Sex FOMO - von der Angst etwas zu verpassen

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Foto: thinkstock

Erotische Torschlusspanik

Bei dem Gedanken an Kinder und Hochzeit wird Ihnen anders? Vielleicht leiden Sie an FOMO und haben Angst, erotisch noch nicht alles ausgekostet zu haben.

Noch nie war das Daten so einfach wie jetzt! In Zeiten von Dating-Apps und sozialen Netzwerken kann jeder innerhalb weniger Wochen den passenden Deckel für seinen Top finden. Heute ist es völlig normal, dass die Frau den Mann um ein Date bittet. Und nicht andersrum - so wie es bei unseren Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, ...

Verliebt, verlobt, verheiratet. Das Haus kam irgendwo dazwischen, die Kinder danach. So war das früher. Heute ist das anders. Geheiratet wird nicht vor dem 35. Lebensjahr, Kinder kommen frühestens mit 40 - wenn überhaupt. Aber warum?

Die Braut, die sich nicht traut

Ist es nicht dem natürlichen Instinkt geschuldet, den Mann fürs Leben und den Vater der Kinder zu suchen? Und zu finden? Scheinbar nicht. Die Prioritäten haben sich im Laufe der Zeit verschoben und liegen heute waonders - auf gutem Sex zum Beispiel. Die Angst, sexuell etwas verpassen zu können, ist größer denn je. Sex FOMO ist in aller Munde.

Eine Social Media Krankheit

Wir kennen das Phänomen bereits. Die beste Freundin postet zum fünften Mal in diesem Jahr ein Foto aus dem Urlaub und die miesepetrige Kollegin wird mal wieder von herzerwärmenden Komplimenten verehrt. 'Die haben es aber gut. Warum geht es mir nicht auch so?' - Neid erfüllende Gedanken so weit die Erinnerungen reichen. Sex FOMO: die gleiche Bezeichnung, das gleiche Prinzip.

Höher, schneller, weiter. Immer nach dem Besten streben. 'Fear of Missing Out' (kurz: FOMO) beschreibt die Angst, etwas verpassen zu können. Man lebt ständig in der Angst, nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Konkret heißt das: Frauen um die 30 erleben die erste Torschlusspanik: Habe ich erotisch alles ausgekostet?

Die erste Liebe

Besonders gefährdet sind Frauen, die seit dem Teenageralter mit ein und demselben Partner zusammen sind. Vielleicht sogar in einem Freundeskreis voller Single-Frauen leben. Plötzlich reicht es nicht mehr, nur noch von einem einzigen Mann begehrt zu werden. Der Partner wird zum Klotz am Bein, die Beziehung eine langweilige Pflichtveranstaltung. Die Folge: eine abgesagte Hochzeit, eine gescheiterte Beziehung.

Psychologin Leslie C. ´Bell hat über das Sex-FOMO-Phänomen ein ganzes Buch (Hard to Get: Twenty-Something Women and the Paradox of Sexual Freedom) geschrieben: "Viele junge Frauen haben im Gegensatz zu vergangenen Generationen keine Angst mehr, als Schlampen bezeichnet zu werden, sondern davor, dass sie den Mann ihres Lebens kennenlernen, bevor sie sich sexuell vollkommen ausgelebt haben."

Auf der Suche nach dem Abenteuer

Wer sich gegen eine Trennung und für die Liebe entscheidet, der holt sich den Kick trotzdem. Und zwar bei Tinder oder Online-Dating-Plattformen . Nicht, um sich mit den Männern zu treffen, sondern einfach nur, um sich begehrenswert zu fühlen. Warum dieses Gefühl mit der Hochzeit verschwinden sollte? Das muss jeder für sich selbst herausfinden ...

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