Tabu-Krankheiten: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber

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Ob Hämorrhoiden oder Scheidenpilz: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber
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Ob Hämorrhoiden oder Scheidenpilz

Wenn uns Tabu-Krankheiten wie Hämorrhoiden quälen, möchten wir am liebsten nicht darüber sprechen. Fassen Sie sich ein Herz und sprechen Sie mit ihrem Arzt darüber, es lohnt sich!

Ob die schmerzende Bandscheibe oder ein pochender Backenzahn - Menschen reden viel über ihre Beschwerden. Über die meisten zumindest.

Denn aus Scham möchten sie von gewissen Krankheiten nicht einmal dem Arzt erzählen. Das aber ist nicht nur gefährlich, sondern auch völlig unnötig. Denn was Ihnen peinlich erscheint, ist für den Mediziner Alltag.

Deshalb keine falsche Zurückhaltung: Gehen Sie in eine Praxis, wenn Sie von einer der folgenden Beschwerden geplagt werden.

Hämorrhoiden:

Jeder hat von uns sie. Zum Problem werden die Gewebepolster am Enddarm erst, wenn Sie sich krampfaderartig erweitern oder gar entzünden. Da diese Erkrankung mit der Zeit fortschreitet, gilt: Je früher Sie einen Arzt aufsuchen, desto besser. Symptome: Juckreiz, Brennen und Nässen am After, Blutspuren im Stuhl.

Ursachen: Überanstrengung durch zu heftiges Pressen, Übergewicht und eine ballaststoffarme Ernährung begünstigen die Krankheit. Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung: Hämorrhoiden ersten Grades werden verödet. Im fortgeschrittenen Stadium werden sie mit einem Gummiring abgebunden und sterben nach einigen Tagen unbemerkt ab. Die Therapien sind schmerzfrei. Nur in besonders schweren Fällen wird operiert.

Blähungen:

Dezent und regelmäßig - so wünschen wir uns die Verdauung. Leider funktioniert das häufig nicht. Denn dabei entstehen Gase, die entweichen müssen - was ganz normal ist. Problematisch wird es erst, wenn sich diese stauen.

Symptome: ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, häufiger Abgang von Darmgasen (mehr als 25 mal pro Tag), Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, die zum Rücken und sogar bis zum Herzen ausstrahlen können. Ursachen: Der Arzt sollte abklären, ob z.B. falsche Ernährung, Stress oder Medikamente die Auslöser sind - oder ob womöglich eine ernstere Erkrankung an Leber, Bauchspeicheldrüse oder Darm dahinter steckt.

Behandlung: Bei starken Beschwerden kann der Arzt krampflösende Schmerzmittel verschreiben. Liegt den Blähungen keine Erkrankung zugrunde, helfen diese Hausmittel: Kümmel-Anis-Fenchel-Tee, kreisende Bauchmassagen (im Uhrzeigersinn) oder eine Wärmflasche. Verzichten Sie besser auf blähende Speisen wie Kohl, Hülsenfrüchte oder Zwiebeln sowie auf Getränke mit Kohlensäure.

Scheidenpilz:

Diese Infektion ist zwar lästig, aber meist gut zu behandeln. Symptome: Es juckt und brennt, häufig kommt ein bröckeliger, heller Ausfluss dazu.

Ursache: Oft ist übertriebene Intimhygiene der Grund - zu viel Seife zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut. Der Pilz hat dann leichtes Spiel. Auch eine geschwächte Abwehr erhöht das Risiko zu erkranken - zum Beispiel nach einer Antibiotika-Therapie.

Behandlung: Mit rezeptfreien Salben oder Vaginalzäpfchen (Apotheken) ist das Problem meist gut in den Griff zu bekommen. Wichtig: Tritt nach drei Tagen keine Besserung ein, sollten Sie einen Arzt aufsuchen - es könnte eine bakterielle Infektion vorliegen.

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