Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Männer als Opfer?

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Sind Frauen zu sexy - oder warum werden angeblich so viele Männer am Arbeitsplatz diskriminiert?
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Sexuelle Belästigung - Warum sind Männer Opfer?

Männer werden öfter sexuell angegriffen als Frauen? Auf den ersten Blick sind die neuen Zahlen zur sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz irritierend. Sind Männer einfach empfindlich? Oder ist das ein gutes Zeichen?

Es geht eben nicht nur um das, was allen sofort einfällt, wenn sie den sperrigen Ausdruck "sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ hören. Antatschen, dumme Sprüche und zweideutige Aufforderungen gehören ganz klar auf die Liste der Angriffe, mit denen sich Frauen im Job viel zu oft herum ärgern müssen. Nach neuen Zahlen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) sagen 17 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer: Ja, das passiert mir. Ich werde sexuell belästigt.

Sexuell geprägte Übergriffe fangen aber schon bei Verhalten an, das manche vielleicht als "harmlos“ deuten. Es ist abers laut Gesetz schon Anzeichen für Diskriminierung: Verboten ist nämlich auch „das Anbringen pornographischer Bilder“. Unter anderem so kommt es, dass tatsächlich mehr Männer als Frauen Opfer von Diskriminierung werden. Oder zumindest Teilnehmer. 56 % der Männer und eben nur 46% der Frauen sind gemessen am offiziellen Kriterienkatalog schon sexuell diskrimiert worden, wie die ADS jetzt veröffentlicht.

Männer berichten vor allem von "E-Mails mit eindeutig sexuellem Inhalt“, die sie völlig ungefragt von ihren Kollegen bekommen. Oder anzüglichen Bemerkungen, wenn gerade keine Frau im Raum ist. Damit klingt die hohe Opferzahl unter Männern schon weit weniger abwegig: Kann man sich durchaus vorstellen, wie gerne über körperliche Vorzüge von Kolleginnen gesprochen wird oder der neueste, im pornographischen Sinne "heiße Scheiß" unbedingt per Outlook mit allen Jungs geteilt werden muss.

Diejenigen, die diskriminieren, sind und bleiben in den meisten Fällen trotzdem: die Männer. Umso wichtiger ist, dass alle laut "Nein“ sagen, wenn Witze zu weit gehen, Sprüche überhaupt nicht mehr lustig sind. Frauen UND Männer sollten sich wehren . Solange den meisten Männern allerdings gar nicht bewusst ist, dass sie an sexueller Diskriminierung teilnehmen - wir erinnern an die nur 7 Prozent, die sich wirklich diskriminiert fühlen - verändert sich wahrscheinlich weiterhin gar nichts. Einfach mal kurz nachdenken und eine kurze „nicht lustig“ Mail zurückwitzeln würde bestimmt schon helfen.

Was wir uns von euch wünschen, liebe Männer: Sagt auch mal Nein. Das wäre ein gutes Zeichen. Erstens kann das nicht immer uns Frauen überlassen sein. Und zweitens mögen wir euch doch eigentlich. Und es wäre schön, wenn das auch bei allen Kollegen so sein kann.

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