Ständig zu spät? Dann bist Du wohl ein Optimist!

optimist zu spaet
Ein sonniges Gemüt - aber ständig zu spät? Jetzt gibt es eine Erklärung
Foto: Halfpoint / iStock

Wer sich immer wieder verspätet ist gedanklich wohl auf der sonnigen Seite

Optimistische Menschen haben vor allem eines gemeinsam: Sie kommen ständig überall zu spät - das ergab eine wissenschaftliche Studie! Wie kommt es zu diesem Zusammenhang?

Kennen Sie auch so einen Menschen? Oder sind Sie gar selbst so einer? Ein guter Freund von mir kommt einfach immer zu spät. 15 Minuten sind eigentlich immer drin (immerhin darin ist er zuverlässig). Aber es ihm übel nehmen geht auch nicht: weil er dann doch, wenn er dann mit 15 Minuten Verspätung ankommt, mit so einem breiten, ansteckenden Grinsen auf einen zukommt, dass aller Ärger vom Warten vergessen ist.

Es heißt, Pünktlichkeit habe etwas mit Respekt für den Wartenden zu tun. Also hat mein unpünktlicher Freund keinen Respekt vor mir? Das glaube ich nicht. Ich glaube eher, was eine Studie ermittelt hat: Pünktlichkeit hat etwas mit Optimismus zu tun!

Chronische Zuspätkommer nehmen sich für den Zeitraum vor einem Termin zu viel vor und gehen - ganz optimistisch - davon aus, dass sie das alles noch schaffen.

"Wir müssen die S-Bahn in 20 Minuten nehmen." - "Alles klar, ich geh noch eben duschen!" - "Was? Nein! Das schaffst Du nie!" - "Ach, das wird schon..."

Man kann das Optimismus nennen, man kann aber auch sagen, dass Zuspätkommer unrealistische Zeit-Vorstellungen haben. Doch so oder so, sehen sie die Dinge lockerer. Und diese optimistische Einstellung hat auch Vorteile:

Medizinischen Forschungen zufolge reduziert Optimismus Stress und hat dadurch einen positiven Einfluss auf die Gesundheit.

Optimismus kann sich auch gut auf die Karriere auswirken: Eine positive Grundeinstellung gibt einem Menschen nicht nur eine bessere Ausstrahlung, sie steigert auch die Produktivität und Kreativität.

Das klingt an sich alles schön, doch: Die Unpünktlichkeit der einen Menschen kann den anderen Menschen, die pünktlich sind oder sein wollen, dafür um so mehr Stress bereiten.


Wahrscheinlich sollten wir einen guten Mittelweg erlernen

Ist es wirklich so wichtig, auf die Minute pünktlich zu sein? Wird unsere Freundin XY uns gleich die Freundschaft kündigen, nur weil wir 5 Minuten zu spät kommen? Verpassen wir die tollsten Sachen und Geschichten, weil wir uns verspäten?

Ein Optimist findet diese Vorstellung ziemlich absurd - und irgendwie hat er ja Recht. Vielleicht sollten wir uns von unserem Perfektionismus verabschieden (hier gibt es Tipps, wie das geht) und uns eine Scheibe vom Optimisten und seiner "Wird schon"-Einstellung abschneiden. Und optimistisches Denken kann man zum Glück lernen (hier klicken für Tipps dazu)!

Andererseits: Sollten chronische Zuspätkommer die Geduld ihrer Freunde wirklich immer so auf die Folter spannen? Ist deren Zeit nicht genauso kostbar wie die der Unpünktlichen? Und wenn wir ehrlich sind: War es nicht manchmal wirklich ärgerlich, wenn sie eine Bahn / den Beginn eines Films / den Anfang eines Meetings verpasst haben?

Pünktlichkeit kann jeder lernen

Ja, mit dem Optimismus haben wir jetzt eine tolle Erklärung für Unpünktlichkeit. Und trotzdem möchten Zuspätkommer natürlich ihre Freunde und Kollegen nicht verprellen oder gar verletzen! Kein Problem: Pünktlichkeit kann man lernen - ohne dabei seinen Optimismus aufgeben zu müssen! Dazu gehört, sich selbst auszutricksen.

  • Sie schlafen oft wieder ein, nachdem Sie den Wecker ausgestellt haben? Platzieren Sie ihn so, dass sie ihn vom Bett aus nicht mehr erreichen. Damit sind Sie gezwungen, aus den Federn zu krabbeln.

  • Teilen Sie Ihre Pflichten nach Wichtigkeit ein. Dringendes wird zuerst erledigt - dann bleiben kurz vor Abfahrt nur weniger wichtige To Dos, die gut auch später erledigt werden können.

  • Planen Sie für Wege immer zehn Minuten mehr ein, als erforderlich ist. Wissen Sie, dass die Parkplatzsuche vor Ort schwierig ist, fahren Sie noch einmal zehn Minuten eher los.

  • Packen Sie Ihre Tasche nicht in letzter Minute, sondern rechtzeitig. Stellen Sie sich einen Kurzzeitwecker, der fünf Minuten vor der Aufbruchzeit Alarm schlägt, und brechen Sie umgehend auf. Schon sind Sie pünktlich!


Auch interessant: Aufschieberitis adé: Tipps gegen Prokrastination

Kategorien: