Avocado-BoomSo sorgt unser Avocado-Konsum für die Abholzung in Mexiko

Die Lust auf Avocados ist extrem gestiegen
Die Lust auf Avocados ist extrem gestiegen
Foto: Istock

Der Hunger auf Avocados ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Jetzt warnen Umweltschützer, dass unser Avocado-Konsum der Umwelt schaden könnte.

Ob auf Instagram, in coolen Cafés oder als Smoothies: Avocados sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Vor ein paar Jahren kannte man die grüne Frucht, die hauptsächlich aus Mexiko und anderen südamerikanischen Staaten kommt, kaum.

Erst seit einige Köche und Foodblogger die Avocado für sich entdeckt haben, ist die Nachfrage gestiegen. Und das hat Folgen für die Produktionsländer, über die wir uns als Konsumenten kaum Gedanken machen.

Wir wollen Avocados - um jeden Preis?

Die Aufzucht von Avocados ist nicht einfach. Die Schösslinge müssen in einem dunklen Raum gezogen werden. Weil sie so anfällig sind, muss ein Wirt - zum Beispiel der Schössling eines Apfelbaums - ihn "beherbergen", bis die Avocadopflanze auch allein lebensfähig ist.

Wenn diese "OP" geglückt ist und sich die Sprösslinge verbunden haben, werden sie in den Boden gesetzt. Der muss steinfrei sein, außerdem muss die Pflanze mit einer Art "Sunblocker" behandelt werden.

Der Wasserverbrauch ist ernorm:  Für die Aufzucht von einem Kilo Avocados braucht man rund 1000 Liter Wasser. Für ein Kilo Tomaten sind es rund 180 Liter. Wenn man sich vorstellt, dass allein in den USA schon 2013 500.000 Tonnen Avocados konsumiert wurden, kann man sich kaum vorstellen, wie viel Wasser für den Anbau von Avocados benötigt wird.

Unsere Lust auf Avocados führt zur Abholzung in Mexiko

„Pro Jahr werden 1500 bis 4000 Hektar Wald gerodet, um Platz für Avocado-Felder zu schaffen“, sagt Jaime Navia von der mexikanischen Umweltschutzorganisation Gira. Auch der Einsatz von Pestiziden, um Avocados überhaupt züchten zu können, ist nachteilig für die Anbaugebiete und die Menschen, die in ihnen leben. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Anbaufläche in Mexiko von 95.000 auf 134.000 Hektar vergrößert.

Vor allem durch illegale Abholzungen wird Platz für Avocadofelder geschaffen. Und mit dem Wald wird auch die Gemeinschaft zerstört. Denn 80 Prozent der Wälder gehören Dorfgemeinschaften. Sie kümmern sich im sozialen Gefüge um die Bäume. Jeder kann anbauen, was er will. Die Verwaltung ist gemeinschaftlich. Werden diese Wälder an große Agrarunternehmen verkauft oder illegal gerodet, zerbricht auch die finanzielle und soziale Grundlage der Dorfgemeinschaften.

Das Problem mit der Avocado

Bei einer Ananas oder Mango wissen inzwischen viele Käufer, dass zu viel davon nicht besonders gut für unsere Umwelt ist. Denn Ananas und Mango müssen importiert werden. Das heißt, sie werden per Schiff oder Flugzeug nach Deutschland gebracht. Dass das eine schlechte CO2-Bilanz fördert, ist ja eigentlich jedem klar. Bei der Avocado ist das bislang noch anders. Die Avocado ist neben Quinoa und Chiasamen unser liebstes Superfood. Sie ist gesund. Das stimmt. Gute Fettsäuren und jede Menge Vitamine. Das ist super - nur nicht für die Umwelt.

Wem jetzt gerade der Bissen vom Avocado-Toast im Hals stecken bleibt: Iss ruhig weiter. Wer ab und zu eine Avocado isst, ist nicht gleich ein Verbrecher. Wer seinen Avocado-Konsum überdenkt, tut schon viel. Muss es wirklich alle zwei Tage eine Avocado sein. Oder reicht es vielleicht auch ein Mal wöchentlich oder sogar alle zwei Wochen. Wer Avocados in Maßen isst, der tut nichts Schlimmes.

 

 

 

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