Sind neuere Pillen gefährlich?

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Neuere Antibabypillen sollen schlimmere Nebenwirkungen haben als alte

Sind neuere Pillen ungesund? Sie sollen schlimmere Nebenwirkungen haben als ältere Antibabypillen. Doch Ärzte verschreiben sie immer noch häufig. Wenn du zu den Frauen gehörst, die ein erhöhtest Thrombose-Risiko haben, solltest du die neuen Pillen auf keinen Fall nehmen!

Normalerweise sollte man denken, dass "neu" und "modern" auch gleich "besser" ist. Doch nicht so bei der Antibabypille - das ergab jetzt eine Studie, die die Techniker Krankenkasse (TK) zusammen mit der Universität Bremen letzten Freitag in Berlin vorstellte.

Für die Studie wurden Daten der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie diverse Fachartikel ausgewertet.

Wie die TK hier in einer Tabelle verdeutlicht, gibt es zur Zeit vier Generationen von Pillen auf dem Markt. Die älteren Pillen der ersten und zweiten Generation haben den Wirkstoff Levonorgestrel. Die neueren Pillen der dritten und vierten Generation enthalten die Gestagene Drospirenon, Dienogest, Chlormadinon, Desogestrel oder Nomegestrolacetat.

Die neuen Gestagene, die in den Pillen der dritten und vierten Generation enthalten sind, wurden gezielt entwickelt, um neben der Empfängnisverhütung, die bei alten und neuen Pillen gleich ist, auch gegen Regelschmerzen und Akne zu wirken. Allerdings haben sie stärkere Nebenwirkungen als die älteren Pillen:

So soll es bei den neueren Pillen ein eineinhalb bis zweimal so großes Risiko zur Bildung von Thrombosen und Lungenembolien geben.

Neun bis zwölf von 10.000 Frauen erkranken statistisch gesehen pro Jahr an Thrombosen und Embolien, wenn sie einige der neueren Pillen nehmen. Bei den älteren Pillen sind es nur fünf bis sieben von 10.000 Frauen im Jahr. "Im Vergleich dazu liegt das Erkrankungsrisiko von Frauen, die nicht die Pille nehmen, bei zwei von 10.000", schreibt die TK.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte in den vergangenen Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass bei den drospirenonhaltigen Mitteln der neueren Pillen-Generation ein erhöhtes Risiko auf Thrombosen vorliege.

Aber die alten Pillen sind auch nicht perfekt: Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, wies darauf hin, dass das Thromboserisiko bei den alten Pillen vielleicht geringer sei, dafür aber viele Patientinnen bei der Einnahme dieser Pillen Zwischenblutungen und dauerhafte Mensturationsbeschwerden hätten. Auch Akne oder unerwünschter Haarwuchs trete auf. Darum verschreiben Ärzte häufiger die neuen Pillen: die Frauen vertragen sie einfach besser.

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