Spirale mit und ohne Hormone: Welche passt zu mir?

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Welche Spirale passt zu mir? Wir erklären, welche Spiralen es gibt.
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Spirale als Verhütungsmittel: Welche Spirale für wen geeignet ist

Welches Verhütungsmittel passt zu mir? Diese Frage müssen sich Frauen im fruchtbaren Lebensabschnitt immer wieder neu beantworten. Zum Beispiel nach Geburten, in neuen Beziehungen, nach Trennungen oder im Übergang zu den Wechseljahren.

Dabei spielt die Pille als Klassiker der Verhütung bei fast jeder Frau wenigstens ein Mal im Leben eine Rolle. Doch viele wollen umsteigen, leiden unter Nebenwirkungen hormoneller Verhütung oder suchen nach Alternativen mit weniger oder keinen Hormonen. Manche wollen auch einfach nicht jeden Tag an die Verhütung denken und trotzdem sicher sein.

Für diese Frauen gibt es einige Alternativen. Die verschiedenen Spiralen gehören dazu. Denn sie sind je nach Modell fast oder genau so sicher wie die Pille.

Sexualpädagogin Marthe Kniep erklärt die Unterschiede.

Was alle Spiralen gemeinsam haben:

Alle Spiralen gehören zu den sicheren Verhütungsmitteln, wenn sie richtig in der Gebärmutter liegen.

Eine Spirale wird vom einem Frauenarzt durch den Gebärmutterhals in die in die Höhle der Gebärmutter (medizinisch: Uterus) gelegt, um von hier aus zu wirken. Daher werden Spiralen auch unter dem Begriff Intrauterinpessare zusammengefasst. Kurz: IUP.

Bei allen Spiralen muss zusätzlich zum Verhütungsmittel selbst die Einlage in die Gebärmutter bezahlt werden. Die Kosten für die Einlage können von Arzt zu Arzt und Stadt zu Stadt zwischen 120 und 250 Euro liegen. Dazu kommen die Kosten für die Spirale selbst. Vergleichen oder Verhandeln lohnt sich daher durchaus.

Woraus Spiralen bestehen:

Die meist T-förmigen Spiralen bestehen aus biegsamem Kunststoff, der entweder durch einen feinen Kupfer- oder Gold-Kupfer-Draht umwickelt ist oder bei den Hormonspiralen mit einem kleinen Hormondepot versehen wurde.

An jeder Spirale ist ein dünnes, haltbares Bändchen befestigt, durch das der Frauenarzt zu gegebener Zeit die Spirale wieder herausziehen kann. Der Faden schaut nur soweit wie nötig aus dem Muttermund raus, um ihn bei der Entfernung der Spirale durch den Arzt (!) zu fassen zu kriegen. Mit dem Tamponbändchen wird er daher normalerweise nicht verwechselt.

Die Wirkweise der Spiralen ohne Hormone:

Es ist übermittelt, dass schon vor 2000 Jahren Menschen versucht haben, Schwangerschaften durch das Einlegen von Gegenständen in die Gebärmutter zu verhindern. Dieses Prinzip wurde durch die Kupfer- und Gold-Spiralen weiterentwickelt. Sie wirken nicht nur als Barriere und Fremdkörper in der Gebärmutter sondern auch dadurch, dass sie regelmäßig kleinste Mengen Kupfer freisetzen. Diese Kupferionen schränken die Beweglichkeit der Spermien so ein, dass eine Befruchtung der Eizelle nicht mehr möglich ist. Außerdem wird das biologische Milieu der Gebärmutterschleimhaut durch den Kontakt mit diesem Verhütungsmittel so verändert, dass eine Einnistung der Eizelle verhindert wird.

Die Wirkweise der Hormonspiralen:

Zusätzlich zur Barrierefunktion und der Verdickung des Schleims wird bei den Hormonspiralen gleichmäßig das Gestagen Levonorgestrel abgegeben. Dies bewirkt, dass sich weniger Gebärmutterschleimhaut aufbaut, was das Einnisten eines befruchteten Eies unmöglich macht. Ein extra Plus an Sicherheit, weswegen diese Spiralen zu den besonders sicheren Verhütungsmitteln gehören.

ALLE SPIRALEN IM ÜBERBLICK

► Kupferspirale:

Wie der Name schon sagt, ist die Kupferspirale mit einem Kupferdraht umwickelt und wirkt wie oben beschrieben. Meist wird sie in T-Form oder oval geformten Flügeln angeboten. Da eine Kupferspirale die Regelblutung verstärken kann, wird Frauen von der Einlage dieses IUPs eher abgeraten, wenn sie ohnehin schon eine starke Blutung haben. Die Kosten variieren zwischen 30 und 100 Euro. Sie halten je nach Ausführung drei bis fünf Jahre.

