Selfie: So gelingt das Selbstporträt perfekt

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Selfies
Foto: Karlie Kloss / Instagram
Inhalt
  1. Was muss ich generell beim Selfie beachten?
  2. Kann ich Unschärfe beim Selfie vermeiden?
  3. Ist es machbar, die Clublichtstimmung mit aufs Bild zu transportieren, ohne dass man die Szenerie „totblitzt“?
  4. Kann ich rote Augen beim Selfie verhindern?
  5. Was tun Sie, damit ein Gruppenbild nicht zu gestellt wirkt?
  6. Wie kitzle ich ein echtes Lachen aus Leuten heraus?
  7. Spannende Kurzvideos drehen

Report: Tipps für schöne Selfies

Experten wie Kristian Schuller verraten exklusiv bei JOY, wie Selfies natürlicher und Kurzfilme spannender wirken. Sagen Sie mit unserer Hilfe miesen Handyfotos und langweiligen Videos den Kampf an und zeigen Sie Ihren Instagram-Followern, wie abgefahren die rauschende Party wirklich war.

Das perfekte Selfie: So geht's

JOY: Erklären Sie uns die wichtigsten Basics, worauf es beim Fotografieren eines Selfies ankommt?

Kristian Schuller: Ein Schuss darf nie länger als drei Sekunden dauern, sonst ist die Energie beim „Model“ raus . Ändern Sie für mehr Abwechslung nach jedem Shot leicht die Perspektive. Fotografieren Sie erst mit, dann ohne Blitz – bei Letzterem sind die Farben aufregender. Und Gegenlicht finde ich immer herrlich!

Was muss ich generell beim Selfie beachten?

Ihre gestreckte Armlänge gibt den Abstand vor. Drücken Sie mehrmals hintereinander ab und variieren Sie dabei auch immer den Winkel. Verharren Sie nicht statisch, sondern bleiben Sie in Bewegung – das sorgt für Abwechslung.

Kann ich Unschärfe beim Selfie vermeiden?

Ich finde diesen Makel auf Fotos ja durchaus spannend. Wer’s gar nicht mag, braucht viel Licht oder legt einen Filter drüber.

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Kristian Schuller (42), internationaler Fotograf

 Wie inszeniere ich ein Selfie möglichst spannend? Der Hintergrund spielt auch eine große Rolle! Suchen Sie sich farbige Wände, knallige Tischdeko, auffällige Lichtquellen oder schneiden Sie Personen an, indem Sie näher rangehen, nicht den ganzen Kopf knipsen.

Ist es machbar, die Clublichtstimmung mit aufs Bild zu transportieren, ohne dass man die Szenerie „totblitzt“?

Mit dem Smartphone wird’s schwierig, beim Fotoapparat empfiehlt sich die Langzeitbelichtung (Mondsymbol). Oder ganz ohne Blitz.

Kann ich rote Augen beim Selfie verhindern?

Schwierig bei kleinen Kameras, da Blitz und Linse auf einer Achse liegen – der Grund für rote Augen. Setzen Sie bloß nicht auf die Anti-rote-Augen-Funktion. Das verzögerte Auslösen killt jegliche Spontaneität, lieber hinterher die Fotos am PC bearbeiten.

Was tun Sie, damit ein Gruppenbild nicht zu gestellt wirkt?

Ich schiebe die Leute immer eng zusammen. Nähe erzeugt auto­matisch eine gute Stimmung und wie von selbst treten plötzlich Köpfe in den Vordergrund und andere gehen nach hinten. Die Personen dürfen sich ruhig strecken oder klein machen. Gehen Sie nah ran, fotografieren Sie formatfüllend oder noch besser angeschnitten.

Wie kitzle ich ein echtes Lachen aus Leuten heraus?

Lassen Sie die Person auf einem Bein stehen. Generell tun sich Leute leichter, wenn sie in der Gruppe angefeuert werden. Locken Sie die Meute mit einem kleinen charmanten Witz aus der Reserve – und wenn alles nicht klappt, habe ich auch schon mal einen Kopfstand gemacht!

Spannende Kurzvideos drehen

JOY: Was macht für Sie Dramaturgie beim Kurzvideo aus?

Simon Verhoeven: Es sollte innerhalb weniger Sekunden fesseln, also gleich zu Anfang einen Akzent setzen und einen überraschenden Twist am Ende haben. Aber ein Party-Video kann auch total witzig sein, wenn jeder Gast einmal gebührend abgefeiert und zum Star wird, also zum Beispiel seinen eigenen „Dance“-Act hinlegt und sich dabei zum Affen macht.

Aus welcher Perspektive filme ich am besten?

Es gibt kein Patentrezept, aber extreme Nahaufnahmen von klirrenden Gläsern, lachenden Augen oder Wunderkerzen kommen auf Partys oft gut. Machen Sie auch Topshots, also aus erhöhter Position.

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Simon Verhoeven (41), Regisseur von „Männerherzen“

Mit welchen Effekten kann ich mein Video spannender gestalten?

Stellen Sie für besseres Licht Stehlampen in den Raum. Achten Sie auf schnelle Cuts, die Tempo machen, und Freezeframes, also eingefrorene Bilder. Rasante Zufahrten, coole Lichteinstrahlungen und schräge Winkel, zum Beispiel Lowangles (von unten nach oben filmen), können genauso Laune machen wie nachträglich hinzugefügte Sound- oder Spezialeffekte, zum Beispiel Explosionen mit der „Action Movie FX App“.

Benutzen Sie ein Schnittprogramm (zum Beispiel iMovie), um den Film aus vielen lustigen Einzelaufnahmen zusammenbauen zu können. Aber eigentlich ist das meiste davon gar nicht nötig. Hauptsache, die Stimmung kommt rüber! Viele Leute sind nämlich oft so sehr mit dem Filmen beschäftigt, dass sie das Feiern vergessen.

Wie bekomme ich Nebengeräusche in den Griff?

Ehrlich gesagt, wenn man mit dem Handy filmt, muss man den mäßigen Sound akzeptieren. Oder ein externes Mikro, wie das iRig, verwenden. Beim Filmdreh tricksen wir so, dassin einer Partyszene die Komparsen nur so tun, als ob sie sprechen, lachen und essen. Sie machen das stumm. Nur die Hauptfiguren sprechen wirklich, der Hintergrundton wird erst später angelegt. Das ist manchmal eine sehr seltsame Stimmung am Set – so was will man auf keiner echten Party!

Wie nah sollte man beim Filmen an Menschen rangehen?

Das ist unterschiedlich. Je näher man Leute filmt, umso intimer wird es natürlich. Schnell sieht das aber auch recht unvorteilhaft oder gar unheimlich aus. Ein Nasenloch im Close-up ist nicht gerade schmeichelhaft – aber ein Kussmund kann sehr charmant sein.

Die besten Schminktipps für Ihr Selfie gibt's hier!

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