KatastropheStierkampf: Torero Iván Fandiño in Frankreich von Stier getötet

Torero in Frankreich von Stier getötet
Iván Fandiño wurde nur 36 Jahre alt
Foto: iStock

In Frankreich wurde der spanische Torero Iván Fandiño von einem Stier aufgespießt. Das Horn des Stieres bohrte sich in seine Lunge. Fandiño starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Der 36-jährige Star-Torero Iván Fandiño hatte sich während des Stierkampf-Festivals in der französischen Kleinstadt Aire-sur-l'Adour in seinem Cape verfangen, stolperte und fiel. Diese Gelegenheit nutzte der Stier (Züchtung Baltasar Ibán), um ihn anzugreifen. Fandiños Frau saß im Publikum und musste den qualvollen Tod ihres Mannes mit ansehen.

Fandiño hatte erst kurz zuvor einem anderen Stier beim Kampf das Ohr abgeschnitten. Der gebürtige Baske ist 2005 im Alter von 24 Jahren Torero geworden. Er galt als Star unter den Toreros, hat u.a.  2012 bei einem Turnier alleine gegen 6 Stiere verschiedener Züchtungen gekämpft. Schon bei anderen Stierkämpfen wurde Fandiño bereits zwei Mal schwer verletzt.

 

Viele Toreros sterben beim Stierkampf

Es ist der erste Stierkampf-Todesfall in Frankreich seit 97 (!) Jahren. Zuletzt starb hier 1921 der spanische Stierkämpfer Isidoro Mari Fernando.

Allerdings lassen Matadore öfter bei Stierkämpfen ihr Leben: Am 9. Juli 2016 verstarb Victor Barrio bei einem Stierkampf, einen Monat zuvor der Mexikaner El Paña. Der tragischste Tod bei einem Stierkampf war vermutlich der des Torero José Cubero alias El Yiyo, bei dem sich im Alter von nur 21 Jahren ein Stierhorn durch sein Herz bohrte.

Auf YouTube erreichte das grausame Video bislang über eine halbe Million Aufrufe (VORSICHT! Der Inhalt des Videos ist verstörend!):

 

Stierkämpfe: Kulturerbe oder brutale Tierquälerei?

Stierkampf-Anhänger sind über den tragischen Tod Fandiños bestürzt. Fandiños Fans betrauerten den in ihren Augen "großen Kämpfer", die spanische Regierung sprach von einer "traurigen Nachricht", das spanische Königshaus trauert um die "große Persönlichkeit des Stierkampfes." Allein in Spanien hat der traditionelle Stierkampf rund sechs Millionen Anhänger. Hier gilt er seit 2015 als "immaterielles Kulturerbe." Der spanische Gerichtshof hat erst im Oktober 2016 das regionale Stierkampf-Verbot in Katalonien aufgehoben.

Stierkampf-Gegner und Tierschützer hoffen endlich auf die Einsicht der Toreros, dem Stierkampf ein Ende zu setzen. Erst im Mai demonstrierten tausende Menschen in der spanischen Landeshauptstadt Madrid gegen Stierkämpfe.

(ww7)

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