„Stopp den Schönheitswahnsinn“

stopp den schoenheitswahnsinn
„Stoppt den Schönheitswahnsinn“-Kampagne
Foto: http://www.stopthebeautymadness.com

Aktion gegen Schönheitswahn

Mehr Vielfältigkeit, Individualität und Selbstbewusstsein, bitte! Gesellschaftskritische Kampagnen gegen Schönheitstrends gibt es mittlerweile zuhauf. Trotzdem: Die „Stop the Beauty Madness“-Aktion von Robin Rice ist sehens- und lesenswert. Wir zeigen die Bilder, die zum Nachdenken anregen.

Eine klare Aussage: „Stopp den Schönheitswahnsinn“ („Stop the Beauty Madness“) nennt sich die Kampagne von Autorin Robin Rice. Teil der Aktion: 27 Bilder von Frauen unterschiedlichen Alters mit denkwürdigen Zitaten, die Rice Mitte 2014 auf der Website Stopthebeautymadness.com veröffentlicht hat. Dort ruft sie ausdrücklich dazu auf, die Bilder und ihre Botschaft mit anderen zu teilen.

Etwa das Bild der Schönen, die von allen unterschätzt wird. Die Brave, die jeder nur irgendwie süß findet. Die Dicke, die sich von den Blicken anderer ausgezogen fühlt … Über diese Klischees haben sich schon andere mokiert und mit diversen Aktionen für Gleichberechtigung und Akzeptanz plädiert. Doch Rice verpackt ihren Denkanstoß nicht nur in aussagekräftige Bilder und wohl gewählte Worte. Sie greift auch Themen auf, an die sich andere nicht herantrauen. An die Frau mit Down-Syndrom, die für ihre Mitmenschen Luft ist. Oder an die Dürre, die nicht als magersüchtig abgestempelt werden will, nur weil sie dünn ist.

Wir sehen das Bild einer Frau mit extravagantem Haarschnitt, Nasen-Piercing, abrasierten Augenbrauen und sind irritiert von ihrem unkonventionellen Aussehen. Die Worte auf dem Bild: „Dieser seltsame Moment, wenn du versuchst zu entscheiden, ob ich schön bin.“ Wir fühlen uns in unseren Gedanken ertappt. „Manche Bilder werden etwas in Ihnen auslösen, aber was genau, das will ich nicht diktieren. Das kommt ganz auf Sie an“, sagt Robin Rice im Interview mit der US-SHAPE. „Ich bin nur da, um die Unterhaltung anzustoßen.“

Kontrovers ist dabei allerdings eins: Für ihre Botschaft verwendet Rice keine selbst geschossenen Bilder, sondern die einer Bildagentur – so genannte Stockfotos. Auf solchen Fotos stehen die dargestellten Personen meist nicht für Individuen, sondern für eine breite Masse. Gesten und Mimiken werden übertrieben, die Welt wird vereinfacht und idealisiert. Das passende Material für eine solche Gesellschaftskritik?

Entdecken Sie alle 27 Bilder und Botschaften der „Stop the Beauty Madness“-Kampagne in der Bildergalerie >>

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