So heilst du deine Infekte selbst - mit pflanzlichen Antibiotika

salbei h
Pflanzliche Mittel helfen bei Alltagsbeschwerden
Foto: iStock / Food & Foto

Pflanzliche Mittel sind oftmals besser als Medikamente

Sie gelten als Wunderwaffe der Medizin: Antibiotika. Doch viele Studien zeigen, dass pflanzliche Mittel bei Alltagsbeschwerden oft überlegen sind.

Als der Brite Alexander Fleming vor fast 100 Jahren das Penizillin entdeckte, schrieb er damit Medizingeschichte: Seitdem haben Forscher die sogenannten Antibiotika immer weiter entwickelt – und damit unzählbare Leben gerettet. Denn die chemischen Mittel gelten bei schweren Bakterien-Infektionen wie einer Lungenentzündung oder Blutvergiftung als einzig wirksames Mittel. Doch dieser Erfolg hat auch seine Schattenseiten: Das beliebte Medikament wird häufig auch bei leichteren Erkrankungen wie einer Virus-Grippe verschrieben – doch da sind sie wirkungslos, können sogar schaden. Denn Antibiotika zerstören auch die lebenswichtigen Milchsäurebakterien im Darm, was noch Jahre später zu Pilzerkrankungen, chronischer Müdigkeit oder Allergien führen kann.

Zudem fördert die häufige und oft zu kurze Einnahme die Entstehung von Resistenzen: Krankheitserreger werden immun gegen die Arznei, und diese verliert ihre Wirksamkeit. Genau hier kommen die „grünen Antibiotika“ ins Spiel. Die pflanzliche Medizin hilft nicht nur gegen Bakterien – wie klassische Antibiotika es tun –, sondern auch bei Viren und Pilzen. Außerdem lässt sie sich gezielter einsetzen: Jede Pflanze besitzt eine eigene Wirkstoffkombination, die sich jeweils für die Anwendung bestimmter Beschwerden eignet – und das ohne Nebenwirkungen. Wir stellen dir die neun besten Naturheilmittel vor.

Eukalyptus gegen Entzündungen

Etwa zu 70 Prozent besteht das ätherische Eukalyptus-Öl aus Cineol, das stark entzündungshemmend, schleimlösend und antiviral sowie antibakteriell wirkt. So zeigte sich in Studien: Patienten verspürten schon nach vier Tagen eine Milderung der Sinusitis-Symptome wie Fieber, Kopf- und Gesichtsschmerzen. Entzündungsprozesse in Nase, Hals und Bronchien gingen deutlich zurück. Einnahme und Dosierung 3-mal täglich 1 Kapsel

Kresse heilt sanft die Blase

Besonders in Kombination mit Meerrettich ist Kapuzinerkresse stark in der Therapie und der Vorbeugung von Harnwegsinfekten. Laboruntersuchungen der Uni Freiburg haben zudem gezeigt, dass die enthaltenen Senföle gegen 13 Bakterienarten eine ausgeprägte hemmende Wirkung entfalten, darunter Problemkeime wie MRSA (häufigster resistenter Krankenhauskeim) und E. coli. Einnahme und Dosierung „Angocin Anti-Infekt N“ (Apotheke), 3- bis 5-mal täglich 4–5 Tabletten.

Thymian befreit die Atemwege

Bei Husten wirkt sein Öl Thymol stark antimikrobiell gegen Bakterien und Viren. Die enthaltenen Flavonoide mildern Hustenkrämpfe, die Terpene erleichtern das Abhusten. Mehrere klinische Studien konnten nachweisen, dass die Einnahme pflanzlicher Kombipräparate (z. B. mit Primelwurzel) die Krankheitsdauer verkürzt. Einnahme und Dosierung 1 TL Thymiankraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, 3 Tassen täglich trinken.

Kamille für den Bauch

Die weltweit am häufigsten verwendete Heilpflanze löst dank ihrer Inhaltsstoffe Apigenin und Quercetin Krämpfe im Magen-Darm-Trakt und hemmt gleichzeitig das Wachstum von Bakterien. Einnahme und Dosierung 2 TL Kamillenblüten (Apotheke) mit 1 Tasse heißem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, 4-mal täglich trinken.

Süßholz schützt den Magen

In der Wurzel findet sich viel Glycyrrhizin. Dieser Stoff lindert Entzündungen und bekämpft Helicobacter-Bakterien, die Hauptverursacher einer Gastritis. Einnahme und Dosierung 1 TL getrocknete Wurzel (Apotheke) mit 150 ml heißem Wasser aufgießen. 10 Minuten ziehen lassen. 3 Tassen täglich. Maximal für 4 Wochen.

Bartflechte lindert Mandelentzündungen

Die an Bäumen in Nordeuropa wachsende Flechte enthält die antibiotisch wirksame Usninsäure und wird daher erfolgreich gegen Streptokokken und Staphylokokken eingesetzt. Diese zwei häufigen Bakterienarten sind etwa für Mandel- und Nasennebenhöhlenentzündungen verantwortlich. Einnahme und Dosierung 3-mal täglich 3–4 ml Bartflechten-Tinktur (Apotheke) mit etwas Wasser einnehmen.

Salbei stoppt Keime

Seine ätherischen Öle Thujon, Cineol und Kampfer und der antibiotische Bitterstoff Salvin verhindern das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen in Hals und Rachen. Bei experimentellen Studien wurde sogar eine hemmende Wirkung auf das Herpesvirus (Herpes simplex) nachgewiesen. Einnahme und Dosierung 1 TL Salbeiblätter mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 3 Minuten ziehen lassen, abseihen. 3 Tassen täglich.

Honig für gesunde Haut

Nicht nur lecker, sondern auch wirksam gegen Bakterien: Der neuseeländische Manuka-Honig (Apotheke/Reformhaus) ist bei der Behandlung von oberflächlichen Haut-Wunden, wie Abschürfungen oder leichten Schnitt-Verletzungen, effektiver als Antibiotika. Haushalts-Honig aus dem Supermarkt eignet sich nicht als Heilmittel bei Wunden, weil er nicht steril ist – es besteht Infektions-Gefahr! Einnahme und Dosierung Sterile Kompresse mit Honig bestreichen, auf die Wunde kleben. Verband alle 6–8 Stunden erneuern.

Isländisch Moos hemmt Reiz

Bereits im 17. Jahrhundert entdeckten die Isländer die Strauchflechte als Heilpflanze. Studien zufolge wirken die enthaltenen Zuckerstoffe bei Entzündungen im Mund und Rachenraum sowie bei trockenem Husten reizmildernd, indem sie sich wie eine Schutzschicht über die Schleimhäute legen. Einnahme und Dosierung Mehrmals täglich 1–2 Sprühstöße eines Hals- und Rachensprays (z. B. von Tetesept, Apotheke/Drogerie) in den Rachenraum geben.

Video: Mythos - Antibiotika machen hormonelle Verhütungsmittel unwirksam >>>

Kategorien: