So werden Sie zur Shopping-Queen

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Shopping-Queen
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Tipps für alle Shopping-Typen

Macht Einkaufen wirklich happy? Ja, aber nur, wenn Du ein Händchen für die Teile hast, die dir langfristig Spaß bringen. Aber keine Sorge: Wir greifen dir unter die Arme – und zeigen, wie selbst schwierige Shopping-Typen immer die richtige Wahl treffen. Plus: Inwiefern gute Laune auch abseits der Ladentheke käuflich ist.

Die Frust-Shopperin

Eins vorab: Natürlich schlummern in jedem von uns mehrere Shopping-Typen. Dieser ist allerdings besonders weit verbreitet. Die klassische Frustkäuferin denkt: Das habe ich mir verdient! Und liebt das wohlige Gefühl, wenn sie den neuen Kaschmir-Cardigan streichelt. Leider ist die Euphorie schneller verpufft, als das Geld vom Konto abgebucht ist.

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Was steckt dahinter?

Hier will jemand von Problemen ablenken. „Das kann akuter Frust sein, etwa ein Streit mit dem Partner, oder angestaute Wut, wie das Gefühl, im falschen Job zu sein“, sagt Geld-Coach Nicole Rupp (geldbeziehung.de). Klar ist es verlockend, sich die negativen Gefühle von der Verkäuferin wegschmeicheln zu lassen. Aber: „Ein Frustkauf macht nie dauerhaft glücklich, weil er einen stets an die miese Laune erinnert, die man dabei hatte.“

Happy-Lösung

Kennst Du das auch? Dann bereite dich JETZT auf die nächste Frustattacke vor! „Überlege, was Du gerne tust, und und mache lieber das, bevor du deinen Geldbeutel zückst“, rät Rupp. Beispiele: mit Freunden kochen, tanzen, ins Kino gehen. Klar, das ist oft ebenfalls kein kostenloses Vergnügen. Aber eines, das nachwirkt. Wer auf neue Klamotten nicht verzichten mag, kann auch Ausrangiertes „upcyceln“, also etwa mit Nieten aufpeppen – ein Mega-Trend!

Die Wiederholungstäterin

Typisch für diese Frau ist folgendes Szenario: Sie entdeckt einen extravaganten Jumpsuit. Nimmt ihn aber nicht mit. Sie lässt sich süße Pailletten­shorts zurücklegen. Holt sie jedoch nie ab. Dafür kommt sie mit einem schlichten Ringelshirt nach Hause, von denen sie schon zehn Stück hat.

Was steckt dahinter?

„Veränderung ohne Veränderung“ nennt Geld-Coach Nicole Rupp dieses Kaufverhalten. Man möchte mal etwas anders machen, etwas Ausge-fallenes probieren, traut sich am Ende aber doch nicht. Also greift man lieber zu dem, von dem man ganz sicher weiß: Das passt auf jeden Fall!

Happy-Lösung

Wohlfühlen ist gut, sich herausfordern manchmal besser. Nicole Rupp rät, Mut zu beweisen – und das schräge Trendteil einfach mal auszuprobieren. „Nur skann man sich weiterentwickeln“, sagt die Expertin. Womöglich merkst du dann nämlich: „Mensch, darin fühle ich mich echt lässiger!“ Und wenn du im Maxikleid feststellen: „Och nö, im Ringelshirt bin ich doch mehr ich“ – auch gut! Dann wissen Sie es wenigstens genau. Tipp für Online-Shopper: den Warenkorb zum Schluss mit dem Inhalt des Schranks vergleichen. Alles, was sich doppelt, fliegt rigoros wieder raus!

Die Unentschlossene

Nehme ich die Röhre oder die Boyfriend-Jeans? Ist die Jacke zu pink, der Rock zu kurz? Solche Fragen stellt sich dieser Shopping-Typ permanent – und geht nach langem Hin und Her doch wieder mit leeren Händen nach Hause.

Was steckt dahinter?

„Erfolg setzt voraus, dass man Entscheidungen treffen kann“, erklärt Rupp. Wer also ewig über einem Kauf brütet, ist womöglich auch sonst jemand, der sich alle Optionen offenhält. Oder er scheut Trennungen, in diesem Fall von Alternativen. Oder ganz einfach: Er ist nicht überzeugt.

