Tchibo verzichtet künftig auf Angora-Fell

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Angora-Kaninchen werden lebend gerupft´. Tchibo verzichtet jetzt auf den Verkauf von Angoraprodukten.
Foto: iStock

Erfolg für Tierschützer nach Skandal-Recherche

Bei Tchibo werden künftig keine Angora-Produkte mehr verkauft! Dieser Erfolg ist dem Protest einer Tierschutz-Organisation zu verdanken.

Das sind endlich mal gute Nachrichten für die Angora-Kaninchen auf dieser Welt! Anfang 2014 hat Tchibo einen Einkaufsstopp für Angoraprodukte bekannt gegeben. Auslöser hierfür waren Recherchen der Tierschutzorganisation Peta über inakzeptable Praktiken in einigen asiatischen Angorafarmen.

Nach anschließenden Gesprächen hat Tchibo nun entschieden, den Einkaufsstopp unbefristet fortzusetzen. Lediglich einige Restbestände wurden in einem vorher abgestimmten Zeitraum abverkauft.

Peta feierte diese Entscheidung mit diesem Facebook-Post:

Die Hintergründe dieses Vorgehens erläutern Frank Schmidt, Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei Peta Deutschland e.V. und Stefan Dierks, Category Leader CR Product & Strategy bei Tchibo in diesem Blog-Eintrag .

Was hat PETA bei seinen Recherchen zur Angorawolle festgestellt?

Frank Schmidt erklärt: "Im Rahmen der Ermittlungen von Peta Asien wurden 2013 stichprobenartig kommerzielle Angora-Farmen in mehreren chinesischen Provinzen aufgesucht, weil China schätzungsweise 90 Prozent der auf dem Weltmarkt angebotenen Angorawolle produziert. Auf allen Farmen befanden sich die Angora-Kaninchen, die von Natur aus sehr reinliche und soziale Tiere sind, isoliert in tier­quälerischen Einzelkäfigen. Um an ihre Angorawolle zu gelangen, werden Angora-Kaninchen bis zu vier Mal im Jahr lebend gerupft oder geschoren. Die verängstigten Tiere werden dafür auf einer Art Streckbank gefesselt. Kaninchen sind jedoch hochsensible Fluchttiere, und der Lebendrupf oder die Schur führen aufgrund der stressbedingten Herz-Kreislauf-Belastungen häufig zum Tode. Deshalb überleben die meisten Tiere auch nur zwei bis fünf Jahre auf einer Angora-Farm."

Warum wird der Einkaufsstopp fortgesetzt?

Das Unternehmen erläutert: "Peta hat Tchibo über die Rechercheergebnisse in China informiert. Tchibo hat im Sinne des Tierschutzes zunächst einen sofortigen Einkaufsstopp für Angoraprodukte verhängt und zusätzliche Audits bei seinen Zulieferern veranlasst. Bei einem anschließenden Treffen erfolgte der konstruktive Austausch über die Bedürfnisse der Angora-Kaninchen sowie über die Audits bei den Angorazulieferern von Tchibo. Einigkeit wurde darüber erzielt, dass eine tiergerechte Erzeugung von Angorawolle unter den oben genannten Haltungsbedingungen nicht möglich ist."

Es gibt viele Alternativen zu Angora-Fell

Alternativen zum Angora-Fell gibt es viele. Peta erklärt: "Tierfreundliche Materialien wie Tencel oder Viskose aus Pflanzenfasern sind atmungsaktiv, haltbar und biologisch abbaubar. Lyocell (aus Zellulose) hat den gleichen weichen Griff wie Angora und ist feuchtigkeitsabweisend. Weitere Alternativen zu Wolle sind auch Polyestervlies, synthetisches Shearling, Sisal, Bambus, Baumwollflanell, Vlies, Acryl und Sojaseide."

In Folge der PETA-Recherche hatten zuvor bereits zahlreiche Unternehmen wie H&M, ESPRIT, C&A, Calvin Klein, Lacoste, Gerry Weber, Tom Tailor, Marc O´Polo, GAP und Tommy Hilfiger Angora ebenfalls aus ihrem Sortiment verbannt.

Wir freuen uns über diese Entscheidung von Tchibo zum Wohle der Tiere und hoffen, dass viele andere Unternehmen diesem Beispiel folgen werden!

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