Stammzellen-Kosmetik: Was ist das eigentlich?

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Star der Anti-Aging-Pflege

Stammzellen-Kosmetik, darüber sprechen derzeit alle. Die Beauty-Forscher in den Kosmetiklabors sind überzeugt, mit Stammzellen den Schlüssel für ein erfolgreiches Anti-Aging-Programm in Händen zu halten. Aber was hat es damit eigentlich auf sich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Zunächst einmal: Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind Vorläufer der ausgewachsenen Körperzellen. Sie besitzen zwei besondere Fähigkeiten: Sie können sich nahezu endlos teilen und neue Stammzellen bilden. Außerdem können sie sich zu jeder erdenklichen Art von Zelle entwickeln. Und sie sollen das Potenzial haben, kranke oder schlappe Zellen zu regenerieren.

Und die sind jetzt in Cremes enthalten?

Ja, aber keine Angst. Diese Zellen stammen nicht von Embryos, sondern von Pflanzen. Man verwendet nur einen kleinen Teil der Pflanze, deren Zellen man vervielfältigen möchte. In Brutschränken werden die Zellen zum Wachsen gebracht. Die Stammzellen können in unterschiedlichen Teilen auftreten - am Spross, in der Wurzel, in der Frucht. Wenn sie beschädigt, verletzt sind, ist dies ein Weckruf, sich zu erneuern. Sie können sich in Pflanzenteile entwickeln und werden zu Wurzel, Blatt oder Blüte. Und das immer und immer wieder - ein einzigartiger, lebenslanger Selbsterneuerungsprozess.

Man hört doch so viel von Embryo-Stammzellen...

Ja, aber nur in der Medizin. Die Stammzellforschung widmet sich Fragen nach den Fähigkeiten von Stammzellen und ihren therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten. Bisher kommt die Stammzellentherapie in Form von Knochenmark-Transplantationen vor allem bei Blutkrebs zum Einsatz. Es gibt ein Stammzellgesetz, das besagt, dass für die Forschung zum Beispiel nur Zellen aus dem Ausland verwendet werden dürfen, die dort vor Mai 2007 gewonnen wurden.

Und da steckt's drin

"Cellular Rich Night Care", 50 ml ca. 60 Euro, Artemis bei Douglas "Anti-Falten & Repair Serum Kissed by a Rose", 30 ml ca. 39 Euro, Sans Soucis "Anti-Age Global Tagescreme", 50 ml ca. 44 Euro, Yves Rocher

Woraus genau werden die Stammzellen gemacht?

Die Phyto-Stammzellen gewinnt man aus besonders robusten, langlebigen Pflanzen. Viele Beauty-Firmen wie Dior, Lancôme, oder Marbert schwören auf Zellen der Apfelsorte "Uttwiler Spätlauber", die dafür bekannt ist, lange haltbar zu sein, ohne zu runzeln. Dr. Grandel benutzt die Blütenknospen des Wildapfels, Origins bedient sich der Stammzellen der Himbeere, und in Yves-Rocher-Produkten werden Zellen des Sonnenhuts verwendet.

Und was machen die mit meiner Haut?

Stammzellen-Kosmetik versteht sich als eine Art Beauty-Wecker für eingeschlafene Stammzellen in der Haut. Sie sind dank der Phyto-Stammzellen in der Lage, die hauteigenen Stammzellen zu erhalten und zu aktivieren. Sie wirken auf allen Ebenen - Gene, Zellen, Matrix - und auf das gesamte Gewebe, das mit den Zeichen der Hautalterung in engem Zusammenhang steht (wie Leder- und Oberhaut). Sie schützen die DNA der Zellen, stimulieren und verbessern die natürliche Zellerneuerung und stärken die Hautstruktur. Kurzum: Sie halten die Haut jung und straff.

Das gibt es nur für die Haut?

Nein, auch für die Haare. Nach 24 Jahren Forschung hat Kérastase ein Kopfhautund Haar-Serum auf Basis nativer Pflanzenzellen entwickelt, das auf die Qualität des Haares einwirkt. Das "Initialiste Serum" (ca. 35 Euro) beeinflusst die Umgebung der Haarwurzel, um das Haar schon in seiner Entstehungsphase zu stärken.