Selbstmord: Liegt uns Suizid im Blut?

selbstmord b
Frühzeitige Erkennung verhindert Selbstmord.
Foto: © Kaymr - iStockphoto.com

Genetischer Bluttest

Was wäre, wenn man anhand eines einfachen Bluttest erkennen könnte, ob jemand selbstmordgefährdet ist oder nicht? Eine neue Studie beruft sich auf die Aussage, dass anhand eines genetischen Bluttests eine Erkennung von Suizidgefährdung bei psychisch gestörten Menschen möglich ist. Innerhalb der Studie wurde bisher anhand von wenigen Probanden dieser Test erfolgreich durchgeführt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Bluttest über lange Sicht noch nicht aussagekräftig genug und damit nicht klinisch einsetzbar. Doch er könnte Aufschluss darüber geben, welche biologischen Prozesse einem Selbstmord zugrunde liegen und langfristig als ein adäquates Mittel zur besseren Hilfe gefährdeter Patienten dienen.

Der Weg zur Erkennung

Selbstmord ist sehr komplex und weniger zugänglich in der Erkennung als z.B. eine Herzattacke. Es gibt keinen Test, den der behandelnde Arzt nutzen kann, um den Zustand zu erkennen und helfende Schritte einzuleiten. Die Betroffenen selbst vertrauen sich zudem selten ihrem Arzt an und berichten über ihre dunklen Gedanken. Deshalb forschen Wissenschaftler stetig anhand von physischen Anzeichen, sog. "Biomarker", die im Blut wiedergespiegelt werden können nach einer Erkennungsmöglichkeit von bevorstehenden Selbstmord-Absichten bei Betroffenen. Alexander Niculescu III, Psychiater an der Indiana University School of Medicine in Indianapolis und sein Forschungsteam haben mit einer von ihnen durchgeführten, aktuellen Langzeitstudie einen wichtigen Durchbruch erzielt.

Sie zeigt, dass es möglich ist durch Messungen von genetischen Aktivitäten in den Blutzellen selbstmordgefährdete Menschen zu erkennen.

Ursache für Selbstmord bei psychischen Störungen: Gen SAT 1

Über einen Zeitraum von drei Jahren verglichen die Forscher Blutproben von Patienten mit psychischen Störungen wie z.B. bipolare Störungen oder Psychosen. Dabei ergaben sich starke Unterschiede in der Aktivität von verschiedenen Genen.

Nachgewiesenermaßen fanden sich bei allen teilnehmenden Probanden mit einer bipolaren Störung eine hohe Konzentration Protein, das mit dem Gen SAT 1 gekoppelt ist. Dieses Gen ist in zelluläre Zerstörungs- und Stressprozesse im menschlichen Körper involviert. Bei äußeren und inneren Stressoren wie z.B. Gifteinwirkungen, Infektionen oder Sauerstoffmangel steigt seine Aktivität an. Die Forscher vermuten, dass mit dieser erhöhten Genaktivität ein verstärkter Selbstmordwunsch einhergeht.

Weitere einflussreiche Faktoren

Doch nicht nur psychische Krankheiten sind beeinflussende Faktoren für einen Selbstmord, so Niculescu. Es wäre möglich, dass es bei Frauen und bei Menschen, die nicht wegen psychischer Störungen selbstmordgefährdet sind, zu anderen Resultaten käme. Drogenabhängigkeit, Unzufriedenheit und Schicksalsschläge können das Suizidrisiko ebenfalls erhöhen. Ob sich in diesen Fällen die Aktivitäten derselben Gene in gleicher Weise verändern wie bei Patienten mit einer bipolaren Störung, ist bisher ungewiss.

Selbstmord ist verhinderbar

Weltweit sterben jährlich mehr als eine Million Menschen durch Suizid. Diese Tragödie ließe sich verhindern, wenn Selbstmordabsichten der Gefährdeten frühzeitig erkannt werden.

Mehr Informationen gibt´s unter "Diät und Gesund" und auf FACEBOOK .

Kategorien: