Sexpraktiken: Muss man wirklich alles ausprobieren?

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Sexpraktiken: Pornos schauen - Kann das mal witzig sein oder ist es eher zum Fürchten?
Foto: RelaXimages/Corbis

Im Krankenschwestern-Kostüm für den Liebsten strippen – das erfordert Mut. Zu viel Mut für manche. Aber schlaflose Nächte muss man deswegen nicht haben. Im Gegenteil! Ein Plädoyer für mehr Entspannung im Schlafzimmer.

Kennen Sie auch diese Listen, die manche Leute geradezu zwanghaft schreiben – mit Überschriften wie 50 Dinge, die ich noch tun will, bevor ich 60 werde"? Eine Freundin von mir, nennen wir sie Barbara, ist großer Fan solcher To-do-Kataloge . Doch während bei den meisten Menschen Reiseziele ("einmal die Cheopspyramide sehen"), kleine Abenteuer ("endlich den Fallschirm-Tandemsprung wagen") oder alltägliche Mutproben ("endlich dem Chef mal gehörig die Meinung geigen") aufgelistet sind, begrenzt sich Barbaras Experimentierfreude wirklich ausschließlich auf den horizontalen Bereich, die Sexpraktiken .

Bisher hat sie unter anderem folgende Sexpraktiken ausprobiert: Dirty Talk , eine heiße Nummer im Krankenschwesternkostüm, und Strippen vor ihrer Webcam , während der Liebste in Süddeutschland war, um seine Mutter zu besuchen. Mit zweifelhaftem Erfolg. Denn beim Dirty Talk benutzte sie im Rausch der Leidenschaft wohl so schmutzige Begriffe, dass ihrem Liebsten der Spaß an der Sache schnell verging. Das Krankenschwesternkostüm hatte sie sich eine Nummer zu klein gekauft und kam durch den Gedanken an ihre Speckröllchen, die sich unterm Stoff abzeichneten, überhaupt nicht in Stimmung.

Und das Strippen per Internet? Schließlich war das auch bei Ihren getesteten Sexpraktiken dabei. Darüber wollte sie keine Details verraten, aber den Gipfel der Extase scheint sie dabei auch nicht erreicht zu haben.

Was meine persönliche Meinung nur unterstützt: Ich finde, man darf sich vom Sex-Hype und den diversen Sexpraktiken nicht derartig verrückt machen lassen. Nicht jeder muss gleich zu einem Erotik-Profi mutieren und ein schwindelerregendes Repertoire an Stellungen, Varianten oder Accessoires aufweisen. Es ist natürlich vollkommen okay, einen Vibrator in der Nachttischschublade zu haben – aber wenn da nur Herzschmerzromane und eine Wärmflasche drin liegen, muss man sich auch überhaupt nicht langweilig fühlen.

Ich würde trotzdem nicht empfehlen, sich jegliche sinnliche Neugierde zu verkneifen oder vorsichtige Vorschläge des Partners rundheraus abzulehnen. Zusammen mal einen Porno sehen? Warum denn nicht? Auch wenn ich mir mit den meisten Mädels im Freundeskreis darüber einig bin, dass diese Streifen meistens nur zum Lachen anregen und nicht zum Ausprobieren von ausgefallenen Sexpraktiken. Braun gesprühte, eingeölte Gorillas, die übertrieben laut stöhnende Blondinen beglücken – sorry, Männer, aber das bringt unser Blut nun wohl eher nicht in Wallung. Nein. Dennoch bin ich froh, dass ich mir ein solches Spektakel immerhin mal angeschaut habe. Denn es gab einen ziemlich interessanten Nebeneffekt: Kindisch kichernd rollten mein Mann und ich uns bei unserer DVD-Porno-Session damals über die Kissen – und kamen uns in dieser albernen Stimmung dann doch noch näher …

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