Happy-Lösung

„Die Fähigkeit, sich zu entscheiden, lässt sich am besten in alltäglichen Situationen trainieren“, sagt die Expertin. Beispiel: Bestelle im Restaurant ganz bewusst das Erste, was dich spontan anspricht – und klapp die Karte danach sofort zu. Fürs Shoppen selbst gilt: Mache dir einen Fahrplan. Was für ein Outfit brauchst du genau? Wozu muss es passen? Welche Farben scheiden aus? Wie viel darf es kosten? „Schreibe alle Kriterien auf einen Zettel und nehme ihn mit“, empfiehlt Rupp. Wirst du dennoch nicht fündig, stimmt womöglich das Setting nicht – der Shop ist zu trashig, die Musik zu laut, die Verkäuferin zu trendy. Dann heißt es: ab in den nächsten Laden!

Die Perfektionistin

Sie weiß genau, wie ihre neue Jeans aussehen soll, und braucht daher ganz viel Zeit. Um in jede Boutique zu stromern, sich online durch alle Varianten zu klicken und Pros und Kontras aufzulisten. Trotzdem kauft sie immer eins mit: das dumpfe Gefühl, zur Falschen gegriffen zu haben.

Was steckt dahinter?

„Einkaufen ist für diese Frau Stress“, sagt Geld-Beziehungs-Coach Rupp. Das bekommt nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Begleitung zu spüren. Und die Verkäuferin. Denn ein Kauf befriedigt sie im Grunde nie – da ihr Problem tiefer sitzt: Sie hat den Anspruch, alles richtig zu machen. „Selbst zu Hause fragt sie sich noch, ob sie wirklich das beste Teil erwischt hat.“

Happy-Lösung

Geht dir das manchmal genauso? Dann müsst du wohl oder übel lernen, ein bisschen lockerer zu werden und die (meist überzogenen) Ansprüche etwas runterzuschrauben. „Das heißt aber natürlich nicht, dass du faule Kompromisse machen sollst“, erklärt die Expertin. Kriterien, die dir wirklich wichtig sind, sollten schon noch erfüllt sein (siehe „Die Unentschlossene“). Ob das stylischste Smartphone hingegen tatsächlich die besten Features hat, wirst du nie rauskriegen – aber beim Vergleichen umso mehr Zeit verlieren. Und, mal ehrlich: Das kannst du dir wirklich sparen.

Die Spontankäuferin

Sie shoppt mit einer Mission: Ein Wintermantel muss her, dringend. Doch dann kauft sie hier eine süße Bluse. Dort eine filigrane Kette. Zwei Shops weiter noch einen Dreierpack Shirts. Und gegenüber sexy Pumps. Abends kommt sie mit vollen Tüten nach Hause. Aber ohne Wintermantel.

Was steckt dahinter?

„Den Sammeltrieb trägt jeder in sich“, sagt Nicole Rupp. Wir kaufen lieber irgendwas statt nichts. Dabei lassen wir uns von der Situation leiten: Vielleicht war unsere Laune so gut, dass wir sie mit neuen Stiefeln zelebrieren wollten. Oder wir standen so lange im Laden, dass es sich falsch angefühlt hätte, ohne eine Einkaufstüte wieder zu gehen. „Bei einem Spontankauf ist unsere Euphorie in aller Regel nur auf einem mittelmäßigen Niveau“, erklärt die Expertin.

Happy-Lösung

Statt sich auf Shopping-Diät zu setzen (Achtung,Jo-Jo-Effekt!), zügle dich lieber punktuell. Sprich: Mal Nein zum x-ten Kleid sagen, obwohl die Verkäuferin „Fantastisch!“ ruft. Und sich fragen: Freue ich mich wohl in sechs Wochen noch darüber? Ist die Antwort Nein, Finger weg! Übrigens: Statt zig Kleinigkeiten zu kaufen, ist es besser, auf Besonderes zu sparen wie die It-Bag oder ein Paar Designerschuhe. Das macht stolz, nach Monaten noch. Oder du leitest den Spaß am spontanen Shoppen einfach um – und machst damit anderen eine Freude. Wie war das? Wollte deine beste Freundin nicht schon lange diesen schicken roten Gürtel haben? Na, kommen: Greifen doch zu!

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Nicht nur beim Shoppen gilt: Glück ist durchaus käuflich! Fünf Strategien, wie Sie Ihr Geld so investieren, dass ein gutes Gefühl dabei herausspringt.

1) Erfahrungswerte

Egal, ob du zehn oder 10.000 Euro ausgibst: Erlebe etwas, vom Wellness-Tag bis zur Weltreise, macht das laut diverser Studien länger glücklich, als wenn du dir vergleichbar teure Dinge anschaffen würdest. Außerdem bereust du es seltener. Aber was macht das perfekte Erlebnis aus? Die kanadische Psychologin Elizabeth Dunn und der Harvard-Professor Michael Norton raten in ihrem Buch „Happy Money“ dazu, auf drei Dinge zu achten: Das Ganze sollte eine „einmalige Chance“ sein, Sie mit Gleichgesinnten zusammenbringen – und zu einer guten Story taugen.

2) Weniger ist mehr

Du bist Kölner, warst aber nie auf dem Dom? Kein Wunder: Was man immer haben kann, ist uninteressant. Genau wie das, was man ständig tut. Dazu kommt: Je mehr du besitzst, desto weniger kannst du dich für Neues begeistern. Dunn und Norton empfehlen, den Gewöhnungseffekt umzudrehen – und schöne Erlebnisse wieder besonders zu machen. Heißt: Gönne dir nicht ständig den Latte to go oder die Maniküre, sondern nur ab und zu. So genießen du es viel mehr, wenn (endlich!) wieder „Latte-Tag“ ist. Was besonders happy macht: Dinge konsumieren, die bald nicht mehr zu haben sind. Beispiele: der Kinofilm, der zum letzten Mal läuft, oder das Paar Schuhe, das es in der ganzen Stadt nur noch in einem einzigen Laden gibt.

3) Zeitmanagement

Wir warten ewig auf Bus oder Bahn, statt schnell Taxi zu fahren, oder rennen stundenlang durch die Stadt, nur um ein paar Euro zu sparen. Dabei wünschen wir uns vor allem eins: mehr Zeit. Paradox, finden Dunn und Norton. Sie plädieren dafür, sich nicht mit Langweiligem wie Bügeln die Laune zu verderben, sondern sich so oft es geht freizukaufen – und knittrige Blusen in die Reinigung zu geben. Aber nicht, um in der freien Zeit die Bude zu putzen, sondern um Schönes zu erleben. Wolltest du nicht mal wieder mit Ihrer Schwester auf den Flohmarkt gehen?

4) Die schönste Freude

Wir leasen Autos, gucken Filme online, shoppen mit Kreditkarte. Nach dem Motto: sofort haben, morgen zahlen. Doch damit vertun wir eine große Chance auf mehr Glück. Denn wer auf ein Festival oder die It-Bag erst mal warten muss, kauft die Vorfreude gleich mit. Studien haben bewiesen, dass eine neue Errungenschaft umso besser wird, je mehr man darauf hingefiebert hat. Extra-Effekt des frühen Bezahlens: Wenn der Konzerttag oder die Tasche da ist, hat man längst verdrängt, wie teuer der Spaß war.

5) Perfekter Support

Dass es happy macht, anderen eine Freude zu bereiten, wissen wir. Die Wissenschaftler Dunn und Norton aber kennen das Geheimnis für maximale Glücksgefühle. Erstens: Wenn du nicht genötigt wirst, etwas zu geben, sondern es aus freien Stücken tun. Zweitens: Wenn du dein Geld für Menschen ausgibst, die dir besonders am Herzen liegen. Und drittens: Wenn du genau weißt, was du mit den Investition bewegest. Mit anderen Worten: je konkreter der Zweck, umso glücklicher der Spender!

Glücksbringer: „Happy Money“ von Elizabeth Dunn und Michael Norton (Books4success, um 20 Euro)

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