Siegfried Rauch: "Bei meinen Enkeln mache ich alles wieder gut"

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Siegfried Rauch und Ehefrau Karin können nun ihr Leben genießen.
Foto: Dirk Bartling EXKLUSIV für DAS NEUE BLATT

Der Traumschiff-Kapitän im heimischen Hafen

Er zupft die Saiten seiner Gitarre, sie singt dazu. Ein herrlich idyllischer Nachmittag bei Siegfried Rauch (80) und Ehefrau Karin (70) in ihrem romantischen Bauernhof in Bayern. Dort sprachen wir mit dem Schauspieler über sein neues Leben nach dem " Traumschiff ".

Fällt es Ihnen schwer, als Kapitän in Rente zu gehen?

Siegfried Rauch: Es war eine wunderbare Zeit! Aber ist es nicht so, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist? Ich gehe mit einer Träne im Auge, aber auch mit einem großen Lachen. Denn ich hatte nie vor, irgendwann von der Brücke zu stolpern.

Jetzt freue ich mich, endlich mal wieder einen Winter zu erleben und mehr Zeit für meine Familie zu haben.

Mehr Zeit für die Familie?

Siegfried Rauch: Wenn ich ehrlich bin: Bei meinen Söhnen Benedikt und Jakob habe ich sehr viel versäumt, als sie aufgewachsen sind. Ich war ja immer zu Dreharbeiten in aller Welt. Ich möchte diesen Fehler bei meinen Enkelkindern nicht noch einmal wiederholen. Denn das Versäumte lässt sich ja leider nicht nachholen.

Herzlichen Glückwunsch übrigens…

Siegfried Rauch: Ja, ich bin vor knapp vier Monaten zum dritten Mal Opa geworden. Der kleine Xaver. Wenn er mich anlächelt, geht die Sonne auf. Als ich beim letzten Traumschiff -Dreh allein in der Kabine saß und mir meine Enkel auf dem Computer anschauen musste, war ich krank vor Heimweh.

Wie geht denn Ihre Frau damit um, wenn Sie plötzlich viel mehr zu Hause sind?

Siegfried Rauch (lacht): Das wird spannend. Erst geht die Ehe fast auseinander, weil ich nie da war. Und nun zerbricht sie fast, weil ich immer daheim bin. Nein, im Ernst: Wir haben in beinahe fünf Jahrzehnten so viel durchgestanden. Uns wirft nichts mehr aus der Bahn.

Gerade ist Ihr Buch „Käpt’ns Dinner – Wenn Träume in Erfüllung gehen“ erschienen. Sind alle in Erfüllung gegangen?

Siegfried Rauch: Ja, die meisten. Ich stand z. B. als kleiner Junge am Ammersee, sah dem großen Dampfer hinterher. Damals träumte ich davon, Kapitän zu werden. Hat geklappt. Und ich bewunderte den Weltstar Steve McQueen. Er wurde mein Freund. Ich danke Gott für mein wunderbares Leben!

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