Täter: "Frauen sollten sich nicht gegen Vergewaltigung wehren"

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Eine indische Frau demonstriert gegen Vergewaltigungen
Foto: Getty Images

Unglaublich! Einer der Täter, der 2012 an einer tödlichen Vergewaltigung in Indien beteiligt war, gibt dem Opfer die Schuld. "Frauen sollten nachts nicht alleine unterwegs sein", sagt der zur Todesstrafe verurteilte Mukesh Singh.

Delhi, Dezember 2012: Die 23-jährige Jyoti Singh Pandey fährt mit einem männlichen Begleiter als Anhalter im privaten Bus einer Gruppe von sechs Männern nach Hause. Diese provozieren einen Streit, schlagen Jyoti und ihren Begleiter bewusstlos und vergewaltigen die junge Frau über einer Stunde. Unter anderem mit einer Eisenstange. Anschließend werfen die Täter beide Opfer nackt aus dem Bus. Jyoti stirbt am 29. Dezember an ihren inneren Verletzungen.

Die Täter wurden am 21. Dezember festgenommen. Das jüngste Opfer bekommt drei Jahre Jugendarrest. Obwohl es Berichte gibt, die besagen, dass er am brutalsten gewesen sei. Ein Täter begeht in seiner Zelle Suizid. Die anderen vier Männer werden zum Tode verurteilt.

Jetzt meldet sich der Fahrer des Bus Mukesh Singh in einem BBC-Interview zu Wort und beschuldigt das Opfer verantwortlich für die Tat zu sein. "Ein anständiges Mädchen ist nicht um 21 Uhr draußen unterwegs", sagte er. Außerdem solle sich ein Vergewaltigungsopfer nicht wehren, sondern die Tat über sich ergehen lassen. Erschreckend, dass Singh keine Reue für seine Tat zeigt.

Auch einer seiner Anwälte hatte sich in der Vergangenheit ähnlich geäußert. Falls eine seiner Schwestern oder Töchter, die unverheiratet sei, alleine ausginge, würde er sie "höchstwahrscheinlich vor der gesamten Familie mit Benzin übergießen und anzünden".

Gewalt gegen Frauen ist in Indien ein generelles Problem. Immer wieder werden Frauen vergewaltigt, misshandelt und sogar getötet, weil sie sich moderner verhalten als es erwünscht ist. Inzwischen wurden Gesetze verschärft und die Proteste gegen Gewalt nehmen zu.

Dennoch: Singh malt eine dunkle Zukunft für Frauen in Indien aus. In seinen Augen werden Frauen bisher "nur" vergewaltigt. Droht dem Täter eine höhere Strafe, werde er die Frau nun auch noch umbringen, so Singh.

Doch auch der Tod seines Opfers hat Singh nicht vor der Todesstrafe bewahrt. Er ist in Berufung gegangen gegen sein Urteil. Mit wenig Aussicht auf Erfolg.

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