So kommen Sie schneller an einen Arzttermin

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Wählen Sie am Vor- oder Nachmittag einen Arzttermin. So vermeiden Sie die Stoßzeiten.
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Wertvolle Tipps

Kassenpatienten müssen oft lange Wartezeiten für einen Arzttermin ertragen. Die besten Tricks, wie man die Dinge in der Arztpraxis nicht nur im Notfall beschleunigen kann.

Wer einen Arzttermin will, braucht viel Geduld. Im Schnitt warten Kassenpatienten 35 Tage auf einen Termin beim Facharzt. Privat Versicherte werden oft bevorzugt, weil sie dem Mediziner mehr Geld einbringen. Für das kommende Jahr ist zwar ein Gesetz geplant, das Kassenpatienten einen Termin innerhalb von vier Wochen garantiert. Doch mit unseren Tipps verkürzen Sie Ihre Wartezeit für einen Arzttermin jetzt schon:

1. Einen Notfall ankündigen

Sie leiden z. B. unter Atemnot, akuten Schmerzen oder hohem Fieber? Sagen Sie dies gleich beim Anruf oder bei der Ankunft in der Praxis. Dann darf die Sprechstundenhilfe (MFA) Sie nicht abweisen. Notfälle werden zudem vorgezogen. Bei akuter Atemnot empfiehlt sich allerdings auch die direkte Wahl des Notrufs. Zu dem sollte man auf keinen Fall seinen Arzt belügen und einen Notfall vortäuschen.

2. Die Stoßzeiten meiden

Die meisten Patienten wünschen sich einen Arzttermin frühmorgens oder nach 17 Uhr. Auch die Mittagspause wird von Arbeitnehmern gern für Arztbesuche genutzt. Wer zeitlich ungebunden ist, sollte deshalb den Vor- oder Nachmittag auswählen. Die Wartezeit auf einen Arzttermin - und in der Arztpraxis - ist dann kürzer.

3. Bei Absage einspringen

Wenn Sie zeitlich flexibel sind, können Sie die Sprechstundenhilfe darum bitten, Sie anzurufen, sobald ein Patient einen früheren Arzttermin absagt.

4. Arztrezept bestellen

Sie brauchen ein Rezept für Ihre Medikamente? Dafür ist kein Termin nötig. Rufen Sie in der Praxis an, damit man es dort bereitlegt. Falls Sie sich den Weg sparen möchten, können Sie dem Arzt Ihre Versichertenkarte und einen frankierten, an Sie adressierten Briefumschlag schicken - so kann er Ihnen das Rezept zusenden.

5. Terminservice nutzen

Viele Krankenkassen bieten an, Arzttermine für ihre Versicherten zu vereinbaren. Die Anmeldung ist meist im Internet oder per Telefon möglich. Vorteil: Laut einer aktuellen Auswertung der DAK bringt dies eine Zeitersparnis von bis zu 77 Tagen (!) bei Fachärzten. Nachteil: Man kann sich den Arzt nicht selbst aussuchen.

6. Hilfe vom Hausarzt

Bitten Sie Ihren Hausarzt, Ihnen ein Schreiben für den Spezialisten mitzugeben. Noch besser ist es, wenn die Sprechstundenhilfe Ihres Hausarztes beim Facharzt anruft und dort einen Termin vereinbart.

7. Kosten selbst übernehmen

Werden Sie für einen schnellen Azttermin "Privatpatient auf Zeit": Bezahlen Sie einzelne Behandlungen selbst. Oder vereinbaren Sie mit Ihrer Kasse, dass Sie ein Quartal lang die Kosten für bestimmte Leistungen übernehmen. Auf Antrag wird Ihnen später der gesetzliche Anteil zurückerstattet. Das lohnt sich bei Psychotherapie - diese wird meist komplett bezahlt.

Ihr gutes Recht

Sie haben einen Arzttermin, sitzen aber stundenlang im Wartezimmer? Nach 30 Minuten können Sie einen Ersatztermin verlangen. Wenn es in dieser Praxis immer länger dauert, können Sie sich bei Ihrer Ärztekammer beschweren (www.bundesaerztekammer.de).

Wo warten Patienten am längsten?

Bei Orthopäden: Fachärzte für Erkrankungen der Knochen und Gelenke sind Spitzenreiter. Sie lassen gesetzlich Versicherte bis zu einem halben Jahr auf einen Termin warten.

Bei Gynäkologen: Viele Frauenarzt-Praxen sind überlastet - das bedeutet bis zu vier Monate Wartezeit!

Bei Augenärzten: Patienten müssen sich bei diesen Fachärzten bis zu drei Monate gedulden.

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