► Goldspirale:

Die Goldspirale „Goldluna“ (ehemals Goldlily) senkt durch das Zusammenwirken von 18 Karat Gold und Kupfer zusätzlich das Risiko von Entzündungsreaktionen und es findet keine Korrosion des Metalls statt. Der Hersteller beschreibt eine geringere Gefahr von Irritationen und Entzündungen während und nach dem Einsetzen durch die bakterizide und fungizide Wirkung der freiwerdenden Ionen.

Die Goldluna ist in zwei Größen erhältlich (beide 85 Euro): Mini und normal. Die Ausführung Mini eignet sich auch für Frauen mit kleiner Gebärmutter – auch für Jugendliche (nach Abstimmung mit dem Frauenarzt). Die Goldspirale hält bis zu fünf Jahre.

► Ausnahme „Gynefix“:

GyneFix

GyneFix Mini

Die Gynefix ist keine klassische Spirale, hat jedoch dasselbe Wirkprinzip wie die hormonfreien Spiralen. Bei diesem Verhütungsmittel ist das verwendete Kupfer wie kleine Perlen an einem festen Faden befestigt. Daher wird die Gynefix auch als Kupferkette bezeichnet.

Der Faden findet Halt, in dem er vom Gynäkologen mit einem kleinen Knoten an der Gebärmutterwand verankert wird. Da die Gebärmutterwand unterschiedlich beschaffen sein kann, ist die Gynefix nicht in jedem Fall geeignet. Die Erfahrung zeigt, dass die Flexibilität des Fadens zu weniger Beschwerden vor allem während der Blutung führt.

Die Gynefix ist auch für junge Frauen beziehungsweise Frauen ohne Kinder geeignet, weil sie entsprechend der Größe der Gebärmutter wahlweise mit vier oder sechs „Kupferperlen“ erhältlich ist. Beide Varianten der Kupferkette kosten gleich viel (129 Euro) und halten bis zu fünf Jahre.

► Hormonspirale „Jaydess“ und „Mirena“:

In zwei Größen gibt es auch die Hormonspirale. Die kleine „Jaydess“ (ab 125 Euro) hält drei Jahre, die größere „Mirena“ (ab 138 Euro ) fünf. Die Jaydess wird auch als Verhütungsschirmchen bezeichnet. Im Unterschied zur Mirena gibt die Jaydess eine kleinere Menge des Gestagens Levonorgestrel ab. Daher haben Anwenderinnen der Jaydess oft noch eine schwache Regelblutung, während die Regel bei der Mirena oftmals ganz ausbleibt.

Eisprung und Regel:

Bei allen Spiralen und der Gynefix (siehe unten) findet weiterhin ein Eisprung statt. Bei Spiralen mit Hormonen wird jedoch weniger Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, weswegen die Regel nur selten, schwach oder gar nicht stattfindet. Daher wird diese Spirale (wie auch die Pille) immer wieder Frauen empfohlen, die ohne hormonelle Hilfe unter Regelschmerzen leiden.

Die Einlage:

Für Frauen, bei denen noch kein Kind seinen Weg durch den Gebärmutterhals gebahnt hat, ist dieser Eingriff oft schmerzhafter, als für Frauen, die bereits auf diesem Wege entbunden haben. Viele Ärzte besprechen daher mit ihren Patientinnen, ob sie deswegen Akupunktur oder eine örtliche Narkose einsetzen möchten. Ob das Einsetzen weh tut oder nicht, ist bei jeder Frau anders. Für manche ist es ein Spaziergang, für andere eine Qual.

Kontrolle:

Die Sicherheit der Spirale hängt immer von ihrer richtigen Lage ab. Daher sollte diese regelmäßig im Ultraschall überprüft werden.

Verträglichkeit:

Einige Patientinnen berichten von leichten Schmerzen bis hin zu Krämpfen an den ersten Tagen nach der Einlage und während der Blutungen in den ersten Zyklen. Andere spüren keinerlei Einschränkungen. Oft ist es jedoch nur eine Gewöhnungsphase des Körpers an den Fremdkörper, deren Symptome nach einigen Tagen oder Wochen abklingen. Im Zweifelsfall sollte immer Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Dieser muss auch vor der Einlage einer Spirale jede Patientin über mögliche Risiken aufklären.

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