Sex: Warum gehen Männer ins Bordell?

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Foto: Collage: iStock / wunderweib.de
Inhalt
  1. Es geht nie nur um den sexuellen Akt
  2. Männern geht es nie nur um das Eine!
  3. Warum gibt es keine Bordelle für Frauen?
  4. Was bringt Männer dazu, das erste Mal ins Bordell zu gehen?
  5. Warum werden sie anschließend zum „Wiederholungstäter“?
  6. Liebe im Bordell?
  7. Ist das Besuchen von einem Bordell als krankhaftes Verhalten einzustufen?
  8. Woran kann eine Frau erkennen, dass ihr Mann ins Bordell geht?
  9. Sind Männer, die oft ins Bordell gehen, überhaupt beziehungsfähig?
  10. Beziehung beenden oder verbessern?

Es geht nie nur um den sexuellen Akt

Viele Männer kaufen sich Sex mit fremden Frauen, schlafen mit ihnen in geheimen Zimmern. Doch warum werden Männer zu Freiern? Hier gibt es die Antwort.

Egal ob Bordell oder Straßenstrich - es gibt viele Orte, an denen Männer Sex kaufen können. Und viele tun es auch. Doch warum werden Männer zu Freiern? Sind Männer, die ins Bordell gehen, sexuell gestört oder womöglich beziehungsunfähig? Woran erkenne ich, ob mein Partner sich Sex bei einer Prostituierten holt und was kann ich dagegen unternehmen?

Beziehungsexperte und Paarcoach Dominik Borde beantwortet die häufigsten Fragen von Frauen zum Thema: Warum gehen Männer ins Bordell?

„Weil Männer immer und überall Sex haben wollen! Am besten ohne sich anstrengen zu müssen, möglichst unverbindlich und, wenn es geht, rasch und unkompliziert“, werden jetzt viele Frauen denken. Aus meiner Beratungspraxis weiß ich: ganz so simpel gestrickt sind Männer dann doch nicht. Nur die wenigsten Männer wollen bei einer Prostituierten einfach nur ihre angestaute Lust befriedigen!

Jeden Tag suchen etwa 1,2 Millionen deutsche Männer ein Bordell auf. Etwa die Hälfte von ihnen lebt in einer Paarbeziehung oder ist verheiratet.

Männern geht es nie nur um das Eine!

Für manchen männlichen Single stellt der Besuch eines Bordells die Notlösung dar, um eine fehlende Partnerin zu ersetzen. Auch die unkomplizierte Abwicklung, klare Grenzen und ein einfach abgeschlossener Deal sind häufige Gründe, die Männer nennen, warum diese ein Bordell aufsuchen. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Diskretion. Vor allem Prominente, aber auch ganz „normale“ Männer wollen nicht öffentlich gesehen werden und somit riskieren, dass der Partner davon Wind bekommt.

Hört man genauer hin, geht es niemals nur um den sexuellen Akt an sich.

Keiner der unzähligen Männer, die bei mir auf der Couch gesessen sind, wollte lediglich Sex ! Was die meisten beklagten, war der Verlust, ihre Partnerin begeistern und ihre Leidenschaft wecken zu können, sie scharf auf ihn machen und sich so als potenter Mann fühlen zu können. Das Gefühl zu haben, dass die Art und Weise wie Mann seine Männlichkeit lebt, gut bei ihr ankommt, genießen Männer weit mehr als den Sex an sich. Genau darum reicht vielen Männern Selbstbefriedigung alleine nicht.

Viele Männer, die sich gerne potenter und begehrter fühlen wollen, bezahlen daher eine Prostituierte. Sehr häufig geht es beim Bordellbesuch auch darum, dass Männer nicht wissen, wie sie mit der eigenen Partnerin sexuelle Wünsche kommunizieren und innerhalb der Beziehung umsetzen können. Ein Mann der seine erotischen Fantasien in die Kategorie Perversion einstuft oder ein schlechtes Gewissen seiner Partnerin gegenüber hat, weil der Gedanke daran negativ besetzt ist, wird eher ein Bordell aufsuchen.

Warum gibt es keine Bordelle für Frauen?

Nicht nur Männer sind sexuell frustriert! Fakt ist, dass es zahlreichen Frauen in ihren Beziehungen sexuell ganz ähnlich geht. Viele Frauen haben einen von ihnen nur noch mangelhaft begeisterten Ehemann daheim sitzen. Nur mit dem Unterschied, dass Bordelle für Frauen noch wenig salonfähig sind. Diesbezüglich ticken Frauen dann doch anders, was aufgrund der Geschichte und gesellschaftlichen Rolle von Frauen nicht weiter verwunderlich ist. Stattdessen entwickelt die Frau vor lauter Frust irgendeinen Zwang. Am einfachsten ist der Putzzwang, wenn man schon Gefangener des eigenen Zuhauses ist, um zu kompensieren, was ihr schon seit Jahren fehlt.

Was bringt Männer dazu, das erste Mal ins Bordell zu gehen?

Früher war sexueller Kontakt zum anderen Geschlecht vor der Ehe weit seltener als heute, weshalb noch vor einigen Jahrzehnten der Besuch einer Prostituierten für sehr viele Männer die Einführung in die Sexualität war. Dem ist zwar heute nicht mehr so, trotzdem darf nicht unterschätzt werden, dass selbst in unserem liberalen und freizügigen Zeitalter viele Männer erst sehr spät ihre Jungfräulichkeit verlieren, da sie Probleme haben Frauen kennenzulernen. Ich hatte schon einige Klienten über 40 Jahre, die weder unattraktiv noch im Leben erfolglos waren und dennoch noch nie Sex hatten.

Um das erste Mal endlich hinter sich zu bringen und weniger Angst vor dem Unbekannten zu haben, suchen viele Männer schließlich eine Prostituierte auf. Dieser Gang fällt den meisten Männern selbst gegen Bezahlung nicht leicht. Berichten zu Folge sind Männer vor allem vor dem ersten Besuch unsicher und nervös. Die Fragen „Bin ich gut genug?“ oder „Was, wenn ich mich blamiere?“ begleiten sexuell ungeübte Männer häufig, doch selbst wenn sie bereits Erfahrungen mit Frauen sammeln konnten, schweben derartige Überlegungen wie Damoklesschwerter über ihren Häuptern.

Selbstverständlich haben nicht alle Männer, die das erste Mal ein Bordell besuchen, auch das erste Mal Sex. Männer, die zum ersten Mal ein Bordell betreten, spielen meist schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken.

Warum werden sie anschließend zum „Wiederholungstäter“?

Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Naheliegend ist, dass Männer, die immer wieder im Bordell landen, ihren letzten Besuch dort genossen haben. Beliebte Etablissements sind speziell darauf ausgerichtet, Männern zu schmeicheln. Sie fühlen sich umsorgt, das Ambiente ist ansprechend und das Wichtigste: Frauen interessieren sich für sie! Selbst wenn der Schein trügt und diese Fantasie im Preis inbegriffen ist, ist es dennoch angenehm begehrt zu werden! Er ist wichtig, kann bestimmen, wird begehrt und fühlt sich männlich.

Aus genau diesen Gründen wird in Nobelbordellen keineswegs nur Sex angeboten, sondern ein Szenario entworfen, welches eine erotische Alltagssituation imitiert:

Ein Mann spricht mit einer Frau an der Bar, sie hört ihm aufmerksam zu, klimpert mit den Augen, fährt sich durch das Haar und lacht über seine Scherze. Nach dem ersten „Kennenlernen“ folgen die ersten Berührungen, sie zeigt sich von ihm angezogen und erregt, bald darauf haben sie Sex. Im Grunde ein perfekter One-Night-Stand - bis er zur Kasse gebeten wird.

Doch der Preis ist es für viele Männer wert. Denn während er zu Hause vielleicht nur mehr irgendjemand ist oder seine Anziehung auf Frauen schon verloren geglaubt hat, wird er hier, in diesen vier rot gestrichenen Wänden, zum Kurzzeit-Helden.

Liebe im Bordell?

Ein weiteres Motiv vieler Freier, immer wieder ins Bordell zurückzukehren, sind genau jene Emotionen, für deren Vermeidung sie ursprünglich bezahlt haben: Romantik und verliebte Gefühle. Nicht selten verliebt sich ein Freier in seine käufliche Geliebte und entdeckt seine Mission als ihr Retter vor Männern, die sich genauso verhalten wie er es selbst einmal getan hat.

Ist das Besuchen von einem Bordell als krankhaftes Verhalten einzustufen?

Studien zu Folge kann jeder Mann, unabhängig von Alter, Weltanschauung, Bildungsgrad oder Gesellschaftsschicht, ein Freier werden. Es gibt nicht den prototypischen Bordellbesucher, der sich anhand gewisser Merkmale enttarnen ließe. Vom Lkw-Fahrer bis hin zum Topmanager, vom einsamen Single bis zum mehrfachen Familienvater; jeder Mann kann ein Freier werden, doch nicht jeder Mann ist automatisch einer. Keineswegs ist es als krankhaftes Verhalten einzustufen, wenn ein Mann ein Bordell aufsucht. Gelingt ihm allerdings die emotionale Bindung zu einer „normalen“ Frau nicht mehr oder ist ihm das Ausleben von Sexualität nur noch im käuflichen Rahmen möglich, wird es nötig sein, dieses Verhalten zu hinterfragen und eventuell therapeutisch zu behandeln.

Woran kann eine Frau erkennen, dass ihr Mann ins Bordell geht?

Anders als bei einer romantischen Affäre ist es für die Ehefrau meist relativ schwierig herauszufinden, ob der Mann Bordellbesucher ist, da wesentliche Merkmale wegfallen. Es gibt keine verfänglichen SMS-Nachrichten, romantische Gefühle oder stutzig machende Verhaltensänderungen. Doch häufen sich abendliche bis nächtliche Arbeitstermine, vor allem unter der Woche, so könnte es sich lohnen, einen genaueren Blick auf diese Situation zu werfen. Bordellbetreiber sprechen vom Donnerstagabend als den umsatzstärksten Tag der Woche, am Wochenende hingegen wollen die meisten Männer Zeit mit ihren Familien verbringen.

Wird die Distanz zwischen zwei Eheleuten immer größer und gleichzeitig das sexuelle Interesse zueinander immer weniger, werden Bordellbesuche immer wahrscheinlicher. Die meisten Männer verheimlichen ihre Besuche sorgfältig vor ihren Frauen, einerseits um ihre Partnerinnen nicht zu verletzen und andererseits, um sich selbst nicht bloßzustellen.

Der überwiegende Teil von Frauen ist der Ansicht, dass Bordellbesuche des Partners nicht einem Seitensprung oder einer andauernden Affäre gleichkommen. Trotzdem reagieren die meisten Frauen verstört und verletzt, wenn sie entdecken, dass der Partner zu Prostituierten geht. Je weniger selbstbewusst die Partnerin ist, desto eher wird sie sich im Konkurrenzkampf mit der käuflichen Geliebten sehen.

Sind Männer, die oft ins Bordell gehen, überhaupt beziehungsfähig?

Die meisten Männer sehen den Besuch bei einer Prostituierten als weit weniger betrügerisch an als eine Affäre mit einer Frau aus ihrem sozialen Umfeld. Der Leidensdruck, es zu beichten oder offen darüber zu sprechen, ist nicht allzu groß, da die Gefühle meist ausbleiben und es aus der Sicht des Mannes nur um Sex als Dienstleistung geht.

Beziehung beenden oder verbessern?

In einer langfristigen Beziehung passieren unweigerlich Verletzungen und Enttäuschungen. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass es jede Menge Männer gibt, die gelernt haben, ihre Bedürfnisse zu kommunizieren und sexuelle Wünsche mit der eigenen Partnerin auszuleben. Und es gibt Paare, die, sofern ehrlich darüber gesprochen wurde, eine Chance zur Veränderung gesehen und wahrgenommen haben.

Ob nun Sex mit Prostituieren einem Seitensprung gleichkommt oder nicht, oder ob wir es als Anlass sehen sollten, mit dem Partner zu sprechen und der Befriedigung gegenseitiger Wünsche und Bedürfnisse gemeinsam eine neue Chance zu geben, muss jeder Mann und jedes Paar individuell entscheiden."

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