So haben Krampfadern keine Chance

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Beine hochhalten ist gut für die Venen. Dann kann sich das Blut nicht stauen und fließt leichter zum Herzen zurück
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Bei 90 Prozent der Deutschen werden die Venen im Laufe des Lebens schwächer. Doch Sie können viel tun, um sie zu stärken und Krampfadern vorzubeugen

Ach, wie schön: hinlegen und die Beine hoch! Sie müssen nicht gleich die Füße in die Luft strecken – es genügt, wenn Sie abends die Beine auf einen Hocker legen. Wer es sich auf diese Art gemütlich macht, gönnt den Venen eine Verschnaufspause. Denn die müssen tagtäglich das Blut aus den Füßen anderthalb Meter hoch zum Herzen pumpen. Und das ist umso mühevoller, dje schwächer die Venen sind. Darum sollten wir sie stärken.

Volkskrankheit VenenschwächeJede fünfte Frau und jeder sechste Mann zwischen 18 und 79 Jahren, über elf Millionen Menschen, haben Probleme mit den Venen. Oft sind schwere Beine, geschwollene Füße und Knöchel , nächtliche Wadenkrämpfe oder schmerzende Beine erste Warnsignale. Gehen Sie bei Beschwerden zum Venen-Spezialisten, dem Phlebologen. Als Risikofaktoren gelten: über 50 Jahre alt, weiblich, Schwangerschaft , Krampfadern in der Verwandtschaft.

Besenreiser sind harmlosFeine Venen, die blau und rot unter der Haut durchschimmern und aussehen wie Ästchen eines Kehrbesens, nennt man Besenreiser. Das sind kleine Krampfäderchen, sie können auf eine Venenschwäche hinweisen und zu richtigen Krampfadern werden. Doch meist sind sie harmlos, ein kosmetisches Problem. Nur bei sechs Prozent steckt ein Venenleiden dahinter.

Krampfadern behandeln!Schlimm sind sichtbare Krampfadern (Varizen). Die Erkrankung ist meist fortgeschritten, so der Experte. Normalerweise fließt das Blut über die Venen zum Herzen. Venenklappen verhindern den Rückfluss nach unten. Schließen sie nicht richtig, staut sich das Blut. Die Venen leiern aus. Das kann mit allen Venen passieren, am häufigsten trifft es die oberflächlichen Venen der Beine. Machen Krampfadern schon Beschwerden, müssen sie behandelt werden: mit Stützstrümpfen oder einer OP .

Der Venenstau macht Ödeme Häufige Komplikation bei Krampfadern ist der Venenstau, die chronisch-venöse Insuffizienz (CVI). In den Gefäßen entsteht dann eine Art Bluthochdruck , dadurch werden die Venen undicht, Flüssigkeit tritt aus und in das umliegende Gewebe. Durch die Wassereinlagerung entstehen Schwellungen, Ödeme. Zudem wird das Bein nicht mehr richtig mit Blut versorgt. Es kommt zu Entzündungen. Die Haut verhärtet, verdickt sich. Schlimmstenfalls bilden sich Geschwüre (offenes Bein). Helfen Stützstrümpfe und OPs nicht gegen die geschwollenen Beine lindern Tabletten die Ödeme und die Entzündung.

Venenthrombose : ein Fall für den ArztWenn sich Blut in Gefäßen staut, können leicht Gerinnsel auftreten. Zweites häufiges Venenproblem ist die Beinvenenthrombose. Hier verschließt ein Blutgerinnsel (Thrombus) das Blutgefäß. Jedes Jahr erkrankt einer von 1 000 Deutschen. Gefahr besteht z. B. nach Verletzungen und bei Krankenhausaufenthalten. Das Bein tut bei Druck und beim Gehen weh? Thrombosestrümpfe helfen. Der Arzt verschreibt blutverdünnende Medikamente, die vor Gerinnseln in anderen Organen (z. B. der Lunge, Lungenembolie) schützen.

Vorbeugen: Venen entlastenViele Venenleiden sind genetisch bedingt, doch man kann auch gegensteuern. Wichtig ist, eine Überbelastung der Venen zu vermeiden. Tragen Sie bequeme Schuhe und Kleidung, die nicht einschnürt. Starkes Pressen auf der Toilette ist nicht gut für das Venensystem. Sinnvoll ist, Übergewicht zu vermeiden. Schwimmen ist ideal, denn durch den Wasserdruck von außen werden die Venen zusammengedrückt und leiern nicht aus.

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