind

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Besser eine zweite Meinung einholen!

Eine aktuelle Studie liefert erschreckende Zahlen: In kaum einem anderen Land wird so viel operiert wie in Deutschland – Tendenz steigend. Doch warum greifen deutsche Ärzte so schnell zum Skalpell? Die Kassen vermuten Profit-Gier, denn für manche Operationen erhalten die Krankenhäuser auf einen Schlag mehrere tausend Euro. So liegt tatsächlich der Verdacht nahe, dass hierzulande immer häufiger vorschnell oder gar unnötig operiert wird, statt erst einmal sanftere Behandlungsmethoden anzuwenden.

Hier nennen wir sechs Operationen, bei denen Sie besonders vorsichtig sein und vorher lieber eine zweite Expertenmeinung einholen sollten.

1. Entfernung der Gallenblase

Bei Gallensteinen raten viele Ärzte gleich zu einer Operation, bei der die Gallenblase (sitzt unter dem rechten Rippenbogen) entfernt wird. Doch Fakt ist: Mindestens 30 Prozent dieser Operationen sind unnötig. Denn oft können die Steine auch mit Medikamenten aufgelöst werden. Eine alternative Behandlung ist die Stoßwellentherapie. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschlossen sind, sollte operiert werden.

2. Abschleifen des Schulterknochens

Hinter häufigen, starken Schulterschmerzen steckt meist das Schulter-Enge-Syndrom. Hierbei wird der Oberarmkopf nicht mehr richtig von der Muskulatur gehalten und stößt am Schulterdach an. Oft wird dann ein Stück des Knochens abgefräst. Doch Studien zeigen: Die Operation bringt nur sehr selten dauerhafte Linderung. Besser ist eine regelmäßige Physiotherapie.

3. Herzkatheter-Untersuchung

Diese Untersuchungs-Methode sollte nur dann durchgeführt werden, wenn Verfahren wie die Herz-Computertomografie keine konkrete Diagnose liefern. Risiken der Katheter-Untersuchung sind Nachblutungen, Blutergüsse oder sogar ein Herzinfarkt . Laut Experten sind 50 – 75 Prozent der Eingriffe überflüssig.

4. Spiegelung des Kniegelenks

Bei einer Knie-Arthrose wird hierzulande immer noch zu häufig zu einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) geraten. Dabei handelt es sich um einen Eingriff, bei dem das Gelenk gespült und die Knorpelflächen geglättet werden. Die Hälfte dieser Operationen sind nach neuesten Schätzungen sinnlos. Vorteilhafter ist regelmäßige Kniegymnastik. Die Schmerzen lassen sich zudem sehr gut mit der Injektion von Hyaluronsäure behandeln.

5. Operative Eingriffe an verrutschten Bandscheiben

Rund 80 Prozent aller Rücken-OPs gelten als entbehrlich. Gerade bei Bandscheibenvorfällen wird häufig vorschnell zum Skalpell gegriffen. Dabei verschwinden die Schmerzen in acht von zehn Fällen auch ohne Eingriff – durch Reha-Übungen, Wärme-Anwendungen und Entzündungshemmer. Kommen jedoch Lähmungserscheinungen hinzu, ist eine Operation in der Regel unumgänglich.

6. Gebärmutter-Entfernung

Auch bei einer gutartigen Geschwulst (Myom) in der Gebärmutter wird das Organ oft ganz entfernt. In 90 Prozent der Fälle absolut unnötig – und wegen der hormonellen Veränderungen oft mit Nebenwirkungen wie Depressionen verbunden. Alternativen: medikamentöse Behandlung oder eine Gebärmutter-erhaltende Myom-Operation.

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