Seeding: Bakterien für Kaiserschnitt-Kinder

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Scheidensekret zur Aufbau der Darmflora

Kaiserschnittkinder seien öfters krank - so Experten. Was dagegen helfen soll: Seeding - Mütter reiben ihre Kinder nach der Geburt mit Scheidensekret ein.

Immer mehr Frauen entbinden per geplantem Kaiserschnitt. Und das, obwohl den meisten Kindern, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, wichtige Darmkeime fehlen. Die Folge: Infektionen, Allergien und Asthma. Diesem bakteriellen Ungleichgewicht soll jetzt ein neuer Trend aus den USA entgegenwirken.

Zugegen - dass Mütter ihre neugeborenen Babys mit Scheidensekret einreiben, hört sich erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig an. Direkt nach der Kaiserschnittgeburt werden der Körper und das Gesicht der Babys mit Scheidenflüssigkeit der Mutter eingerieben. Seeding - nennt sich dieses Verfahren und ist in den USA der neue Geburtentrend.

Kaiserschnittkinder seien öfters krank, so Experten. Der Grund: Kaiserschnittkindern fehlen Bakterien, wie sie auch in der Vagina der Mutter vorkommen. Diese Bakterien sorgen dafür, dass sich die Darmflora des Neugeborenen entwickelt und sich das Immunsystem aufbaut. Wer sein Kind nach dem Kaiserschnitt mit seinem eigenen Scheidensekret einreibt, stellt ihm folglich die fehlenden Bakterien zur Verfügung - so die Theorie.

Vaginale Bakterien schützen vor Krankheiten

"Es gibt einen mikroben Unterschied zwischen normal geborenen Kindern und Kaiserschnittkindern. Während einer normalen Geburt kommt das Neugeborene mit den mütterlichen Vaginalbakterien in Berührung. Während eines Kaiserschnittes hingegen nicht. Kaiserschnittkinder sind lediglich den Krankenhaus- und Hautbakterien ausgesetzt", erklärt Dr. Rachel Reed von der Universität of the Sunshine Coast dem Onlineportal kidspot.com. "Dieser mikrobe Unterschied könnte Schuld daran sein, dass Kaiserschnittkinder öfters krank sind als normal geborene Kinder."

Eine Studie der New York University zeigt zwar, dass Seeding einen positiven Einfluss auf die Mikrobiome der Neugeborenen hat, es aber trotzdem nicht an die bakterielle Besiedelung nach einer natürlichen Geburt heran kommt.

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