Tattoo-Motive: Was hip war, was in ist, was kommt

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Tattoos are a girl's best friend. Dabei gilt: Je farbiger die Tattoo-Motive, desto besser...
Foto: Corbis

Eine Trendbetrachtung

Vor allem Frauen haben immer mehr Spaß an der großen Kunst der kleinen Nadelstiche. Was total hip ist. Und was man sich abschminken sollte

Die kleine Cousine trägt den Titel ihres Lieblingssongs auf dem Handgelenk. Und über den Anker am Arm des großen Bruders rümpft selbst Oma nicht mehr die Nase. "Mittlerweile gibt es in jeder Familie jemanden, der tätowiert ist. Insgesamt zwölf Millionen Deutsche," sagt Psychologe Dirk Hofmeister. Waren Tattoos früher vor allem bei Rockern und Knackis beliebt, sind sie heute längst salonfähig. Besonders Frauen lassen sich immer häufiger tätowieren; 14- bis 24-jährige Mädels haben die Männer gleichen Alters schon überholt, so eine Studie der Uni Leipzig. Was gerade total in Mode ist, gibt es schon seit Jahrtausenden: Die alten Ägypter, die Inkas und sogar Gletscher-Mumie Ötzi - sie alle hatten Tattoos. Bei uns wurden die Nadel-Kunst vor allem durch die Matrosen bekannt. Wie sie es aus der Hafenkneipe auf die Haut des Durchschnittsmenschen geschafft hat?

Anfang der 90er - mit Tattoo-Motiven wie Mini-Rosen und Delfinen. Der große Hype kam 1996, als George Clooney in "From Dusk Till Dawn" ein flammendes Tribal-Tattoo als auf dem linken Arm trug. Damit wurden die "Stammesmuster" endgültig zum Musthave, auch für Frauen. Am liebsten ließen die ihre Riesenranken aus knappen Hüfthosen heraussprießen - heute werden diese Tattoo-Motive als "Arschgeweihe" belächelt. Dann kam die Sehnsucht nach Fernost und asiatischen Schriftzeichen. Wer weiß schon, wie viele sich ein chinesisches "Liebessymbol" einritzen ließen, das in Wahrheit "hässlich" oder "Vollpfosten" bedeutete. Oder noch Schlimmeres... (Blogger Tian hilft übrigens bei der Bedeutungssuche weiter und übersetzt auf www.hanzismatter.blogspot.de die wichtigsten Asia-Symbole.)

Sollte beim Sticheln mal was schiefgehen oder das Tattoo-Motiv nicht mehr gefallen, lässt sich das Tattoo wieder entfernen. "Die gängigste Methode ist heute der Laserstrahl. Er erwärmt und zersprengt die Pigmente in der Haut ," erklärt Dermatologe Johannes Müller-Steinmann. Eine schmerzhafte und teure Prozedur, die nicht immer Erfolg verspricht. Vor allem bunte Tattoos sind schwerer zu entfernen als schwarze. "Aber Farbe spielt auch in Zukunft eine Rolle", so Trendforscher Peter Wippermann, "Tattoos werden künstlerischer. Man wird Anleihen aus der abstrakten Kunst sehen, die nur aus Linien und Formen bestehen. Auch die Tattoo-Motive werden individueller." Ganz anders noch vor gut zehn Jahren: Damals ließ sich jeder einen Stern stechen. Heute haben die Himmelsgestirne längst Arschgeweih-Status: Auf Tattoo-Messen hängen sogar schon Schilder mit durchgestrichenem Stern.

Wer sich mit Körperkunst schmücken, aber keinen Stich machen (lassen) will, kann Klebetattoos verwenden (z. B. über www.tattly.com, ca. 5 Euro). Die waren schließlich schon zu Micky-Maus-Zeiten cool - und sind garantiert abwaschbar.

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