Sexsucht - Wenn Lust zur Sucht wird

sexsucht
Sex-Sucht - dazu läuft gerade ein neuer Film. Und der Begriff taucht regelmäßig dann auf, wenn Hollywood-Promis beim Fremdgehen erwischt werden. Ist da wirklich was dran?
Foto: Fotolia

Wir klären die wichtigsten Fragen zum Thema Sexsucht

Sexsucht wird immer wieder heiß diskutiert. Aber was ist wirklich dran - die wichtigsten Antworten zum Thema.

Wie wird man sexsüchtig?

Die auch Hypersexualität genannte Sucht ist ein antrainiertes Verhalten, bei dem (wie bei anderen Süchten) Probleme überspielt werden. In diesem Fall mit Sex. Die Ursachen sind vielfältig. Auslöser können etwa tabuisierte Sexualität in der Familie, aber auch der exzessive Konsum von Porno-Videos im Internet sein.

Was sind die Symptome?

Obwohl sich Betroffene gedanklich und körperlich fast ständig mit Sex beschäfligen, erleben sie kaum Befriedigung. Davon frustriert, suchen sie dann umso intensiver nach dem nächsten Kick. Klassische Symptome sind ein starkes Bedürfnis nach wahllosen Sex-Kontakten. Diese werden selten als lustvoll erlebt und enden oft mit einem Gefühl innerer Leere.

Sind überwiegend Männer oder Frauen betroffen?

Etwa 80 Prozent der Süchtigen sind Männer, sagen Experten wie der Psychotherapeut Dr. Kornelius Roth. Vermuteter Grund: Männer beschäftigen sich generell öfter mit dem Thema Sex und sind zudem Hauptkonsumenten von Pornos.

Ist Sexsucht therapierbar?

In einer Verhaltenstherapie lernen Betroffene, negative Gefühle nicht mit Sex zu deckeln, sondern zu bewältigen. Ziel ist es, das Selbstwertgefühl zu steigern, emotionale - statt rein körperliche - Intimität zu einem Partner aufzubauen und die Sexualität in der Beziehung zu fördern.

Wer kann helfen?

Der Hausarzt kann beraten und Therapeuten empfehlen. Kliniken für Sexsüchtige existieren bisher nur in den USA. Bei uns gibt es dafür suchttherapeutische Einrichtungen oder Selbsthilfegruppen wie die "Anonymen Sexaholiker" (www.anonymesexsuechtige.de). Buch-Zipp: Kornelius Roth, "Sexsucht, ein Ratgeber Betroffene und Angehörige", Ch. Links, 14,90 Euro).

Was bedeutet Nymphomanie?

Heute kaum noch benutzt, wurde der Ausdruck vor allem in den 1950er-Jahren als Beleidigung all jener Frauen verwendet, die wir heute als selbstbestimmt bezeichnen würden. Frauen also, die mehr vom Leben wollten als nur Hausfrau zu sein, die nicht den Erstbesten heirateten und sich für ihre eigene Lust interes sierten, bekamen damals (meist von Männern) schnell den Stempel "nymphoman".

LUST AUF Zahlen?

Über die Gesamtanzahl der von Sexsucht betroffenen Deutschen gibt es nur grobe Schätzungen. Sie schwanken zwischen 500 000 und 5 Millionen

Kategorien: