SM-Sex oder Fesselspielchen? Wovon wir heimlich träumen

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Weibliche Sex-Fantasien

Am Porno-Bestseller "Shades of Grey" scheiden sich die Geister: Die einen finden die deftigen Sex-Szenen übertrieben, bei anderen gerät das Kopf-Kino richtig in Fahrt.

Alle Welt spricht gerade über "Shades of Grey - Geheimes Verlangen" , den Sadomaso-Roman der britischen Autorin E L James (Goldmann, 12,99 Euro). Viele finden das Buch anregend, andere nennen die Story einer Studentin, die durch einen smarten Milliardär SM-Sex kennen lernt, pornografisch. "Es geht um Kontrolle und Kontrollverlust - damit trifft das Buch den Nerv der Zeit", erklärt der Freiburger Psychologe Konrad Lenz. "Das Thema ist für jeden nachvollziehbar. Wir müssen im Alltag funktionieren, würden das aber gern mal hinter uns lassen." Oft bleibt nur die Flucht in die Fantasie - und sie ist die beste Spielwiese. Denn bei realem Sex müssen wir uns immer auf die Reaktion des Partners einstellen, sind dadurch weniger selbstbestimmt und tabulos. "Im Kopfkino gibt es keine Risiken, aber auch keine Schranken. Wir allein bestimmen." Doch was steckt eigentlich hinter typischen Sex-Träumen ?

Fesselspielchen

Sie finden den Gedanken heiß, dass er mit einem Seil Ihre Hände bändigt oder Sie mit Handschellen "verhaftet"? "Der Kick kommt hier durch das Gefühl des sich Überlassens", sagt Konrad Lenz. Weil man sich nicht mehr frei bewegen kann und nicht weiß, was der Partner als Nächstes tun wird. "Wen das erregt, für den ist das Zusammenspiel von Macht, Hingabe und Vertrauen wichtig - und die Fesseln wirken wie ein Verstärker." Wer Fesselspiele mal ausprobieren möchte, sollte vorher feste Regeln vereinbaren. Verabreden Sie immer ein Codewort, um alles zu beenden.

Schmerzhaft schön

Wachs tropft auf die empfindsame Partie oberhalb des Pos, ein Eiswürfel schmilzt, während er die Brustwarzen umkreist, Fingernägel krallen sich eine Spur zu fest in die Haut - es gehört zu den häufigsten Fantasien, Lust und Schmerz zu mischen. "Eine natürliche Verbindung, weil Sexualität immer auch ein wenig aggressiv ist", sagt Lenz. Dabei geht es um ein intensiveres Spüren des eigenen Körpers, aber auch darum, auszuloten, welche Reize den Lustfaktor erhöhen. Der Kopf gibt uns das in der Fantasie sehr gut vor, warum also nicht mal testen?

Sex zu dritt

Eine Frau, die davon träumt, mit zwei Männern im Bett zu sein, sehnt sich nach Ekstase, nach dem Gefühl des "Mach's mir!". Man sieht sich als aktives Lustobjekt, das Spaß haben, aber auch geben will. "Häufig geht es bei dieser Fantasie um das Zusammenspiel von Sex und Emotionen. Vielleicht, weil das erotische Erleben mit dem Partner als zu mechanisch empfunden wird", so Konrad Lenz. In inneren Bildern mit Sex-Orgien drückt sich häufig der Wunsch nach einer Sexualität aus, die leicht ist und unkompliziert, wo der Verstand ausgeschaltet werden darf.

Abenteuer mit einem Fremden

Wilder Sex mit einem Unbekannten? Den Sie sich einfach nehmen, wie es Ihnen passt? Neun von zehn Frauen träumen laut einer englischen Studie davon. "In dieser Fantasie geht es um puren Sex ohne Geplänkel. Um die Aufregung, wenn nichts geplant und alles anonym ist", sagt der Psychologe. Man begibt sich in fremde Hände und bestimmt doch selbst die Regeln. "Wer den Gedanken daran als stimulierend empfindet, steckt vielleicht in einer stressigen Phase, wünscht sich, selbst handeln zu können." Prickelnd sind die vielen Varianten. In Ihrem Kopfkino können Sie beliebig den "Hintergrund" wählen - die Stellung, den Ort oder ob Zuschauer dabei sind.

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