Foto: Maison de la France/Michel Angot
Wir sind wie berauscht. Immer und überall duftet es lieblich-herb und das ganze Land scheint wie in ein Farbbad getaucht. Die Felder wogen in tiefem Violett, unterbrochen von sattgrünen Wäldern und ockerfarbenen Häusern. Über alles spannt sich ein postkartenblauer Himmel. Wir sind in der Provence, dem südöstlichen Zipfel Frankreichs an der Grenze zu Italien.
Am besten lässt sich diese Region mit dem Auto erkunden. Denn es gibt die Routes de la Lavande, die Lavendel-Straßen. Uns hat es besonders die Gegend um das Dörfchen Gordes angetan. Hier gibt es nämlich einen ca. 4 Kilometer langen, wunderschönen Wanderweg. Er führt durch die blühenden Felder bis zur alten Abtei Notre-Dame de Sénanque (gegründet 1184). Seit einigen Jahren wohnen wieder Zisterzienser−Mönche in dem Kloster mit den dicken Mauern und steingrauen Dächern. Für 5 Euro Eintritt führen sie uns durch die schattigen Gänge und gewähren einen Einblick in ihr stilles Leben.
Foto: Maison de la France/Michel Angot
Nur 20 Autominuten von Gordes entfernt liegt das Dorf Roussillon, das als eines der schönsten ganz Frankreichs gilt. Das verdankt es seinen prächtigen alten Häusern, die in sämtlichen Schattierungen von Rosa und Orange leuchten. Ihretwegen wird Roussilon auch Ockerdorf genannt. Wir setzen uns in "Minckas Restaurant" direkt auf den idyllischen Marktplatz. Im Schatten der Platanen gönnen wir uns einen eisgekühlten, kräftigen Rosé aus der Umgebung. Und fühlen uns einmal mehr wie Gott in Frankreich. Hinterher marschieren wir 20 Minuten steil bergauf, um uns die berühmten Ockerfelsen anzusehen (Eintritt: 2 Euro). Bis vor ein paar Jahren wurde das begehrte Pigment hier noch abgebaut, sodass im Laufe der Zeit eine völlig bizarre Felslandschaft entstanden ist.
Foto: Maison de la France/Michel Angot
Ebenfalls spektakulär ist die Umgebung des Städtchens Vallon-Pont-d'Arc. Am letzten Drittel des Flusses Ardèche beginnt eine 30 Kilometer lange Schlucht, die Gorges de l'Ardèche. Mit schroffen Steilwänden und Naturbrücken liefert sie atemberaubende Anblicke. Wir leihen uns in Salvas ein Kanu für 27 Euro und gleiten durch eine andere Welt.
Aber die Provence hat nicht nur hübsche Dörfer zu bieten, auch die Städte sind absolut sehenswert. Allen voran Avignon mit der berühmten Brücke. Oder die Parfümstadt Grasse mit ihren herrlichen Gärten und der Kathedrale. Denn egal ob Dorf oder Stadt, dem Charme der Provence kann sich nichts entziehen.
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