Stillen in der Öffentlickeit – Ein Tabuthema?!

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Ist öffentliches Stillen okay?
Foto: iStock.com

Stillen in der Öffentlichkeit

Ein Baby zu stillen ist das Natürlichste der Welt und eine gute Entscheidung für die Gesundheit eines jeden Kindes. Trotzdem werden stillende Mütter oft abwertend behandelt.

In Deutschland sind nackte Brüste Alltagserfahrung, sie lächeln uns von Werbeplakaten entgegen und finden sich auf den Covern jeglicher Zeitschriften. Wenn eine junge Mutter allerdings das Baby an die Brust legt, dann wird komisch geschaut. Das geht soweit, dass jede vierte Frau nicht in der Öffentlichkeit stillen würde. Oft weniger aus Schamgefühlen als aus Furcht vor abwertenden Blicken. Viele stillende Frauen haben es bereits erlebt, dass sie beschimpft oder beleidigt wurden. Andere Menschen fühlen sich vom Stillen belästigt, denn die weiblichen Brüste werden oft ausschließlich als Sexobjekt wahrgenommen. Viele Menschen vergessen, was sie als Babys gegessen haben.

Es ist wichtig, dass sich stillende Frauen nicht unterkriegen lassen und dazu verleiten lassen, das Baby schnell abzustillen.

Kein Gesetz für Stillen in der Öffentlichkeit

In den USA und Großbritannien gibt es ein Gesetz, das stillende Mütter schützt. Deutschland hat ein solches Gesetz nicht. In Kaufhäusern, Cafés und Restaurants ist es dem Besitzer freigestellt eine stillende Mutter des Hauses zu verweisen. Oft werden die Frauen auch gebeten auf Toilette zu stillen. Dieser Bitte sollten sie keinesfalls nachkommen, denn das ist diskriminierend und zugleich ist Stillen auf der Toilette wirklich unhygienisch. Viele Restaurantbesitzer sind aber kulant und stören sich wenig an stillenden Müttern. Eine Option ist es auch, sich eine ruhige Ecke oder Umkleidekabine zum Stillen des Kindes zu suchen.

Diskretes Stillen in der Öffentlichkeit üben

Frauen, denen der Gedanke an öffentliches Stillen nicht geheuer ist, können zunächst an Orten üben, wo Stillen ganz normal ist, wie Stillgruppen oder Rückbildungskursen. Mit ihrem Partner kann die Frau auch zuhause üben, wie sie dem Baby diskret die Brust gibt, sodass es kaum einer mitbekommt. Für junge Mütter, die ihre Brust nicht entblößen wollen, gibt es spezielle Stilltücher mit denen sich der Großteil der Brust verbergen lässt.

Während es häufiger gesehen wird, dass ganz kleine Babys gestillt werden, wird eine Mutter, die ein Einjähriges stillt, oft mit bösen Blicken gestraft. Dabei empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation das ausschließliche Stillen bis zum sechsten Monat, danach darf bis zum zweiten Lebensjahr abgestillt werden und Beikost gefüttert werden. Für Kleinkinder in diesem Alter kann man oft schon Brei mitnehmen, den man ihnen gibt, wenn sie Hunger haben.

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