Sind Sie auch schon Mode-Öko?

neu nachhaltige mode h

Grüne Trends, bedenkliche Zusatzstoffe & Öko-Siegel

Wir tragen sie ganz nah an unserer Haut. Kleidung begleitet uns. Immer. Aber wissen wir eigentlich, was wir da anhaben? Wir haben uns mit Magdalena Schaffrin und Jana Keller getroffen, den Organisatorinnen des GREENshowroom (einer nachhaltigen Modemesse mit Salonshow), und mit Ihnen über den Trend "Green Fashion" gesprochen. Außerdem: Was ist eigentlich nachhaltige Mode? Was ist in Kleidungsstücken zu finden, was nicht auf dem Etikett steht? Welche Tipps gibt es, um sich vor bedenklichen Zusatzstoffen zu schützen? Und: Welchen Gütesiegeln können wir vertrauen?Wir bringen Licht ins grüne Dunkel!

Man sieht der Mode seine Nachhaltigkeit nicht an, warum sollte man sie trotzdem kaufen?

Magdalena Schaffrin: Da gibt es natürlich tausend Gründe! Aber die Mode sollte man erst einmal kaufen, weil sie einem gefällt. Dann weil sie einen guten Preis hat und ein gutes Gewissen macht. Kurz: Weil sie einem einfach gut tut.

Jana Keller: Ich persönlich kaufe mir auch kein T-Shirt, weil es "Organic-Cotton" ist, es muss mir in erster Linie gefallen. Wenn es dann noch nachhaltig ist, dann ist das doch absolut klasse!

Gibt es trotzdem einen verbindenden Look der verschiedenen Öko-Labels?

Magdalena Schaffrin: Ökologische Mode ist heute so unterschiedlich, dass man sie zwischen anderen Stücken gar nicht mehr ausmachen kann. Es gibt völlig unterschiedliche Stile, auch die Salonshow hat gezeigt, dass nachhaltige Mode nicht mehr langweilig und gleich sein muss.

Warum braucht es eine explizit ausgeschriebene "grüne" Modenschau im Rahmen der Fashion Week Berlin?

Jana Keller: Die Mode muss leben! Es ist natürlich etwas ganz anderes, die Kleidungsstücke nur im Showroom hängen zu sehen. Grüne Mode muss in Bewegung gezeigt werden, denn das ist sie schließlich auch: Eine Strömung, die sich immer weiter entwickelt.

Recycelte Materialien, Bio-Baumwolle, Handgestricktes- wie passt das in das Berliner Fünfsternehotel "Adlon"?

Jana Keller: Der GREENshowroom passt sehr gut in ein Luxushotel. Nachhaltige Mode hat immer auch etwas mit "Slow Fashion" (Anm. d. Red.: entspricht "Mode ohne Ablaufdatum") zu tun. In einem traditionellem Hotel-Ambiente stimmt daher die Atmosphäre für langlebig angelegte Mode.

Machen Sie die "Trittbrettfahrer" unter den Öko-Kollektionen, die sich nur mit einem Image schmücken, eigentlich sauer?

Magdalena Schaffrin: Es ist ganz wichtig, dass die großen Konzerne in das Thema einsteigen. Es ist aber so: ein Schritt in die richtige Richtung ist zwar die richtige Richtung, aber auch nur ein Schritt. Folgen müssen noch viele weitere.

Textiles Vertrauen: strenge Prüfung mit Grenzwerten für Formaldehyd und giftige Farbstoffe

Global Organic Textile Standard (GOTS): mindestens 70 % der Fasern sind aus Bio-Anbau

Organic Cotton: für Baumwolle, die ohne Pestizide angebaut und ohne Chemie weiterverarbeitet wurde

Ecolabel: EU-Siegel für Textilien, die weder bei Herstellung noch Entsorgung der Umwelt schaden

Kategorien: