Sind das Regelschmerzen oder eine Schwangerschaft?

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Kommt da grad die Periode oder ein Baby?
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Bekomme ich meine Tage oder doch ein Baby?

Es war einmal eine Frau, die die Pille nahm. Plötzlich, auf dem Weg nach Hause, bekam sie Schmerzen. Naja, dachte sie sich. Die Periode steht ja an. Doch weit gefehlt: Es waren Wehen.

Als Nikki Kelly ins Bad ging, wurden die Schmerzen immer stärker. Sie konnte sich kaum noch bewegen, legte sich auf den Boden. „Ich konnte mich vor Schmerzen nicht mehr rühren“, erinnert sich Kelly. „Ich hatte nur das Verlangen verspürt zu drücken. Also tat ich es. Drei mal. Dann kam mein Sohn auf die Welt.“ Sie versuchte ihren Verlobten, Aaron, anzurufen: 76 Mal innerhalb einer halben Stunde – so etwas passiert schließlich nicht jeden Tag.

„Als ich ihn schließlich erreichte, war er einfach nur baff. Dass das Babygeschrei im Hintergrund von seinem eigenen Sohn kam, konnte er nicht fassen. Das Baby, später James genannt, wog bei der Geburt etwa zwei Kilo – obwohl die 24-Jährige keine äußeren Anzeichen einer Schwangerschaft zeigte: Ihr Bauch wurde nicht dicker, ihre Regel setzte nicht aus, sie hatte keine außergewöhnlichen Gelüste. Dennoch war Kelly zum Zeitpunkt der Geburt wohl schon zwischen der 32. oder 37. Woche schwanger (also zwischen dem achten und neunten Monat), wie Ärzte später feststellten.

Was hält eine Frau von ihrem Baby, das so unerwartet kommt? „James ist in jeder Hinsicht perfekt“, sagt Kelly. Dennoch ist die überrumpelte Mutter immer noch baff, wenn sie daran denkt, wie versteckt die Schwangerschaft zustande kam, wie sie verlaufen ist.

Und wie erklären es die Ärzte? Sie verweisen auf Kellys Sportlichkeit: Zwei Mal wöchentlich geht sie ins Fitnessstudio, regelmäßig zum Bowling. Deswegen hat sie nicht den typischen Schwangerschaftsbauch entwickelt, so die wissenschaftliche Erklärung. Und was sagen sie zu der regelmäßige Einnahme der Pille als Verhütungsmittel? Nun, ganz einfach: Kelly fällt eben unter das eine Prozent, das bei dieser 99-prozentig sicheren Verhütungsmethode so selten thematisiert wird.

Ähnliche Fälle ereignen sich übrigens auch in Deutschland. Zum Beispiel hat 2010 die damals 22-jährige Andrea Rühmann abends auf dem Sofa Bauchschmerzen bekommen. Zu viel vor dem Fernseher genascht, dachte sie. Die Schmerzen wurden heftiger. Vielleicht der Blinddarm dachte sie und ihr Freund fuhr sie ins Krankenhaus. Dort stellte sich heraus: Es war kein Gummibärchen und kein Blinddarm, sondern ein Baby.

Laut Fachärzten bekommen knapp 270 Frauen im Jahr überraschend ein Kind – und das allein in Deutschland. Somit ist diese Überraschungsgeburt sogar drei Mal wahrscheinlicher, als Drillinge zu bekommen.

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