Süditalien – Süßes Leben an der blauen Adria

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Die süditalienische Hafenstadt Gallipoli mit ihren feinsandigen Stränden am Golf von Tarent
Foto: De Agostini Picture Library

In Apulien, an der Südspitze Italiens gelegen, kann die ganze Familie glückliche Ferientage verbringen

Worauf freut ihr euch denn besonders?“, fragte uns mein Mann, während wir Richtung Bari sausten. „Auf das Wellenreiten!“, sagte Lasse (9), der dafür extra sein kleines Schwimmboard eingepackt hatte. „Auf die italienische Küche“, schwärmte ich, „die soll ja in Apulien besonders gut sein. Und auf die Gigolos...“ Ich zwinkerte meinem Mann zu. „Die können mir gestohlen bleiben“, beteuerte unsere Tochter Alexa (7), „ich will die Häuser mit den lustigen Zipfelmützen sehen. Und die Zwerge, die darin wohnen.“ „Da wohnen keine Zwerge“, belehrte mein Mann sie. „Das sind Trulli- Häuser, früher wohnten dort die Hirten. Also ich freue mich auf die Kirchen, die antiken Ruinen, die vielen Museen...“ „Da kannst du allein hin“, protestierten die Kinder, „wir wollen an den Strand!“ „Ich doch auch“, lachte mein Mann, „ Bikini- Beautys bewundern.“ Wir kamen alle auf unsere Kosten. Die Region Apulien, die den Absatz des italienischen Stiefels bildet, hat mindestens 500 Kilometer Strand. Da konnten wir uns jeden Tag einen neuen aussuchen – einer schöner als der andere. Der tollste Gigolo war aber mein Mann – und ich, so sagte er zumindest, seine Bikini-Königin.

Zum Essen gingen wir in die kleinen Cantinas. Viele machen ihre Pasta selbst. Apulien ist die Getreidekammer Italiens, Weizenfelder überall. Und aus Hartweizengrieß und Weizenmehl werden die leckeren Nudeln gemacht. Wir genossen Orecchiette, die wie kleine Ohren aussehen, Lagane, die der Lasagne ähnlich sieht, Lanache, eine Art Tagliatelle. Dazu gab es dicke Bohnen, Tomaten und Auberginen, raffiniert gegrilltes Lamm und das grüne Gold Apuliens: feinstes Olivenöl. Nicht zu vergessen der schwere Rotwein von hier. Mir gefiel besonders der Negroamaro mit seiner Note von Johannisbeeren und Kirschen.

Sogar die Kinder ließen sich zu Kultur überreden. Das lag am Castel del Monte, der geheimnisvollen Burg des legendären deutsch-römischen Kaisers Friedrich II. (1194 – 1250), der den Bau mit achteckigem Grundriss und achteckigen Türmen bei Bari errichten ließ. Die Burg wird sogar mit den Pyramiden von Gizeh verglichen. Und die Kinder, die edle Ritter spielten, wollten gar nicht mehr weg. Aber wir mussten noch nach Alberobello, Trulli-Häuser anschauen. Der ganze Ort ist voll davon und sie sehen mit ihren spitzen Dächern wirklich wie niedliche Zwergen-Behausungen aus. Bei uns im Garten wird es jetzt auch bald ein Trulli-Haus geben. Lasse und Alexa wollen es bauen. Als Erinnerung an unsere schöne Zeit in Apulien.

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