Tabu-Thema Geschlechtskrankheiten

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Tabu: Geschlechtskrankheiten
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Geschlechtskrankheiten

Seit einigen Jahren stecken sich wieder mehr Menschen mit Chlamydien, Syphilis und Co. an. Zeit für eine Aufklärung, was sich überhaupt dahinter verbirgt.

Die Namen klingen abenteuerlich und die meisten Menschen wissen nicht einmal, was sich dahinter genau verbirgt. Weil sie noch nie eine Geschlechtskrankheit hatten - oder es einfach noch nicht bemerkt haben. Denn das Heimtückische ist: Chlamydien und Co. verursachen oft lange Zeit keine Beschwerden. Dies ist gefährlich, denn unbehandelt können sie zu schwerwiegenden Folgen führen. Und die Erkrankungen nehmen zu: Bei den 50- bis 90-Jährigen werden mittlerweile rund doppelt bis dreifach so viele Fälle sexuell übertragbarer Krankheiten registriert wie noch vor zehn Jahren.

Eine Ursache: Weil sie nach den Wechseljahren nicht mehr auf Empfängnisverhütung angewiesen sind, schützen sich viele Frauen nicht. Fatal, denn durch die Hormonumstellung neigen viele zur Scheidentrockenheit. Dadurch kommt es rasch zu Intimverletzungen und Erreger dringen leichter ein. Was Sie sonst zu Geschlechtskrankheiten wissen sollten - wir verraten es.

Geschlechtskrankheit: Gonorrhö (Tripper)

Die bakterielle Infektion zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten.

Symptome: Männer wie Frauen leiden meist zwei bis drei Tage nach der Infektion unter Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen sowie einem eitrigen Ausfluss aus der Harnröhre. Darüber hinaus kann es zu einer Bindehautentzündung kommen, wenn sich Erkrankte mit verunreinigten Händen ins Auge fassen.

Diagnose: Bei Frauen erfolgt ein Abstrich vom Gebärmutterhals, bei Männern aus der Harnröhre. Folgen/Gefahren: Häufig sind es chronische Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane und Verklebungen der Samen- bzw. Eileiter, die zur Unfruchtbarkeit führen können.

Therapie: Durch die frühzeitige Einnahme eines Antibiotikums lässt sich Tripper in der Regel komplett heilen.

Schutz: Kondome. Menschen mit wechselnden Sexualpartnern sollten sich regelmäßig testen lassen. Denn eine indirekte Übertragung über Hände, Sexspielzeug oder Küssen ist möglich.

Geschlechtskrankheit: Chlamydien

Auch hierbei handelt es sich um eine sehr häufige bakterielle Infektion, die hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen wird.

Symptome: Neben Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen kommt bei Männern und Frauen oft auch noch ein Juckreiz im Genitalbereich hinzu. Die Symptome setzen etwa drei Wochen nach der Infektion ein - oder bleiben auch hier völlig aus. Daher werden Chlamydien auch die "schleichende Gefahr" genannt.

Diagnose: Die Erreger lassen sich im Urin oder durch einen Abstrich vom Gebärmutterhals feststellen. Folgen/Gefahren: Eitrige Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, der Eierstöcke und der Eileiter, die mit Durchfall und starken Bauchschmerzen einhergehen. Auch hier droht Unfruchtbarkeit. Hinzu steigt das Risiko für Eileiterschwangerschaften.

Therapie: Mit Antibiotika heilen früh erkannte Chlamydien ohne Komplikationen ab. Drei Wochen nach Ende der Therapie wird durch eine Laboruntersuchung sichergestellt, dass die Infektion abgeheilt ist.

Schutz: Kondome können eine Ansteckung zwar nicht zu 100 Prozent verhindern, das Risiko jedoch senken. Vorsicht: Auch beim Oralverkehr können Chlamydien übertragen werden.

Geschlechtskrankheit: Syphilis

Die bakterielle Geschlechtskrankheit verläuft in mehreren Stadien.

Symptome: Etwa drei Wochen nach der Infektion entsteht an der Körperstelle, wo die Bakterien eingedrungen sind (z. B. am Penis, in der Scheide, im Analbereich oder am Mund), ein kleines verhärtetes Geschwür. Dann kommt es zu Hautausschlägen und Belägen auf der Zunge. Das kann unbehandelt abheilen und über Jahre keine Beschwerden auslösen. Bleibt die Krankheit lange unerkannt, kommt es zur sogenannten Spätsyphilis: Die Erreger befallen die inneren Organe und das Nervensystem.

Diagnose: Ein Abstrich des Geschwürs, des Ausschlags oder eine Blutprobe. Folgen/Gefahren: Neurologische Beschwerden wie starke Schmerzen, Gangstörungen, Demenz und Herz- und Knochenveränderungen.

Therapie: Eine mehrwöchige Penicillin-Therapie. Je nach Stadium der Syphilis wird das Blut nach drei, sechs, zwölf oder auch 24 Monaten auf Erreger untersucht.

Schutz: Kondome senken das Risiko einer Infektion. Allerdings werden Erreger auch beim Küssen oder Berühren des Geschwürs übertragen.

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