Schlank sein ohne QualSo habe ich mich endlich aus meinem selbstgebauten Diät-Gefängnis befreit

Ich habe endlich einen Weg gefunden auch glücklich abzunehmen
Ich habe endlich einen Weg gefunden mit meinem Gewicht glücklich zu sein
Foto: Istock

Möglichst wenig essen, abnehmen, die Zahl auf der Waage runterbringen: Jahrelang kreisten rund 50 Prozent meiner Gedanken am Tag nur darum, wie ich möglichst schnell möglichst dünn werden kann. Dieses Gedankenkarussell drehte sich selbst nachts, wenn ich einschlafen wollte. Was ess ich morgen zum Frühstück, damit ich mir noch ein Mittagessen gönnen kann, wie übersteh ich den Nachmittag ohne Snack? Genau diese Gedanken habe nicht nur ich mir gemacht. Damit war ich nicht allein. Denn auch, wenn viele Frauen nicht wissentlich essgestört sind, ist diese Spirale aus weniger essen, abnehmen und zunehmen und den ständigen Gedanken an Essen, alles andere als gesund.

Ich sehe ganz normal aus. Mein BMI liegt mit 22 bis 23 in einem ganz normalen und gesunden Bereich. Trotzdem habe ich mich lange Zeit nicht gut gefühlt. Warum? Weil alle immer viel dünner sind. Da gibt es die Freundin, die es mal wieder geschafft hat 5 Kilo abzunehmen, das tolle Kleid, das nur in Größe 36 so richtig gut aussehen würde und die ganzen Frauen auf Instagram und Co. All diese Dinge haben mich jahrelang fast in den Wahnsinn getrieben.

Doch dann eines Tages kam wie aus dem Nichts ein neuer Gedanke dazu: Was wenn ich mein Gewicht einfach halte und damit glücklich werden kann? Denn mal ehrlich: Ich mache Diäten seit ich 14 Jahre alt bin, ich fühle mich immer wieder schlecht in Umkleidekabinen und ich denke viel zu viel an Essen und Sport! Und genau das nimmt mir Raum für andere tolle und glückliche Gedanken.

Deshalb habe ich mir selbst 3 Regeln aufgestellt, um mich aus meinem selbstgebauten Diät-Gefängnis zu befreien:

Nicht mehr in Extremen leben

Heute esse ich nichts! Genau das habe ich mir in den letzten Jahren so oft gesagt. Und was ist passiert? Sobald mich ein Stückchen Schokolade an diesem Tag schwach gemacht hat, habe ich mir gedacht: Jetzt ist doch eh alles egal. Und schwupp war die ganze Tafel verschwunden. Dabei hätten mir 3 Stücke wahrscheinlich auch gereicht. Aber weil mich meine mangelnde Disziplin schon bei einem Stückchen so aus der Bahn geworfen hat, hab ich danach total die Kontrolle verloren. Das passiert mir heute nicht mehr. Lieber esse ich jeden Tag gleich viel, als einen Tag nichts und am nächsten Tag umso mehr.

Ich kann genießen

Ein schlechtes Gewissen schon beim Essen war bei mir Standard. Aber mein Leben ist zu kurz um mich ständig bei etwas, das ganz normal ist, schlecht zu fühlen. Essen gehört zum Leben dazu und deshalb sollte man es genießen. Und egal, ob es ein Stück Kuchen oder ein Apfel ist. Du isst es sowieso, dann zelebriere es auch gefälligst!

Kein Vergleich mehr

Was mir am meisten gebracht hat, war, dass ich aufgehört habe nach anderen Menschen zu schauen. Mein Körper sieht aus, wie es aussieht. Und er wird niemals so aussehen wie bei einem Model auf Instagram. Und auch, wenn meine Freundin gerade vielleicht 5 Kilo abgenommen hat und ich ein bisschen neidisch bin, hab ich vielleicht in letzter Zeit ganz viel genossen und mein Gewicht einfach gehalten. Anstatt wie sie mit knurrendem Magen ins Fitnessstudio zu gehen. Sei stolz auf dich und wie du aussieht, denn du und dein Körper, ihr seid einzigartig!

Seitdem ich diese drei Regeln in meinem Alltag beachte, habe ich zwar nicht abgenommen, aber mein Gewicht gehalten. Und das ist für mich okay. Ich fühle mich wohl mit Essen und kann endlich - vielleicht sogar zum ersten Mal in meinem Leben - genießen. Und das macht mich nicht nur zufriedener, sondern gibt mir ganz viel Raum um mich mit anderen Dingen als mit Essen und meinem Gewicht zu befassen!

 

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