Tabuthema Stillen in der Öffentlichkeit

stillen kampagne q
Stillen auf der Toilette? Mutter sollen mit dieser Kampagne vor Diskriminierung geschützt werden.
Foto: behance.net

Werbe-Kampagne

Stillen in der Öffentlichkeit ist immer noch ein Tabuthema. Vor allem in den USA. Eine Kampagne sorgt jetzt für Furore: Die Studenten Johnathan Wenske and Kris Haro setzen sich für das Recht von Müttern ein, in der Öffentlichkeit ihr Kind stillen zu können. Und das mit eindrucksvollen Bildern.

Hintergrund ist ein texanischer Gesetzesentwurf, der stillende Mütter vor Diskriminierung schützen soll. Um das sogenannte HB-1706-Gesetz zu unterstützen, haben die Studenten die „When nature calls“-Kampagne ins Leben gerufen.

Die Fotos der Kampagne zeigen junge Mütter, die auf heruntergekommenen Toiletten ihre Kinder stillen. Dazu fragen die Studenten auf den Plakaten: „Would you eat here?“ (deutsch: Würden Sie hier essen?) Schon jetzt erregt die Kampagne große Aufmerksamkeit, obwohl sie eigentlich gar nicht hätte veröffentlicht werden sollen. Das Projekt war allein als Studien-Arbeit gedacht.

Weltweit gibt es Organisationen, die sich für das unbeschwerte Stillen in der Öffentlichkeit und gegen Diskriminierung von stillenden Frauen einsetzen. Besonders aktiv ist die "La Leche Liga" oder kurz LLL, die weltweit organisiert ist.

In Deutschland ist Stillen längst nicht mehr so ein Tabu wie in anderen Ländern. Aktuelle Studien zum Thema Stillen gibt es nicht. Die letzte Studien stammt aus dem Jahr 2006. Hier stillten in den ersten zwei Monaten nach der Geburt rund 90 Prozent der befragten Mütter. Erst dann hat die Rate der stillenden Mütter stetig abgenommen.

Feststeht, dass Muttermilch für die Entwicklung eines Babies essentiell ist. Im Säuglingsalter sorgt sie dafür, dass das Baby genügend Antioxidantien für das Abfangen von freien Radikalen erhält. Außerdem ist das in der Muttermilch enthaltene Kalzium wichtig für den Knochenaufbau des Säuglings. Dennoch: Muttermilch ist kein Muss. Auch Kinder, die nicht gestillt werden, können sich ganz normal entwickeln. Milchpulver sind inzwischen so auf den Organismus des Babys abgestimmt, dass es dem Säugling nicht an Nährstoffen fehlt.

Aber auch deutsche Mütter, die sich für das Stillen in der Öffentlichkeit entscheiden, sind Diskriminierungen ausgesetzt. In Berlin entscheiden sich Cafés inzwischen dafür, Mütter und Kinderwagen nicht mehr rein zu lassen. So kommt es gar nicht erst dazu, dass Babys öffentlich gestillt werden.

Gegen diese Art der Diskriminierung setzen sich die texanischen Studenten in ihrem Studien-Projekt ein: Hier geht es zur kompletten Kampagne.

Kategorien: