Shades of Grey: So verliebte sich Christian Grey in Anastasia

christian grey leseprobe
Im "Grey" verrät E.L. James, wie Christian Grey die Welt sieht.
Foto: Universal

Leseprobe: Die geheimen Gedanken von Christian Grey

Christian Grey ist zurück. Wie hat er die Verführung von Anastasia Steele erlebt? Jetzt erfahren wir es, im neuen Buch von E. L. James.

"Schon nach den ersten Zeilen ist das Shades-Virus wieder da..."

Egal wie schlicht manche Menschen den Schreibstil finden mögen, sobald ich die ersten Zeilen aus dem neuen Buch von E. L. James gelesen habe, ist das Shades of Grey-Virus wieder da. Ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht, wie Anastasia es schafft, diesen scheinbar eiskalten Mann zu verführen. Im Kopf von Christian Grey - es ist wirklich spannend. Zumal wir Frauen uns doch alle ständig fragen, was in den Köpfen der Männer um uns rum passiert.

Besonders schön: Das Buch aus der Sicht von Christian Grey beschreibt genau die Zeit, die auch im ersten Kinofilm zu sehen war, es hört jedoch nicht bei der abrupten Trennung auf. In diesem Buch erfahren wir, was Christian tut und wie schlecht es ihm geht, nachdem sich die Fahrstuhltür hinter Anastasia geschlossen hat.

Das erste Treffen - Leseprobe aus Grey

Doch zuerst zurück zum Anfang! In dieser Leseprobe aus "Grey" erfahrt ihr, wie Christian Grey das erste Treffen mit Anastasia Steele erlebt hat ...

Was zum Teufel denkst du da, Grey?

"O nein! Gleich muss ich der aufdringlichen Miss Kavanagh von der Studentenzeitungder WSU ein Interview geben. Verdammt, warum habe ich mich darauf eingelassen? Ich hasse Interviews – hirnverbrannte Fragen von hirnverbrannten, schlecht informierten Idioten, die in meinem Privatleben herumstochern wollen. Und sie ist eine Studentin. Das Telefon klingelt.

»Ja«, knurre ich Andrea an. Wenigstens kann ich dieses Interview kurzhalten.
»Miss Anastasia Steele wäre da, Mr. Grey.«
»Steele? Ich dachte, Katherine Kavanagh kommt.«
»Eine Miss Anastasia Steele ist hier, Sir.«
Ich hasse Überraschungen. »Führen Sie sie rein«, brumme ich.

Soso … Miss Kavanagh ist also indisponiert. Ich kenne ihren Vater,den Gründer von Kavanagh Media, und halte ihn für einen klugen Geschäftsmann und umsichtigen Menschen. Dieses Interview mache ich ihm zuliebe – im Bedarfsfall werde ich auf den Gefallen zurückkommen. Außerdem muss ich zugeben, dass ich neugierig auf seine Tochter bin. Ich möchte sehen, ob der Apfel weit vom Stamm fällt.

Ein Geräusch an der Tür lässt mich aufspringen. Ein Geschöpf mit langen kastanienbraunen Haaren, blassen Armen und Beinen und braunen Stiefeln stolpert mit dem Kopf voran in mein Büro.

Ich verberge meinen Ärger über so viel Ungeschicklichkeit, eile zu der jungen Frau, die auf Händen und Knien auf dem Boden gelandet ist, und helfe ihr auf.

Als ihre klaren, strahlend blauen Augen mich verlegen anblicken, stutze ich. Sie haben eine höchst ungewöhnliche Farbe – Taubenblau –, und einen Moment habe ich das Gefühl, dass sie in mein Innerstes sehen kann. Ich fühle mich … nackt. Der Gedanke ist beklemmend, also schiebe ich ihn sofort beiseite.
Ihr kleines, hübsches Gesicht wird rot. Kurz überlege ich, ob ihre Haut überall so ist – makellos – und wie sie nach einem Stockschlag aussehen würde.

Himmel. Ich klopfe mir innerlich auf die Finger. Was zum Teufel denkst du da, Grey? Die Kleine ist viel zu jung für dich. Sie sieht mich mit großen Augen an. Baby, es ist nur ein hübsches Gesicht, die Schönheit rein oberflächlich. Am liebsten würde ich ihr den offenen, bewundernden Blick aus diesen großen blauen Augen wischen. Showtime, Grey. Gönn dir ein bisschen Spaß.

»Miss Kavanagh? Ich bin Christian Grey. Alles in Ordnung? Möchten Sie sich setzen?« Wieder wird sie rot. Ich mustere sie genauer. Sie ist auf unbeholfene Weise attraktiv – zierlicher Körper, blasse Haut, kastanienbraune Mähne, durch das Haarband kaum gebändigt. Eine Brünette. Ja, sie ist attraktiv .

Ich strecke ihr die Hand hin, und sie stammelt verlegen eine Entschuldigung. Ihre Haut ist kühl und weich, ihr Händedruck erstaunlich fest. »Miss Kavanagh ist indisponiert und hat mich geschickt. Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen, Mr. Grey.« Ihre melodische Stimme klingt zögernd, sie blinzelt. Mir fallen ihre langen Wimpern auf. Unfähig, meine Belustigung über ihren alles andere als eleganten Auftritt zu verbergen, frage ich sie, wer sie ist. »Anastasia Steele. Ich studiere mit Kate … äh … Katherine …äh … Miss Kavanagh Englische Literatur an der Washington State University in Vancouver.«

Mann, hat sie denn keinen Geschmack?

Ein nervöser, schüchterner Bücherwurm? Ja, sie sieht ganz so aus mit dem unförmigen Pullover, unter dem sie ihren zierlichen Körper verbirgt, mit dem braunen Rock und den bequemen Schuhen. Mann, hat sie denn keinen Geschmack? Sie sieht sich nervös in meinem Büro um – und weicht meinem Blick aus, registriere ich belustigt. Wie kann diese junge Frau Journalistin sein? Sie hat keinerlei Durchsetzungsvermögen, ist auf charmante Weise aufgeregt und sanft … unterwürfig.

Kopfschüttelnd über meine ungehörigen Gedanken biete ich ihr einen Platz an. Dabei fällt mir auf, wie sie die Gemälde in meinem Büro betrachtet. Ehe ich mich stoppen kann, erkläre ich: »Ein örtlicher Künstler, Trouton.« »Toll. Sie verwandeln das Gewöhnliche in etwas Außergewöhnliches«, stellt sie verträumt fest.

Sie hat ein feines Profil – Himmelfahrtsnase und weiche, volle Lippen –, und ihre Worte könnten von mir stammen. Sie verwandeln das Gewöhnliche in etwas Außergewöhnliches. Eine kluge Bemerkung. Miss Steele scheint intelligent zu sein. Als ich ihr beipflichte, steigt ihr wieder die Röte ins Gesicht. Ich setze mich ihr gegenüber hin und versuche, meine Fantasie zu zügeln. Sie fischt einen zerknitterten Zettel und einen Kassettenrekorder aus ihrem Rucksack. Gott, mit ihren zwei linken Händen lässt sie das verdammte Ding zweimal auf meinen Bauhaus-Tisch fallen. Sie scheint noch nie jemanden interviewt zu haben.

Verdammt! Wieso ist mir dieser Mund noch nicht aufgefallen?

Aus unerfindlichen Gründen amüsiert mich das. Normalerweise nervt mich Ungeschicklichkeit total, doch jetzt verberge ich mein Schmunzeln hinter meinem Zeigefinger und widerstehe dem Drang, das Ding für sie aufzustellen.Als sie immer nervöser wird, kommt mir der Gedanke, ihr mit einer Reitgerte auf die Sprünge zu helfen. Geschickt eingesetzt lässt sich damit auch der hektischste Mensch beruhigen. Die Vorstellung lässt mich auf dem Stuhl hin und her rutschen. Sie sieht mich an und kaut auf ihrer vollen Unterlippe. Verdammt! Wieso ist mir dieser Mund noch nicht aufgefallen?

»T…Tut mir leid. Ich mache das nicht so oft.« Das sehe ich, Baby, aber im Moment ist mir das scheißegal, weil ich immerzu deinen Mund anstarren muss. »Lassen Sie sich Zeit, Miss Steele.« Ich brauche selbst eine Weile, um meine Gedanken zu zügeln.

Soll sie sich ruhig ein bisschen winden...

Grey … reiß dich am Riemen. »Haben Sie etwas dagegen, wenn ich Ihre Antworten aufnehme?«, fragt sie. Am liebsten würde ich laut lachen. »Das fragen Sie mich jetzt,nachdem es Sie so viel Mühe gekostet hat, den Rekorder aufzustellen?« Sie blinzelt. Ich bekomme doch tatsächlich Gewissensbisse! Hör auf, dich wie ein Arschloch zu benehmen, Grey. »Aber nein, ich habe nichts dagegen«, murmle ich.

»Hat Kate, ich meine Miss Kavanagh, Ihnen erklärt, wofür das Interview ist?« »Ja, es soll in der letzten Ausgabe der Studentenzeitung erscheinen, weil ich dieses Jahr bei der Abschlussfeier die Zeugnisse überreiche.« Warum ich mich darauf eingelassen habe, weiß der Himmel allein. Sam von der PR meint, die Fakultät für Umwelttechnik der Uni in Vancouver brauche Publicity, um ähnlich hohe Spenden wie die meine an Land zu ziehen, und außerdem sei Medienpräsenz immer gut.

Miss Steele blinzelt mit ihren blauen Augen, als würden meine Worte sie überraschen. Hat sie sich denn nicht auf dieses Interview vorbereitet? Mein Interesse an ihr kühlt ein wenig ab. Ihre Uninformiertheit gefällt mir nicht. Von Leuten, denen ich meine Zeit opfere, erwarte ich mehr. »Gut. Ich habe einige Fragen an Sie, Mr. Grey.« Als sie eine Haarsträhne hinters Ohr streicht, vergesse ich meine Verärgerung. »Das habe ich mir schon gedacht«, entgegne ich trocken. Soll sie sich ruhig ein bisschen winden. Das tut sie auch, bevor sie sich zusammenreißt, sich aufsetzt und die schmalen Schultern strafft.

Dann beugt sie sich vor, drückt auf den Startknopf des Rekorders und wirft mit gerunzelter Stirn einen Blick auf ihre zerknitterten Notizen. »Für ein solches Imperium sind Sie sehr jung. Worauf gründet sich Ihr Erfolg Ihrer Ansicht nach?« Herrgott, fällt ihr nichts Intelligenteres ein? Was für eine langweilige Frage! Kein bisschen originell.

Ich plappere weiter, um mich von ihrem Mund abzulenken

Ich gebe meine übliche Antwort, dass ich ein außergewöhnliches Team von Mitarbeitern habe, dem ich vertrauen kann und das ich großzügig entlohne und so weiter und so fort … Aber letztlich, Miss Steele, beruht alles auf einer simplen Tatsache: dass ich verdammt noch mal ein Genie auf meinem Gebiet bin. Mein Metier beherrsche ich aus dem Effeff. Ich kaufe kränkelnde Unternehmen auf und bringe sie wieder auf die Beine oder verkaufe sie, wenn überhaupt nichts mehr mit ihnen anzufangen ist, an den Höchstbietenden. Man muss nur wissen, ob es sich lohnt, sie aufzupäppeln, oder nicht, und am Ende hängt das immer von den Leuten ab, die das machen. Um im Geschäftsleben Erfolg zu haben, braucht man gute Leute, und die habe ich aufgrund meiner hervorragenden Menschenkenntnis.

»Vielleicht haben Sie einfach nur Glück«, sagt sie leise. Glück?, denke ich verärgert. Glück? Das hat verdammt noch mal nichts mit Glück zu tun, Miss Steele. Eine solche Bemerkung von einem Mäuschen wie ihr? Niemand hat mir je Glück unterstellt. Harte Arbeit, gute Mitarbeiter, die ich genauestens beobachte und auch, wenn nötig, kritisiere oder erbarmungslos auf die Straße setze, wenn sie der Aufgabe nicht gewachsen sind. Das mache ich, und zwar gut. Das hat nichts mit Glück zu tun!

Um ihr meine Bildung zu demonstrieren, zitiere ich meinen amerikanischen Lieblingsindustriellen: »Die Entwicklung und das Über-sich-Hinauswachsen von Menschen sind das höchste Ziel fähiger Führung.«

»Hört sich an, als wären Sie ein Kontrollfreak«, erklärt sie todernst. Wie bitte? Vielleicht durchschauen mich diese arglosen Augen ja doch.Die personifizierte Kontrolle, genau das bin ich.» Ich übe in der Tat in allen Bereichen des Lebens Kontrolle aus, Miss Steele.« Und das würde ich hier und jetzt gern bei dir tun. Wieder errötet sie auf höchst attraktive Weise und kaut auf ihrer Lippe. Ich plappere weiter, um mich von ihrem Mund abzulenken.

Es freut mich, sie aus der Fassung gebracht zu haben...

»Außerdem erwirbt man sich große Macht, indem man seinen Traum von Kontrolle lebt.«
»Haben Sie denn das Gefühl, große Macht zu besitzen?«, fragt sie mit skeptisch gehobener Augenbraue.

Will sie mich provozieren? Rührt meine Verärgerung von ihren Fragen, ihrem Verhalten oder der Tatsache her, dass ich sie attraktiv finde? »MissSteele, ich beschäftige mehr alsvierzigtausend Menschen. Das verleiht mir ein gewisses Gefühl der Verantwortung – und der Macht, wenn Sie so wollen. Wenn ich zu dem Schluss käme, dassmichdasTelekommunikationsgeschäft nicht mehr interessiert, und ich es abstoßen würde, hätten zwanzigtausend Menschen Probleme, ihre Hypothekenzahlungen zu leisten.«

Sie sieht mich mit großen Augen an. Schon besser. Stoff zum Nachdenken, MissSteele. Ich erlange meine innere Balance wieder. »Sind Sie denn nicht dem Vorstand und Aufsichtsrat Rechenschaft schuldig?« » Das Unternehmen gehört mir. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig«, erwidere ich in scharfem Tonfall. Das sollte sie eigentlich wissen.

»Haben Sie außer Ihrer Arbeit noch andere Interessen ?«, fährt sie hastig fort, als sie meine Reaktion bemerkt. Es freut mich, sie aus der Fassung gebracht zu haben. »Eine ganze Menge, MissSteele. Und sehr unterschiedliche.« Ich stelle sie mir in meinem Spielzimmer vor: ans Kreuz gefesselt, mit gespreizten Beinen auf dem Himmelbett oder auf der Bank.

Wieder wird sie rot. Scheint ein Verteidigungsmechanismuszu sein.» Was tun Sie zum Chillen nach der Arbeit?« »Zum Chillen?« Ich grinse. Aus ihrem Mund klingt das ziemlich seltsam. Außerdem: Wann habe ich schon Zeit zum Chillen? Hat sie denn keine Ahnung, wie viele Unternehmen ich leite? Als sie mich mit aufrichtigem Blick ansieht, ertappe ich mich dabei, wie ich ernsthaft über ihre Frage nachdenke. Ja, was tue ich eigentlich zur Entspannung? Segeln, Fliegen, Ficken die Grenzen von kleinen Brünetten wie ihr ausloten und sie an die Kandare nehmen … Innerlich aufgewühlt, äußerlich jedoch umso ruhiger beantworte ich ihre Frage, ohne ihr meine Lieblingshobbys zu nennen.

Herz? Ich? O nein, Baby...

»Sie investieren in die Produktion. Warum?« »Ich schaffe gern Dinge. Mich interessiert, wie sie funktionieren,wie man sie zusammensetzt und auseinanderbaut. Und ich liebe Boote.« Schiffe transportieren Nahrungsmittel um den Globus. »Das klingt eher nach dem Herzen als nach Logik und Fakten.«

Herz? Ich? O nein, Baby. Mein Herz ist vor langer Zeit unwiederbringlich zerfleischt worden. »Möglich. Obwohl es Menschen gibt, die behaupten, dass ich kein Herz besitze.«´»Warum behaupten sie das?« »Weil sie mich gut kennen.« Ich lächle spöttisch. Eigentlich kennt mich niemand so gut, abgesehen vielleicht von Elena. Ich frage mich, was sie von der kleinen Miss Steele halten würde.

Das Mädchen ist ein einziger großer Widerspruch: schüchtern, unsicher, offensichtlich intelligent und mörderisch sexy. Ja, okay, ich geb’s zu: Die Kleine macht mich total an ...

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