Selbstbewusst auftreten - für die Karriere

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Wer selbstbewusst auftritt, fördert seine Karriere. Doch oft ist das leichter gesagt als getan...
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Was braucht selbstbewusstes Auftreten? Gute Gedanken + gute Gesten

Wer Karriere machen will, muss sich durchsetzen. Wir haben Tipps für Sie, wie Sie ein selbstbewusstes Auftreten lernen und so besser überzeugen.

Erst wenn Körper und Kopf die gleiche Sprache sprechen, können wir überzeugen.

Haben Sie sich auch schon oft geärgert, weil Sie auf der Konferenz wieder nichts gesagt haben, obwohl Ihnen so viel auf der Seele brennt? Dass andere mit Ihren Ideen punkten, weil Sie sie nicht vorzutragen wagen? Wir geben Tipps für ein selbstbewusstes Auftreten, wie Sie Schritt für Schritt Hemmungen abbauen und sicher frei sprechen können.

Freunde fragen

Wer sicher vor anderen sprechen will, braucht ein gutes Selbstwertgefühl und eine realistische Einschätzung seiner Stärken und Schwächen.

"Meistens ist unser Selbstbild viel negativer als das, was andere von uns halten", weiß Kommunikationsexpertin Claudia Ludwig. Also fragen wir gute Freunde, wie sie uns wahrnehmen. Und werden wahrscheinlich überrascht sein, wie positiv sie uns sehen. Sie haben schließlich gute Gründe, mit uns befreundet zu sein. Das gibt Mut!

"Wir dürfen uns nie mit anderen vergleichen, sondern sollten immer daran arbeiten, besser zu werden", sagt Ludwig. "Vor allem, um uns selbst gut zu fühlen."

Buch führen

Wer sich gut findet, dokumentiert das mit Worten, mit Gesten. "Also mache ich mir bewusst, was ich bereits geleistet habe und was ich wirklich gut kann", so Ludwig.

Dazu erstellt man am besten sein eigenes, ganz persönliches Erfolgsjournal. In einem schicken (ja!) Notizbuch notieren wir zum Beispiel: "Ich habe meine beiden Töchter allein großgezogen. Ich habe meinem Vater die letzten Lebensmonate so schön wie möglich gemacht. Ich habe unser Häuschen abbezahlt, auch wenn ich auf manches verzichten musste." Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist!

Realistisch sein

Wir werden nie perfekt sein - egal wie intensiv wir uns vorbereiten mögen. Sollen wir auch gar nicht. Es geht darum, gut zu sein!

Dazu muss man sich gründlich vorbereiten, fachlich wie thematisch. Und irgendwann die Entscheidung fällen: "Jetzt habe ich alles Notwendige getan!"

Wenn sich dieses gute Gefühl einstellt, kann man vertrauensvoll ans Rednerpult treten und selbstbewusst auftreten. Und immer daran denken: Sie stehen da, weil andere es Ihnen zutrauen!

Angst abbauen

"Wichtig ist, die Ursachen für unsere Hemmungen zu erkennen", meint Ludwig. Sich an Situationen zu erinnern, die unangenehm waren. Hat irgendwann jemand etwas zu mir gesagt, was mich aus dem Konzept gebracht hat? Warum hat mich das so nachhaltig verletzt? Erst wenn man weiß, warum, löst man Ängste.

Selbst Mut machen

Wenn Nervosität aufsteigt, wie ein Mantra wiederholen: "Ich bin ruhig, konzentriert." Oder: "Ich habe mich sehr gut vorbereitet. Alles ist gut." Die Sätze sollten nur kurz sein. Dann bekommen andere Gedanken keinen Platz. Funktioniert!


Sicheres Auftreten und innere Stärke ergänzen sich.

In der Öffentlichkeit unterstreicht die Körpersprache unsere Wirkung. Trainieren kann man sie zu Hause ganz einfach vor dem Spiegel oder mit Videoaufnahmen. Zum Beispiel eine kleine Rede halten und dabei die eigene Körperhaltung, Gestik und Mimik beobachten. So schulen wir unsere Selbstwahrnehmung und können gezielt Aspekte herausgreifen, die wir verändern wollen.

Der feste Stand zeigt Stärke

In aufrechter Körperhaltung haben beide Beine festen Kontakt mit dem Boden. Wir achten darauf, sie nicht zu kreuzen. Die Füße stehen hüftbreit auseinander und parallel. Wenn Sie jetzt in den Knien federn, können Sie diese gute Erdung sogar spüren.

Die Arme halten Sie in Taillenhöhe, entweder seitlich oder mit kleinem Abstand vor dem Körper. Sie werden schnell merken, mit der Haltung verändert sich das Bewusstsein.

Der selbstbewusste Gang

Flottes Tempo und mittlere Schrittlänge demonstrieren Selbstsicherheit und Kompetenz. Betont langsames Gehen mit weiten Schritten dagegen dämpft die Aufregung. Menschen, die durch einen Raum rennen, vermitteln, ihren Auftritt rasch hinter sich bringen zu wollen. Das merkt das Publikum sofort.

Auf öffentlichen Plätzen oder in Straßencafés können wir testen, wie viel Aufmerksamkeit wir aushalten. Hilfreich ist es, mit erhobenem Kopf und einem Lächeln auf den Lippen zu üben.

Um den Schwierigkeitsgrad zu steigern, üben wir als Nächstes, Blickkontakt zu einer Person zu suchen. Wer anderen länger in die Augen schaut, wirkt selbstsicherer. Das kann man erst mal prima mit Freunden üben.

Der richtige Händedruck

Er ist der beste Start für einen sympathischen Gesprächseinstieg und zeigt, richtig ausgeführt, sofort Tatkraft.

Wir trainieren ihn mit einer Freundin, reichen ihr die ganze Handfläche, nicht nur die Fingerspitzen. Wir üben weder extra Druck aus, noch reichen wir eine lasche, fast leblose Hand.

Der Arm wird aus einer 90-Grad-Haltung heraus bewegt, ähnlich einer Sägebewegung. So hält man die Richtung und Energie seiner Begrüßung und vermeidet, dass sich das Gegenüber niedergedrückt oder zum "grazilen Handkuss" genötigt sieht.

Das charmante Lächeln

Ein echtes Lächeln ist immer eine Einladung. Im direkten Blickkontakt entsteht plötzlicher Glanz in den Augen. Die feinen Linien um die Augenpartie legen sich sichtbar in Fältchen.

Diesen Effekt möchten wir abrufen können. Wenn Sie beim Üben an etwas Schönes denken, werden Sie feststellen: Ihre Mimik hellt sich augenblicklich auf.

Wenn Sie den Kopf leicht senken und den Blick für einen Moment nach oben richten, wirken Sie mädchenhaft. Soll unser Lächeln schüchtern bleiben, lassen wir Kopf und Blick gesenkt.

Offensiver wirkt ein "breites" Lächeln mit leicht zur Seite gelegtem Kopf.

Die richtigen Gesten

Kleine Gesten unterstützen das Sprechen effektvoll: Sie regen den Gedankenfluss an und erleichtern den Zuhörern, unsere Botschaft besser aufzunehmen.

"Runde" Gesten wirken harmonisch. Zackige Handbewegungen können irritieren. Große Gesten, die Begriffe bildhaft werden lassen, setzen wir bewusst sparsam ein.

Der Daumen ist abgespreizt, denn er führt die Hand. Der Zeigefinger wird aus dem Repertoire komplett gestrichen, er wirkt aufdringlich mahnend. Um auf Dinge oder Menschen zu zeigen, nutzen wir die ganze Hand.

Im Sitzen überzeugen

Wir rücken den Stuhl ein wenig vom Tisch ab, damit wir Gestik einsetzen können, ohne direkt vor unserem Gesicht "herumzufummeln". Die Arme liegen maximal bis zu den Ellenbogen auf dem Tisch, auf diese Weise bleiben kleine Gesten machbar.

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