Street Harassment: Junge Frau wird an einem Tag 108 Mal belästigt

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Peinliche Verfolgungsjagd: Ein Passant läuft der New Yorkerin Shoshana ganze 5 Minuten hinterher.
Foto: Screenshot

Ein Tag als Frau in New York

Pfeifen, dumme Sprüche oder sogar Handgreiflichkeiten: Oft muss man als Frau einiges ertragen - und das einfach nur, wenn man über die Straße läuft. Ein schockierendes Video zeigt die Ausmaße der Belästigung in New York.

Besonders in Großstädten kann es für Frauen zur Tortur werden, durch die Straßen zu laufen: Aus bloßem Anstarren werden oft vermeintlich nett gemeinte Komplimente, die wenig schmeicheln und eher ein ungutes Gefühl hinterlassen - vor allem, wenn man allein ist.

In den USA hat dieses Problem schon einen Namen bekommen: Mit Street Harassment werden alle verbalen und körperlichen Übergriffe bezeichnet, die in der Öffentlichkeit geschehen. Die Belästigung auf der Straße ist vor allem problematisch, weil sie von Außenstehenden gern runtergespielt wird. "Ach komm, ignorier das doch einfach..." oder "Das ist doch nur nett gemeint!" sind zwei Sätze, mit denen die Täter verteidigt werden.

Aber genau das ist falsch: Wer bei Belästigung auf der Straße einfach wegschaut, löst das Problem nicht, sondern verschlimmert es. Tätern müssen ihre Grenzen aufgezeigt werden und Opfer dürfen nicht einfach nur belächelt werden. Ein Video der Organisation Hollaback, die sich gegen Street Harassment engagiert, zeigt, warum ein großer Handlungsbedarf besteht. Ganze 108 Mal wird die New Yorkerin Shoshana B. Roberts während eines 10 stündigen Spaziergangs durch die Stadt belästigt - von einem Mann sogar ganze 5 Minuten...

Dass dieses Verhalten nicht nur ein Problem im Ausland ist, zeigt die Berliner Version von Hollaback. Hier werden Geschichten über Belästigung auf der Straße gesammelt und Tipps gegeben, wie damit umzugehen ist.

Die erste Regel lautet: Nicht wegschauen! Opfern sollten wir gezielt beistehen und Tätern klar machen, dass sie eine Grenze überschreiten. Das geht sowohl durch einen mahnenden Blick, als auch durch Worte. Wenn Sie Zeuge einer Belästigung werden und das Opfer allein ist, zeigen Sie, dass Sie bereit sind, einzuschreiten. Sprechen Sie zur Not auch andere Anwesende an und bitten Sie um Hilfe.

Wir hoffen, dass dieses Thema in Zukunft viel mehr Aufmerksamkeit bekommt. Schließlich haben sowohl Frauen als auch Männer ein Recht darauf, sich frei und sicher in der Öffentlichkeit zu bewegen!

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