Social Freezing: Kinder aus der Gefriertruhe

social freezing
Die Eizellen werden eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt in die Gebärmutter eingesetzt.
Foto: thinkstock

Wenn der Kinderwunsch auf Eis gelegt wird

Kinder - jetzt? Niemals! Der neue Trend: Social Freezing. Immer mehr Frauen lassen sich ihre Eizellen einfrieren, um später noch Kinder bekommen zu können.

Die biologische Uhr tickt. Tack, tack, tack. Der dreißigste Geburtstag ist gefeiert, aber an ein Baby nicht zu denken. Der Wunsch ist da. Vielleicht. Irgendwann. Aber nicht jetzt. Ein Kind passt gerade einfach nicht. Der neue Trend: Social Freezing.

Es hört sich einfach an. Die Eizellen werden entnommen, schock gefroren, und wenn es in die Lebensumstände passt, aufgetaut und befruchtet in die Gebärmutter eingesetzt. Waren es 2012 noch 100 eingefrorene Eizellen, die wieder eingesetzt worden sind, sind es ein Jahr später bereits 300, schreibt die 'Allgemeine Frankfurter Zeitung'.

Weltweit wurden bereits 1000 Kinder aus eingefrorenen Einellen geboren.

Das Verfahren: umstritten. Social Freezing birgt zwar die gleichen Gefahren wie eine künstliche Befruchtung, aber die Intentionen sind andere. Wird bei einer künstlichen Befruchtung Paaren geholfen, weil sie nicht schwanger werden können, wissen Paare, die sich für Social Freezing entscheiden, oftmals überhaupt nicht, ob und wann sie jemals Kinder bekommen werden.

Karriere statt Kinder?

Greisende Mütter sind heutzutage keine Seltenheit. Während jenseits der 40 fast 95 % der Eizellen nicht mehr in der Lage sind, einen lebensfähigen Embryo hervorzubringen, ist es mit Social Freezing theoretisch möglich, auch noch nach der Pensionierung Mutter zu werden.

Gibt es eine Altersgrenze?

Social Freezing ist gesetzlich erlaubt. Und das ohne Ausnahme. Die Eizellen können zu jeder Zeit eingesetzt werden. Die Entnahme der Eizellen muss relativ früh erfolgen. Die Anzahl und die Qualität der Eizellen schwindet mit dem Alter. Im Optimalfall sollten diese bereits Mitte bis Ende 20, spätestens Mitte 30 entnommen werden.

Wer trägt die Kosten?

Die Kosten des Verfahrens trägt jeder selbst. Je nach Einlagerungszeit kommt dabei eine große Summe zusammen. Diese wird nämlich pro Jahr bezahlt und beläuft sich auf jährlich 240 €. Zuvor muss man bereits 3000 € für die Eizellen-Entnahme zahlen - wenn es bei einem Versuch bleibt. In der Regel sind zwei Zyklen nötig.

Welche Gefahren birgt Social Freezing?

Die weiblichen Eizellen sind sehr kälteempfindlich. Kein Arzt kann garantieren, dass die Eizellen unbeschadet eingefroren und wieder aufgetaut werden können. Die Technik ist allerdings so weit fortgeschritten, dass man von einer 90%igen Erfolgsrate ausgeht.

Ein gewissen Restrisiko bleibt immer.

Kategorien: