ModeketteSinn & Leffers-Insolvenz: Darum stirbt eine Modekette nach der anderen

Modeketten sterben: Letztes Opfer Sinn&Leffers
Modeketten sterben: Letztes Opfer Sinn & Leffers
Foto: Istock

Deutsche Modemarken sterben langsam. Eine Insolvenz reiht sich an die nächste. Primark, Zara und H&M schießen wie Pilze aus dem Boden.

Primark, Zara, H&M: Wir kennen die großen Modeketten. Immer voll und immer wechselnde Trends zu günstigen Preisen. Für viele billige Wegwerfmode, die nach ein paar Mal tragen in den Müll kommt. Dagegen stehen deutsche Marken wie Gerry Weber, Strenesse oder zuletzt Sinn & Leffers, die sich einfach nicht mehr am Markt halten können. Zu teuer und nicht mehr so trendy wie die Günstig-Marken, die in jeder deutschen Innenstadt anzutreffen sind.

Anfang September war wieder ein deutsches Modehaus dran: Sinn & Leffers, das seit 2013 zur Modekette Wöhrl gehörte, schafft es nicht mehr. Über 34 Modehäuser in ganz Deutschland sind von der Schließung bedroht. Dabei hat Sinn & Leffers alles, was der Fashion-Fan braucht: Trends, Basics und Angebote. Aber kaum jemand aus der jungen Zielgruppe betritt die Modehäuser.

Die Vielfalt stirbt und die großen Modeketten werden immer größer

In den Jahren 2010 bis 2014 ist die Zahl der Modegeschäfte laut des Handelsverbandes Textil um mehr als 3500 Geschäfte gesunken. Immer mehr kleine Ketten und Geschäfte mussten schließen, weil sie mit der Massenkonkurrenz nicht mithalten konnten. Deutsche Frauen kaufen im Jahr durchschnittlich rund 30 Kilogramm Kleidung. Doch die Konkurrenz ist groß und verschiedene Gründe spielen den Modegeschäften übel mit.

Rund 40 Prozent des Geschäfts in der Modebranche wird online abgewickelt. Wer nicht online top aufgestellt ist, hat keine Chance. Hinzu kommen Versandgebühren, die vielen Modeketten das Leben schwer machen. Wenn dann noch Marken hinzukommen - wie beispielsweise Sinn & Leffers - die Marken verkaufen, die günstiger über andere Shops im Internet zu haben sind, dann wird es noch schwieriger.

Der Aufbau eines guten, nutzerfreundlichen Onlineshops kostet Geld und Mitarbeiter. Und das haben viele deutsche Modeketten längst nicht mehr. Andere Unternehmen wie Esprit investieren in Kampagnen, um das Unternehmen jünger und trendiger erscheinen lassen. Weg von solide hin zu Hipster. Außerdem strikte Umrüstung. Esprit hat konsequent alle unprofitablen Läden geschlossen und viel Geld in Werbung investieren. Dafür hat das Unternehmen mit der Zentrale in Ratingen über 25 Millionen Euro in Marketing investiert.

Primark und Inditex gewinnen

Primark eröffnet seit 2009 immer mehr Filialen in Deutschland und setzt damit auch Ketten wie Zara und H&M zu. Preise, die teilweise so niedrig sind wie im Supermarkt sorgen dafür, dass junge Mädchen fast ausschließlich beim irischen Billiganbieter einkaufen. Aber auch Zara und H&M verkaufen ihre Kleidung inzwischen so günstig, dass sie ihre Marktführer Position weiter ausbauen können. Andere Ketten ziehen so zwangsläufig den Kürzeren. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Zahl der kleineren und mittelgroßen deutschen Modeunternehmen halbiert.

 

 

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